Sprinter Collins mit Jahresweltbestzeit

Mischte als einzige Lokalmatadorin in der Riege der Weltelite mit: ART-Dreispringerin
Mischte als einzige Lokalmatadorin in der Riege der Weltelite mit: ART-Dreispringerin
Foto: HORSTMUELLER
Was wir bereits wissen
Der Weltmeister von 2003 gewinnt im Arena-Sportpark den 60-m-Lauf in 6,52 Sekunden. Im Dreisprung besiegt Gierisch (Chemnitz) die Europameisterin Saladuha

Düsseldorf..  Zum zehnjährigen Jubiläum des Meetings hatte der Veranstalter die mit Weltstars bespickte Höchstzahl von knapp 200 Teilnehmern aus 36 verschiedenen Nationen und ein ausgefeiltes Rahmenprogramm aufgeboten. Im Anschluss an den Auftritt von Sängerin Stefanie Heinzmann wurden zehn Topstars des Abends durch einen Tunnel auf die Bühne gerufen, um die Vorfreude in der ausverkauften Leichtathletikhalle zu steigern.

Szenenapplaus für Julian Reus

So bekam auch Deutschlands Sprinthoffnung Julian Reus (TV Wattenscheid) seinen ersten Szenenapplaus. Der 26-Jährige dominierte 2014 die Schlagzeilen, als er bei den nationalen Meisterschaften in Ulm den von Frank Emmelmann aufgestellten Rekord über 100 Meter aus dem Jahre 1985 verbesserte (10,05 Sekunden). In Düsseldorf ging der Sportsoldat über 60 Meter an den Start und traf dabei auf starke Konkurrenten. Mindestens drei Sprinter hatten es dabei sogar auf den Meeting-Rekord des Kubaners Yuniel Perez (6,50 Sekunden) abgesehen, allen voran James Dasaolu.

Der Europameister aus Großbritannien ist im Vorjahr bereits 6,47 Sekunden gelaufen. Neben Dasaolu knieten in Altmeister Kim Collins (6,49 Sekunden/St. Kitts und Nevis) sowie Michael Rodgers (6,51 Sekunden/USA), Hallen-Vizeweltmeister von 2010, zwei weitere potenzielle Rekordbrecher im Block. Im ersten Vorlauf siegte Collins in 6,55 Sekunden, während Reus als Siebter (6,76) enttäuschte und ausschied. Den zweiten Vorlauf gewann Rodgers (6,58) vor Dasaolu (6,59). Damit war zumindest aus internationaler Sicht alles für einen krönenden Abschluss angerichtet.

Der Meeting-Rekord fiel zwar nicht, doch das Finale heizte die Stimmung noch einmal mächtig an. Den Sieg sicherte sich Collins in Weltjahresbestzeit von 6,52 Sekunden. In seiner Heimat wurde bereits ein Tag nach dem Sprinter anlässlich seines Weltmeistertitels von 2003 benannt, der sogenannte „Kim Collins Day“, doch auch in Düsseldorf ist der 38-Jährige beliebt. „Es macht mir hier großen Spaß. Ich komme wieder“, sagt Collins. „Man muss einfach richtig trainieren“, nannte er sein Erfolgsrezept.

Zwei natürliche Feinde

Einen besonderen Applaus durfte sich ART-Dreispringerin Lena Fleßner abholen, die als einzige Lokalmatadorin in der Riege der Weltelite mitmischte. In einem Teilnehmerfeld mit Europameisterin Olga Saladuha (Ukraine) stand der Spaßfaktor bei Fleßner im Vordergrund, zumal sich die Lehramtstudentin inmitten ihrer Schwimmprüfung befindet. „Es gibt zwei natürliche Feinde des Dreisprungs, Krankheiten und Schwimmen“, sagt ihr Trainer Ralf Jaros. Entsprechend waren die 12,53 Meter nicht weiter tragisch.

Die Weitenjagd entschied Kristin Gierisch für sich. Die Chemnitzerin löste mit 14,30 Metern das EM-Ticket für Prag und wiederholte ihren Vorjahreserfolg vor Saladuha (14,14 Meter). „Ich springe super gerne in Düsseldorf, hier ist eine Bombenstimmung“, so die 25-Jährige.