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7. Leichtathletik-Meeting

„Rote Karte“ kostete 250 Punkte

12.02.2012 | 18:49 Uhr
„Rote Karte“ kostete 250 Punkte

Disqualifikation im 1500-Meter-Lauf sorgte für Ärger. Jones wollte nicht zur Dopingprobe.

Mehr Wertungspunkte als im Vorjahr (44 800) brachte das siebte Indoor-Meeting in der Stockumer Leichtathletikhalle am Freitagabend. Vor 2000 vom Feuerwerk der Top-Leistungen begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Halle stehen diesmal 44 927 Zähler und zunächst mal Rang eins vor Moskau (44 342) und Boston (42 968) zu Buche. Ob Düsseldorf die weltweite Spitzenstellung behaupten kann, hängt von den weiteren Top-Meetings ab, die bis Ende Februar noch stattfinden. Dabei hätten es am Freitag auch etwa 250 Punkte mehr sein können.

„Ich ärgere michüber diese Dummheit!“

„Ich ärgere mich ganz besonders über diese Dummheit“, war nach dem Meeting am späten Freitagabend Direktor Marc Osenberg (Leichlingen) ganz besonders sauer auf die drei Top-Läuferinnen im 1500-Meter-Lauf. In Meeting-Rekord- und Jahres-Weltbestzeit (4:01,96 Minuten) hatte die Äthiopierin Genzebe Dibaba vor der keniatischen Olympiasiegerin Pamela Jelimo gewonnen – dabei aber kurz nach dem Start mit einem zu frühen Bahnwechsel eine unerlaubte Abkürzung von zwei Metern genommen.

Natürlich bemerkt vom Düsseldorfer Schiedsrichter Klaus Müller, der mit seiner Roten Karten für die Läuferinnen europaweite Fernsehbekanntheit erfuhr (Eurosport übertrug live). „Mir blieb nichts anderes übrig. Die Regeln müssen nun mal eingehalten werden“, so Müller zu dem „Schock-Akt“, der dem Düsseldorfer Meeting 250 Punkte gekostet haben dürfte und in der Szene für viele Diskussionen sorgte.

Besonders sauer war die Äthiopierin über ihre Disqualifikation natürlich auch aus finanziellen Gründen. Denn statt des Preisgeldes bekam sie direkt im Ziel nur einen Blumenstrauß, den sie behalten durfte. Da halfen auch die heftigen Beschwerden ihrer Managerin beim Meeting-Chef Marc Osenberg nichts.

Das (nicht gerade geringe) Prämie für den Sieg strich die als Dritte ins Ziel gekommene Ukrainerin Anzhela Shevchenko für ihre Zeit von 4:07,55 Minuten ein.

Auch eine andere Siegerin bereitete den Organisatoren Probleme. Die US-Amerikanerin Lolo Jones, die den 60-Meter-Hürdenlauf in 7,93 Sekunden erfolgreich vor ihrer US-Kollegin Danielle Caruthers beendet hatte, wollte erst nicht zur Dopingkontrolle.

Jones zickte gegenDopingkontrolle

„Die hatte richtig rumgezickt und weigerte sich“, so ART-Abteilungsleiter Jochen Grundmann, der das Gezetere beobachtete. Jones war mit Rückenschmerzen vom Moskauer Meeting angereist und hatte unbedacht ihr unbekannte Medikamente eingenommen, musste daher das Ergebnis der Dopingprobe fürchten. Denn die Medikamenten-Einnahme hätte sie zuvor mit den Ärzten absprechen müssen. Das hatte sie vergessen.

Doch Osenberg fand einen Weg, um der Amerikanerin zu helfen, damit sie doch zur Dopingkontrolle ging. Kurzfristig konnte ein Arzt kontaktiert werden, der offenbar ein Attest nachreichte – und Jones damit vor einer Sperre sowie einer Geldstrafe bewahrte.

Wenn die Weltelite in der Stockumer Halle antritt, dann haben es die deutsche Top-Athleten natürlich sehr schwer. In den zwölf Wettbewerb gab es lediglich zwei dritte Plätze für deutsche Athleten als beste Ergebnisse wie für Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Chemnitz/20,67 Meter) hinter Sieger Christian Cantwell (21,31 Meter) aus den USA.

Da ist der achte Rang für die ART-Top-Sprinterin Carolyn Moll als zweitbeste Deutsche (knapp hinter der Wattenscheiderin Yasmin Kwadwo/7,41 Sekunden) in 7,43 Sekunden im 60-Meter-Finale mehr als nur ein Achtungserfolg. Zumal „Caro“ in 7,42 Sekunden beim Vorlauf sogar knapp vor der Wattenscheiderin durchs Ziel lief.

Bernward FrankeSergej Lepke (Fotos)

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