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Schweißtreibende Arbeit

10.05.2012 | 22:00 Uhr
Schweißtreibende Arbeit

Düsseldorf. Der Schweiß rinnt an der Schläfe entlang. Der Puls rast. Doch an Aufgeben ist nicht zu denken. Zwölf Minuten Dauerlauf ist angesagt. Wer Erfolg haben will, muss dafür auch hart arbeiten. Diese Weisheit hat Henry Martens bereits verinnerlicht. Der Eishockeystürmer, dessen Markenzeichen ein umgedrehtes Cap ist, ist einer von bislang neun Neuzugängen bei der DEG. Seit zwei Wochen schindet sich der gebürtig aus Engelskirchen stammende Crack bereits zusammen mit sechs weiteren Teamkollegen bei schweißtreibenden Sommertrainingseinheiten unter Trainer Christian Brittig. Viermal die Woche leitet der Coach eine Übungsstunde, zwei weitere erfüllt jeder Crack für sich.

Brittig ein positiver Schleifer

„Harte Arbeit schlägt Talent. Das ist unsere Chance. Und dass wir jetzt schon zusammen trainieren, zeigt die Einstellung unserer Mannschaft“, betont der 25-Jährige. Inhalte: Kraft- und Intervalltraining sowie Sprint- Ausdauerübungen. „Christian Brittig ist ein positiver Schleifer. Wir verfolgen alle das gleiche Ziel: Möglichst viele Siege in der Saison. Und wir werden auf jeden Fall sehr fit sein“, so Martens, der unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung vor dreieinhalb Wochen an den Rhein gezogen war.

Der 25-Jährige ist seit dem 22. Juli 2011 mit einer Erkratherin verheiratet. „Ineke und ich haben uns vor sechs Jahren, als ich noch in Köln gespielt habe, kennengelernt. Sie ist die Schwester von meinem besten Freund“, betont der 1,93 Meter große Angreifer. So machte der Vereinswechsel auch seine Liebste froh. Noch wohnt das Paar in Erkrath, will jedoch spätestens zum ersten Juli in die Stadt ziehen – für mehr Nähe zur City und zur Trainingshalle. Kinder hat das junge Glück indes noch nicht geplant. „Ineke will zunächst ihren Bachelorstudiengang Soziale Arbeit erfolgreich beenden“, grinst der 93-Kilogramm-Mann, der in seiner Freizeit gerne Gitarre spielt, „am liebsten Lieder der Hip-Hop-Band Fugees“.

Im Vordergrund steht jedoch ganz klar die Weiterentwicklung seiner Leistung auf dem Eis. „Dieses Jahr bei der DEG ist für jeden jungen Spieler von uns eine riesen Chance. Die will ich nutzen. Anforderungen und Erwartungen passen einfach. Ich glaube nicht, dass es aufgrund der finanziellen Lage leichtsinnig war. Die DEG hat zu viel Tradition und ist viel zu stark in der Stadt verankert. Es wäre eine Schande, wenn sie fallengelassen werden würde“, so Martens, „außerdem ist Geld nicht alles. Davon hatten wir in Dresden auch nicht viel. Dennoch sind wir vor zwei Jahren ins Halbfinale der zweiten Liga eingezogen. Das war eines der schönsten Erlebnisse meiner Karriere.“ Diese begann bereits mit drei Jahren beim TuS Wiel bei Gummersbach. Seine Schwester Bettina wollte immer Schlittschuhlaufen gehen – und der Bruder musste mit. Als dann jedoch Schläger und eine kleine Hartgummischeibe ins Spiel kamen, war die Leidenschaft entfacht. „Die Dynamik in einem Team ist einfach unglaublich. Und in einer solch jungen und hungrigen Mannschaft macht es besonders Spaß“, betont der Stürmer.

Freunde zur Erdung

Abseits des Eises hält Henry Martens aber vor allem Kontakt zu Freunden außerhalb des Sports. „Das erdet und man weiß noch mehr zu schätzen, was man hat. Nicht jeder hat das Glück, seine Leidenschaft zum Beruf machen zu können“, so Martens, der nun zum dritten Mal in der DEL seine Chance sucht. 180 Matches absolvierte der Außenstürmer bereits für die Iserlohn Roosters sowie die Nürnberg Ice Tigers. Und fiebert dem Saisonstart nicht nur wegen der schweißtreibenden Sommereinheiten schon entgegen: „Für mich ist jedes Spiel ein Highlight!“

FINALE:Ex-DEG-Verteidiger Korbinian Holzer ist zusammen mit Nationalmannschaftskollege Marcel Müller mit den Toronto Marlies in das Western Conference Finale der AHL um den Calder Cup eingezogen. Die Marlies, bei denen Holzer jeweils in der Starting Six stand und in den Play offs bisher ein Tor und zwei Vorlagen markierte, besiegten Abbotsford Heatn in der Halbfinalserie mit 4:1. Drei Siege in fremder Halle bescherten dem Farmteam der Toronto Maple Leafs aus der NHL den zweiten Endspieleinzug in den vergangenen fünf Jahren. Der Gegner steht noch nicht fest und wird in der Serie zwischen Oklahoma City und San Antonio ermittelt.
ABGANG: Verteidiger Andy Hedlund wechselt von der DEG zum österreichischen Meister nach Linz. Der 33-jährige US-Amerikaner ist damit das letzte Puzzleteil in der Abwehr der Black Wings und letzter Neuzugang der Stahlstädter aus Oberösterreicher. Mit seiner Erfahrung aus 367 DEL-Spielen (davon 254 in rot-gelb) und 328 AHL-Partien soll Hedlund Führungsaufgaben übernehmen.

Mareike Scheer



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