SC West fehlt noch ein Schuss Kreativität
12.09.2008 | 18:52 Uhr 2008-09-12T18:52:18+0200Es ist nicht mehr und nicht weniger als ein richtungsweisendes Spiel, das morgen Nachmittag für den SC West ansteht. ...
... Mit einer Niederlage im Heimspiel gegen den SV Hönnepel-Niedermörmter (15 Uhr, Schorlemer Straße) würden die Oberkasseler zunächst einmal auf einem Abstiegsplatz in der Fußball-Niederrheinliga festsitzen. Ein Sieg wiederum würde den Blau-Weißen nach dem schwachen Start mit drei Niederlagen und nur drei Zählern aus vier Partien Luft verschaffen.
Vor diesem Hintergrund kommt das derzeitige Verletzungspech allerdings mehr als ungelegen. Mit Vitali Gelzer (Leistenbruch), Pascal Ohlenmacher (Ermüdungsbruch im linken großen Zeh), Gengo Seta (Magen-Darm-Grippe) sowie Michael Stephan (Knieverletzung) fallen gleich vier Akteure aus dem zuletzt ohnehin schwächelnden Mittelfeld aus. Was Trainer Kezmann allerdings weder groß thematisieren noch beklagen will. "Wir müssen gewinnen. Egal wie", fordert der 32-Jährige.
Eine Forderung, die Stürmer René Kägebein unterstreicht: "Wir müssen das Heft selbst in die Hand nehmen und uns einfach mehr zutrauen." Denn trotz des Fehlstarts sieht der 27-Jährige keinen Grund, sich Sorgen zu machen. "Es sind erst vier von 30 Partien absolviert. Die Situation ist noch nicht beängstigend." Einen Ausweg sieht Kägebein ebenso wie Trainer Kezmann in einer offensiveren Ausrichtung: "Es fehlt noch ein Schuss Kreativität in unserem Spiel. Bislang haben wir oft nur '08/15' nach vorne gespielt. Das reicht in dieser Liga aber nicht."
Weil die Oberkasseler (zu) oft nicht zwingend genug in die Spitze spielen, um echte Torgefahr heraufzubeschwören, fehlt den Stürmer des SC West häufig die Bindung zum Spiel. "Da bringt es auch nicht viel, wenn wir Angreifer uns nach hinten zurück fallen lassen", meint Kägebein, der bislang zwei Treffer erzielte. "Dann stehen wir mit elf Spielern hinter dem Ball, werden wieder zu passiv und geraten unter Druck."
Was morgen eben genau umgekehrt laufen soll. "Mehr Ballbesitz und dadurch verstärkt für Entlastung sorgen", gibt Kägebein als Marschroute vor.
"Dass ein Team dermaßen vom Verletzungspech verfolgt wird, habe ich meinem Fußballerleben noch nie erlebt", stöhnt Trainer Goran Vucic vor dem Gastspiel von Fortuna II am Sonntag bei Arminia Bielefeld II. Beim Donnerstag-Training fehlte mit Raimund Schmitz bereits der siebte verletzte Akteur des NRW-Ligisten. "Er hat im Training einen Schlag auf den Fuß bekommen, der dann über Nacht angeschwollen ist", erklärte Vucic.
Wenn Niederrheinligist Turu 80 morgen (15 Uhr) den Ex-Bundesligisten KFC Uerdingen im Stadion an der Feuerbachstraße empfängt, dürfte es für den Krefelder Gast so etwas wie ein Heimspiel werden. Denn der KFC bringt meist 250 bis 600 Anhänger mit, darunter allerdings auch eine lautstarke Gruppe von fanatischen Fans. Pikant: Das Derby der beiden Traditionsklubs ist auch ein Duell zweier ehemaliger Junioren-Trainer der Fortuna. Der KFC wird von Richard Towa gecoacht, Turu von Harald Becker. Turus Pech: Bartosz Siedlarski zog sich Mittwoch eine Knöchel-Blessur zu.
Die personellen Sorgen beim Landesligisten SV Wersten 04 lassen nicht nach. Im morgigen Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Bayer Dormagen muss Trainer Frank Moeser auf Fred Adomako, Christian Ansah (beide Leistenprobleme), Andreas Dommning (Außenbanddehnung im Knie) und Dennis Kronenberg (Bänderriss) verzichten. Moeser: "Aufgrund der Umstände wären wir mit einem Punkt zufrieden."
Für die Leser der NRZ tippt SC-West-Stürmer René Kägebein die Ergebnisse der höherklassigen Amateurteams (in Klammern die Tipps der Redaktion): Arminia Bielefeld II - Fortuna II 2:2 (3:1), Turu 80 - KFC Uerdingen 0:2 (0:2), SC West - SV Hönnepel-Niedermörmter 1:1 (1:2), SV Wersten - Bayer Dormagen 1:3 (1:2).
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