Rätselraten um Christopher Avevor

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Was wir bereits wissen
Der defensive Mittelfeldspieler wird Fortuna beim Start in Karlsruhe fehlen.

Düsseldorf. Christopher Avevor hatte Mitte Dezember in der Partie bei Eintracht Braunschweig (1:2) trotz einer Knochenprellung im Knie auf die Zähne gebissen und bis zum Schlusspfiff durchgehalten. Unangenehme Zusatzwirkung war eine Einblutung im Knie. Es war sein 14. und bislang letzter Einsatz für Fußball-Zweitligist Fortuna, dabei hatte sich der im Sommer von Hannover 96 gekommene defensive Mittelfeldspieler im wahrsten Sinne des Wortes seinen Stammplatz erkämpft.

Zu Saisonbeginn gehörte er in den ersten vier Spielen nicht zum Kader, wurde dann zweimal eingewechselt und fehlte in den folgenden zwölf Begegnungen keine einzige Minute mehr. Und jetzt? „Ich darf dazu nichts sagen“, erklärt Bernd Restle, der seit drei Jahrzehnten als Physiotherapeut für die Fortuna tätig ist. „Auskunft geben Helmut Schulte oder Kai Niemann.“ Doch das offizielle Statement des Vereins ist mager. „Christopher laboriert noch an der Knochenprellung“, sagt Pressesprecher Kai Niemann. Mehr nicht. Der Verein möchte jegliche Unruhe vermeiden, keine negativen Schlagzeilen. Das ist verständlich, manchmal aber eben nicht mit der notwendigen Transparenz vereinbar.

Heißer Zweikampf entbrannt

Was also hat es mit der Knochenprellung von Avevor auf sich, dass er fast sieben Wochen nach der Verletzung noch immer schonend behandelt werden muss? Knochenprellungen können häufig auch von Verletzungen des Gelenkes, der Bänder und der Kapsel begleitet sein, heißt es in einschlägiger Literatur. In diesem Fall solle eine operative Behandlung diskutiert werden. Das gibt insofern zu denken, da Avevor bereits im August schon einmal an einer Kapselverletzung laborierte. Weiter heißt es, Knochenprellungen seien oft genauso schmerzhaft und langwierig, wenn nicht sogar langwieriger, als Knochenbrüche. Schmerzen müssten, je nach Art und Lokalisation sowie der begonnenen Schmerzbehandlung über Wochen bis Monate in Kauf genommen werden.

Fest steht, dass Christopher Avevor beim ersten Punktspiel des Jahres in einer Woche in Karlsruhe fehlen wird. Um seine Position im defensiven Mittelfeld ist ein heißer Zweikampf entbrannt. Der 32 Jahre alte Oliver Fink drängt nach überstandenem Kreuzbandriss und monatelangem Schuften in der Reha wieder in die Mannschaft, aber auch der 20 Jahre alte Christian Gartner würde den Platz gerne einnehmen.

Erste Aufschlüsse über die Startelf der kommenden Woche könnte das heutige Testspiel gegen den SV Meppen bringen. Der Vierte der Regionalliga Nord lieferte sich in der Vergangenheit schon einige packende Duelle gegen die Düsseldorfer.

Auffällig in der Bilanz ist, dass die Spiele oft torreich endeten: 3,7 Tore fallen im Schnitt pro Spiel, wenn die Fortuna auf den SV Meppen trifft. Besonders ereignisreich war es auch, als die Rot-Weißen bislang das letzte Mal gegen die Emsländer antraten: Am 20. Spieltag der Zweitliga-Saison 1997/98 stand es nach 90 Minuten 4:3 für die Flingerner.