Ravenel ist der Düsseldorfer Galopper des Jahres 2009
25.02.2010 | 19:00 Uhr 2010-02-25T19:00:00+0100Düsseldorf. Die vierjährige Stute wurde von den NRZ-Lesern mit klarem Vorsprung vor den Konkurrenten Otou und Topkapi Diamond gewählt.
Ravenel ist der "NRZ - Düsseldorfer Galopper des Jahres 2009". 51,99 Prozent der abgegebenen Stimmen der NRZ–Leser konnte die vierjährige Vollblutstute auf sich vereinen und siegte damit klar vor den Konkurrenten Otou (28,49) und Topkapi Diamond (19,72).
Das Gestüt Ohlerweiherhof in St.Wendel liegt an der Grenze von Saarland und Rheinland-Pfalz 20 Kilometer von Frankreich entfernt. 150 Pferdeboxen sowie 200 Hektar Weideland stehen zur Verfügung mit einem angeschlossenen Bauernhof. Seit 1986 werden ausschließlich Vollblüter gezüchtet, wobei die Stute Ravenel bisher die erfolgreichste Vertreterin auf der Rennbahn für das Gestüt ist. Eine Trainingsanlage mit einer 1400 Meter langen Sandbahn dient zur Vorbereitung der späteren Rennkarriere.
"Mit einem solchen Zuspruch für unsere Stute haben wir absolut nicht gerechnet", meinte freudig überrascht Michael Volz, der mit seiner Familie das Gestüt Ohlerweilerhof in St.Wendel unterhält. Neben Ehefrau Susanne arbeiten auch die beiden Töchter Nastasja und Natascha auf dem Hof. Die 25-jährige Nastasja Volz konnte als Amateurrennreiterin 47 Siege erzielen, doch vor fünf Jahren beendete ein Unfall mit einer Fraktur im Wirbelsäulenbereich auf der Neusser Rennbahn ihre Karriere. "Ein Rennunfall wie er immer passieren kann. Das Pferd ist gestolpert und ich habe mich mit ihm beim fallen überschlagen. Zum Glück beeinträchtigen die Nachwirkungen nicht gravierend mein Leben, aber mit Rennreiten ist es vorbei", meint die Vollblutexpertin, die seitdem als Pferdewirtschaftsmeisterin das Gestüt mit ihrem Vater leitet.
Ravenel ist ein richtiger Glücksfall für das Gestüt, denn normalerweise konnte man nicht erwarten, das diese Stute zu den besten Stuten auf der Meilendistanz gehören wird. Ihre Mutter Resafe war nämlich absolut keine Leuchte auf der Rennbahn. Mit Müh und Not konnte sie bei insgesamt 15 Starts ein kleines Rennen gewinnen. "Es waren immer wieder gesundheitliche Probleme die Resafe aus der Bahn warfen. Ihre Familie ist aber so interessant, dass wir es einfach mit ihr in der Zucht gewagt haben. Ravenel ist ihr Erstling und gleich ein Volltreffer. Das ist wie ein Sechser im Lotto", berichtet Nastasja Volz.
Trainer Ralf Rohne, der die Stute auf dem Grafenberg vorbereitet, erkannte früh ihr Talent und setzte voller Vertrauen auf Auslandsstarts in Italien. Die Reisen lohnten sich, denn in der vergangenen Saison galoppierte Ravenel über 104 000 Euro ein. Zudem war sie in Mailand auf Europagruppeebene erfolgreich. Ein Kaufangebot daraufhin aus den USA lehnte Michael Volz ab: "Wir wollen noch weiter Freude an dieser Spitzenmeilerin haben und wir glauben in der neuen Saison wird sie sich noch weiter steigern. Die Rennbahnen in Italien und Frankreich werden wieder hauptsächlich angesteuert."
Düsseldorf ist die absolute Lieblingsrennbahn für die Familie Volz. Bevor Ralf Rohne die Pferde übernahm, hatte der Grafenberger Trainerkollege Ertürk Kurdu die Ohlerweiherpferde unter seiner Obhut. "Die Trainingsbedingungen halten wir in Düsseldorf für optimal und die Trainer machen hier eine sehr gute Arbeit. Deshalb ist das schon seit Jahren unser Standort für den Rennbetrieb", sagt der 51-jährige Gestütsleiter, der mit der zweijährigen Schwester Resaca von Ravenel weiteren hoffungsvollen Galopper-Nachwuchs bei Rohne untergebracht hat. Auch hier ist der Trainer vom späteren Erfolg überzeugt.
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