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Deutsche Eishockey-Liga

„Sonst können wir mit Eishockey aufhören“

08.11.2012 | 22:30 Uhr
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„Sonst können wir mit Eishockey aufhören“

Kontroverse um Regel-Auslegung: Manager Walter Köberle zieht gegen die Fünf-Spiele-Sperre des Verteidigers Marc Zanetti nach einem Check gegen Münchens Viktor Ekbom vor das Schiedsgericht. „Wir wehren uns dagegen. Wenn das so weitergeht, können wir mit dem Eishockey aufhören! Das entbehrt jeglicher Grundlage“, betont der Sportliche Leiter.

Düsseldorf. Blaulicht und Martinshorn auf einem Eishockey-Helm? Wenn man nach der Urteilsbegründung der Deutschen Eishockey-Liga geht, sollte Marc Zanetti das bekommen – um Gegenspieler vor einem körperlichen Zusammenstoß rechtzeitig zu warnen. Weil Münchens Viktor Ekbom nicht auf den Check des DEG-Verteidigers vorbereitet gewesen sein soll, wurde dieser für fünf -Spiele gesperrt.

Daher fragt sich der rot-gelbe Manager Walter Köberle: „Ja soll man denn beim Gegenspieler vorher anklopfen und fragen, ob man ihn jetzt checken darf?“ Zudem betont der Sportliche Leiter: „Man sollte meinen, dass Checks zu unserem Sport dazu gehören und jeder Spieler in dieser Liga die Qualität hat, mit der Härte und dem Tempo mitgehen zu können.“

Für den Hintergrund: Am vergangenen Freitag beim 3:2-Penaltyerfolg über den EHC München hatte Zanetti, mit zwei Toren und acht Vorlagen Siebtplatzierter der DEL-Top-Verteidiger-Statistik, in der Verlängerung nach einem harten Check gegen Ekbom eine Matchstrafe kassiert. Die Schiedsrichter ließen die Situation zunächst weiterlaufen. Nachdem der Schwede (Nasenbeinbruch) liegen geblieben war, entschied das Duo Hascher/Schimm auf einen Check gegen den Kopf.

Entbehrt jeglicher Grundlage

Wie die Liga dann jedoch am Montag mitteilte, kann dies nicht bewiesen werden. Trotzdem sperrte der Disziplinarausschuss Zanetti wegen eines unerlaubten Körperangriffs mit Verletzungsfolge. Dieser sei nach internationaler Regel ebenfalls mit Matchstrafe zu ahnden.

Dies lässt DEG-Manager Walter Köberle jedoch nicht auf seinem Spieler sitzen. Und legte am Donnerstag fristgerecht beim Schiedsgericht Einspruch gegen den Liga-Beschluss ein. „Wir wehren uns dagegen. Wenn das so weitergeht, können wir mit dem Eishockey aufhören! Das entbehrt jeglicher Grundlage“, betont der Sportliche Leiter.

Zumal ein Check nicht unfair gewesen sein muss, wenn sich ein Spieler dabei verletzt. „Mir hat es damals auch mal drei Zähne rausgehauen. Und mein Gegner hatte keine Schuld. Das ist eben das Risiko, das kann passieren. Man kann Sperren doch nicht an Verletzungen festmachen“, so Köberle.

Der weiter betont, fast den Eindruck zu haben, als wolle man an der DEG ein Exempel statuieren. Die Rot-Gelben kassierten in 18 Saisonspielen mit bislang 463 Minuten zwar die meisten Strafzeiten. Und 16 von insgesamt 32 Ermittlungsverfahren wegen besonders böser Fouls betrafen DEG-Spiele. Achtmal wurde dabei allerdings gegen den Gegner ermittelt. Die Mannschaft von Trainer Christian Brittig spielt, wie vor der Saison angekündigt, eine harte Gangart. Und somit unangenehm für die Gegner, die sich dann teils nur noch mit unfairen Mitteln zu wehren wissen. Und die daraus resultierenden Verletzungen treffen die DEG hart.

Bestes Beispiel ist Michael Catenacci, der seit dem zweiten Spieltag beim 3:2-Verlängerungserfolg in München mit einer Gehirnerschütterung ausfällt. Der damalige Übeltäter war übrigens jener Ekbom, der nun von Zanetti mit einem Check erwischt wurde. Eine Strafe gab es damals dennoch nicht. Oder auch das jüngste Opfer: Drew Paris (Innenband-Teilanriss und Meniskus-Lockerung im rechten Knie) fällt nach einem üblen Kniecheck von Münchens NHL-Star Wheeler mindestens vier Wochen aus. Strafe: Lediglich eine Spieldauer. Am Sonntag durfte der Akteur wieder auflaufen. Beide Szenen hat Manager Köberle übrigens auch im Einspruch vermerkt.

Mareike Scheer

Kommentare
09.11.2012
01:24
„Sonst können wir mit Eishockey aufhören“
von wolla | #1

Die Entscheidungen der DEL werden immer grotesker. DEG Spieler werden reihenweise ins Krankenhaus gefoult und es gibt für die Übeltäter keine weiteren Sperren. Mal fehlt das Videobeweismaterial, das der Heimverein (München) zur Verfügung stellen müsste, dann entscheiden die Schiedsrichter nicht der Regel entsprechend, so daß das Schiedsgericht dann keine weitere Sperre aussprechen kann. Allerdings werden DEG völlig überzogen bestraft.
Sitzen in der Kölner DEL Zenrale nur Stümper und Karnevalsjecken, oder beides??

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