Rückrunde wird für die HSG zur Farce
28.12.2011 | 22:48 Uhr 2011-12-28T22:48:00+0100
Düsseldorf. Die Fans gehen auf die Barrikaden, der erste Sponsor droht seinen Rückzug an, eine vermeintliche Falschaussage bei der Pressekonferenz – keine 24 Stunden nach Bekanntgabe der zukünftigen Spielgemeinschaft der Handball-Zweitligisten HSG und DHC zum DDHC Rheinland herrscht bereits das Dormagen-Düsseldorfer Handball-Chaos. Obendrein steht den Anhängern der HSG ab dem ersten Spiel vor der Rückrunde eine Farce in 20 Akten bevor.
Als nichts anderes muss man die nach der EM-Pause noch zu absolvierenden Partien ohne sportlichen Wert bezeichnen, bevor die jahrzehntelange eigenständige Profi-Handball-Tradition in der Landeshauptstadt ein unrühmliches Ende findet. Nach NRZ-Informationen wird HSG-Leitwolf und Mannschaftskapitän Michael Hegemann das sinkende Schiff vorzeitig verlassen.
„Ich hoffe natürlich, dass ‘Hege’ sich schon in den kommenden Tagen für einen Wechsel nach Dormagen entscheidet“, sagte DHC-Trainer Richard Ratka gestern im NRZ-Gespräch, während er mit Ehefrau Petra auf dem Weg in den Sylt-Urlaub war. Ratka, noch immer die Galionsfigur im Düsseldorfer Handball, ist Hegemanns sportlicher Ziehvater. Und künftiger Cheftrainer der Spielgemeinschaft.
Kühn, Lenz und Arnarsonsind Wechsel-Kandidaten
Nach seinem Wunsch sollen wie berichtet bereits im Januar weitere Leistungsträger der HSG in den Dormagener Kader integriert werden, um das Gerüst der zukünftig gemeinsamen Mannschaft möglichst frühzeitig aufzubauen.
Namen wollte Ratka noch nicht nennen. Dass es sich bei den weiteren HSG-Kandidaten um Linkshänder Ernir Arnarson, Torjäger Julius Kühn, Linksaußen Jan Artmann sowie Torhüter Mathias Lenz handelt, dürfte klar sein. Eventuell käme auch Alexander Feld in Frage, sollte es Hegemann im Herbst seiner Karriere doch zu einem der um ihn werbenden Erstligisten ziehen. Was von einer entsprechenden Ablösesumme abhängig wäre.
Die HSG-Fans gehen indes auf die Barrikaden. Der Fanklub „Blue Lions“, seit 1992 mehr als nur treuer Begleiter der HSG-Spiele, will die Spielgemeinschaft nicht unterstützen und sich am Saisonende auflösen. Auch der erste Dormagener Sponsor überdenkt bereits einen Rückzug.
Für einen peinlichen Fauxpas sorgte derweil Jürgen Steinmetz. Der Landrat-Vertreter des Rhein-Kreis Neuss hatte bei der gemeinsamen Pressekonferenz noch vollmundig verkündet, am Mittag ein Gespräch mit einem Verantwortlichen des Zweitligisten TV Korschenbroich geführt zu haben. Um der versammelten Presse eine größere Tragreichweite der Spielgemeinschaft zu suggerieren?
Beim TVK will man von diesem Gespräch nichts wissen. Sah sich sogar dazu genötigt, auf der Internetpräsenz des Vereins, www.hand-ball-herz.de, eine Richtigstellung zu veröffentlichen. „Mit uns hat niemand gesprochen. Wir wussten noch nicht einmal von der Spielgemeinschaft und beabsichtigen auch nicht, dieser beizutreten“, erklärte TVK-Geschäftsführer Peter Irmen gegenüber der NRZ.
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