Rätselraten um Bruno Soares

Ist die Zeit von Bruno Soares bei der Fortuna abgelaufen? Diese Frage stellte sich bei der Bekanntgabe des Flingerner Kaders am frühen Montagabend – noch vor dem Anpfiff des 1:1-Remis gegen den 1. FC Kaiserslautern. Denn der Name des 26-Jährigen tauchte im 18 Mann umfassenden Aufgebot von Interimstrainer Taskin Aksoy nicht auf. „Es gab eine verletzungsbedingte Veränderung in meiner Mannschaft im Vergleich zum Pauli-Spiel“, erklärte Aksoy nach der Partie auf Nachfrage und wiederholte selbst das entscheidende Wort: „Eine!“

Gemeint war damit Defensivregisseur Sérgio da Silva Pinto. Wegen Beschwerden am Kieferknochen musste der 34-Jährige gegen die „Roten Teufel“ passen. Am Vortag war der Mittelfeldmann im Training von einem Ball direkt im Gesicht getroffen worden.

Die restlichen Veränderungen im rot-weißen Kader im Vergleich zum vergangenen Auswärtsspiel wurden dementsprechend leistungsbedingt vorgenommen. Aus der ersten Elf bei Pauli flogen gegen Lautern Talent Ihlas Bebou und Angreifer Joel Pohjanpalo aus der Anfangsformation. Stattdessen starteten Kapitän Adam Bodzek und der spätere Ausgleichstorschütze Michael Liendl. Von Soares keine Spur.

Nicht zu sehen

Von wo aus der Brasilianer die Partie am Montag verfolgte, ist unklar. Weder vor, noch nach der Partie wurde der Innenverteidiger gesehen. Dabei ist es üblich, dass sich die nicht berücksichtigten Akteure kurz blicken lassen. So traf man nach dem Abpfiff auch gegen den 1. FCK die verletzten Christian Gartner und Christopher Avevor oder die Talente Robin Heller sowie Robin Urban im Spielertunnel an.

Somit verdichten sich die Anzeichen, dass der 45-minütige Einsatz gegen Pauli nicht nur eine der bescheidensten Leistungen von Soares im Flingerner Dress war, sondern möglicherweise auch gleich der letzte für Fortuna. Hinzu kommt der bekanntlich im Sommer auslaufende Kontrakt von Soares. Eine Verlängerung erscheint aktuell unwahrscheinlicher denn je. Interessenten wie der griechische Erstligist Panathinaikos Athen oder der polnische Traditionsklub Legia Warschau stehen längst bereit.

Zudem scheint der in Belo Horizonte geborene Kicker keine guten Karten mehr bei Aksoy zu haben. Direkt zum Verteidiger äußern wollte sich der Fußballlehrer nach dem 1:1-Remis nicht, denn „ich will nicht über Spieler reden, die nicht im Kader waren.“

Sprechen wollte Aksoy allerdings auch nicht über seine eigene Zukunft nach Ende der laufenden Spielzeit. Denn mit Frank Kramer ist sein Nachfolger bei Fortuna gefunden. „Ich kümmere mich nur um meine Arbeit“, versicherte Aksoy. „Ich mache jetzt noch die restlichen sechs Spiele und wünsche meinem Nachfolger dann viel Glück.“

Eben dieses erarbeitete sich auch seine Mannschaft gegen die Lauterer. Der Ausgleich in der 90. Minute durch einen verwandelten Elfmeter von Liendl war für Aksoy dabei das Resultat von „großen Kampf und großer Leidenschaft.“

Abgesehen vom Tiefschlafmoment seiner Defensive beim frühen 0:1-Rückstand nach sieben Minuten fanden die Flingerner immer besser in die Partie. Und haben laut Aksoy im Vergleich zur Pauli-Begegnung „ein anderes Gesicht gezeigt.“

Ob dagegen Soares noch einmal während eines Pflichtspiels im Fortuna-Dress zu sehen sein wird, kann indes durchaus angezweifelt werden.