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„Schatz, wir sehen uns in London!“

25.07.2012 | 18:16 Uhr
„Schatz, wir sehen uns in London!“

Düsseldorf. Er ist einer aus dem Trio von Düsseldorfs „Team London 2012“, das in der Hauptstadt an der Themse um die Goldmedaille kämpft: Ruder-Ass Lukas Müller vom RC Germania.

Dabei fand der am 19. Mai 1987 in Wetzlar geborene 2,08-Meter-Hüne erst spät zum Rudersport. 2004 erst begann Müller, nachdem er seine „Basketball-Versuche“ eingestellt hatte („Ich hatte dazu kein Talent“), jenen Sport, in dem er Karriere machte. Zweimal Achter-Weltmeister ist er bereits, Goldmedaillengewinner will er werden.

Diesem Wunsch ordnet der Maschinenbau-Student, der vor seinem Studium in Dortmund die Grundschule Steindorf/Albshausen, die Gesamtschule Solms und die Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar besuchte, in diesem Jahr alles unter. Nach den Prüfungen im März legte er das Sommersemester zu den Akten, um sich auf Olympia zu konzentrieren.

Ehrgeiziger Kraftprotz

Trotzdem zeigt der im sechsten Semester studierende und seit zwei Jahren im Achter sitzende Kraftprotz Ehrgeiz: „Ich schreibe nach Olympia eine oder zwei Klausuren.“ Schließlich will er bei seinem Vater Georg, der einst als Ruder-Junior aktiv war, nicht nur mit einer Medaille, sondern auch mit seinem Studium Ehre einlegen.

Pläne für die Zeit nach London hat er auch. „Ich verlasse die Wohngemeinschaft mit meinem Ruder-Kumpel Max Reinelt und ziehe mit meiner Freundin Lena zusammen.“

Und noch etwas verrät der Germane, der sich bisher keine Gedanken darüber gemacht hat, wie lange er noch auf Weltklasse-Niveau rudern will: „Hätte meine Leistung nicht für den Achter gereicht, hätte ich mir vorstellen können, im Zweier oder Vierer zu rudern. Das sind sehr anspruchsvolle Bootsklassen, die genauso gewürdigt werden müssten.“

Unternehmungen mit der Freundin

Was ihn an seinem Sport reizt? „Der Erfolg. Und der Spaß daran.“ Schwester Eva-Maria Fütterer und Christian Müller, die Eltern Georg (61) und Gudrun Müller (51) drücken mit Freundin Lena um die Wette die Daumen. Übrigens: In London gibt es, so hofft der Ruder-„Riese“, neben dem Wiedersehen mit Lena auch Gold zu feiern. Ganz nach dem Motto: „Schatz, wir sehen uns in London!“

Lena war zuletzt allein auf wochenlanger Weltreise. Weil Lukas angesichts des Trainingspensums keine Zeit hatte. Wobei der zurückhaltende Athlet, auf den Bundestrainer Ralf Holtmeyer so große Stücke hält, betont: „Ich bin glücklich vergeben.“ So wundert es nicht, dass er als Ausgleich für seine vielstündige Ruderarbeit „Unternehmungen mit meiner Freundin“ angibt.

Joachim Breitbach

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