Regen war Balsam für Adlerflug
20.07.2008 | 21:49 Uhr 2008-07-20T21:49:00+0200
Der letztjährige Derbysieger lief am Sonntag im "Deutschland-Preis" allen Konkurrenten auf und davon. Lokalmatador Prince Flori wurde chancenlos Fünfter.
Wetterpech für den Düsseldorfer Reiter- und Rennverein. Der Sonntag-Renntag rund um den mit 155 000 Euro dotierten „Deutschland-Preis” war völlig verregnet und hatte anscheinend viele Besucher abgeschreckt. Nur 7800 Zuschauer zählte der Rennverein und der Wettumsatz war dementsprechend gering. 265 000 Euro bilanzierte man nach der letzten Prüfung. 65 000 Euro weniger als im Vorjahr und das bei einem Rennen mehr im Programm.
„Das hatten wir uns mit Sicherheit anders vorgestellt. Unsere Kalkulation lag bei einem Wettumsatz von 300 000 Euro. Es sind sogar Besucher noch vor dem Hauptrennen gegangen. So etwas kommt eigentlich nie vor”, bekannte geknickt Bernd Koenemann, der Geschäftsführer des Vereins.
Nur einer freute sich über den strömenden Regen beim „Deutschland-Preis”. Trainer Jens Hirschberger hatte für 15 500 Euro den letztjährigen Derbysieger Adlerflug für die Europagruppeprüfung der höchsten Kategorie im Galoppsport nachgenannt. Eine lohnende Investition, wie sich zeigte, denn der vierjährige Hengst gewann mit dem schwedischen Jockey Fredrik Johannson im Sattel völlig überlegen die Siegprämie von 90 000 Euro. „Adlerflug braucht unbedingt weichen Boden. Da ist er eine Klasse für sich. Daher war jeder Regentropfen Labsal für uns und Gift für die anderen Pferde”, freute sich der Bergheimer Trainer.
Chancenlos war auch Prince Flori. Der NRZ Düsseldorfer Galopper der Jahre 2006 und 2007 blieb unter seinen Möglichkeiten und wurde nur Fünfter. Immerhin gab es noch ein Platzgeld von 4500 Euro. „Der war auf der Zielgeraden Mausetot. Ich hatte schon wesentlich mehr erhofft”, meinte enttäuscht Heinz Wacek, Besitzer und Züchter von Prince Flori: „Vor der Nachricht mit den Nachnennungen dachte ich, der Deutschland-Preis ist für uns zu schaffen. Jetzt waren mit Adlerflug, Quijano und Little Fighter alle Nachgenannten vor uns. Der Ritt von Jockey Henk Grewe war okay, aber bei dem Boden war nichts zu machen.”
Auch die Düsseldorfer Starter im Rahmenprogramm hatten keinen Erfolg. Trainer Ertürk Kurdu schaffte als beste Platzierung einen mit 500 Euro dotierten vierten Rang mit der Stute Sasphee. „Schade, aber mit diesem Boden kamen meine Pferde einfach nicht zurecht”, meinte Kurdu. Auch Sascha Smrczek, der Trainer von Prince Flori, holte im Rahmenprogramm mit der Stute Flying Encore lediglich noch einen mit 420 Euro dotierten vierten Platz heraus.
Zwei Trainer feierten auf der Grafenberger Rennbahn jeweils einen Doppelerfolg. Adlerflug und Ianapourna gewannen für den Bergheimer Jens Hirschberger. Für Uwe Ostmann, der seine Pferde in Mülheim an der Ruhr vorbereitet, siegten Glad Panther und Omkareshwar. Der zweijährige Glad Panther gewann direkt sein erstes Rennen in seiner Karriere für den Besitzer Peter Michael Endres, dem Präsidenten des Düsseldorfer Rennvereins. „Vielleicht unser neuer Star im Rennstall”, hofft Endres.
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