Ponomarev ist kurz dem vor Ziel

Als die DEG im November 2013 den russischen Millionär Mikhail Ponomarev als neuen privaten Gesellschafter vorstellte, gab der Chef der Energy Consulting GmbH gleich ein hohes Ziel aus: „Schon bald wird es im Eishockey eine Champions League wie beim Fußball geben. Sie ist eine Motivation, nicht das Erreichen der Play offs. Es wäre ein Ziel, irgendwann dabei zu sein.“ Ein Jahr später war die Liga geboren, zwölf Monate später könnte nun passieren, was damals jeder noch mit einem Lächeln abgetan hätte: Die DEG spielt in der Champions League.

Mit dem Einzug ins Play-off-Halbfinale hat der achtmalige Deutsche Meister die Tür in die weite Welt aufgestoßen. Dafür müssen nur noch die Wolfsburger vor den Rot-Gelben aus dem Meisterkampf ausscheiden. Und die Grizzly Adams müssen ab Freitag beim Meisterschaftstopfavoriten Adler Mannheim ran.

Mindestens 25 000 Euro Prämie winken für die Qualifikation. Zudem attraktive Spiele gegen internationale Top-Teams aus Tschechien, Finnland oder auch Schweden um Titelverteidiger Lulea Hockey. Und zumindest ein DEG-Crack hat familiär schon Berührungspunkte mit der Champions Laegue: Ken André Olimb.

Sein Bruder Mathis wurde zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt, wenngleich sich der Norweger mit Frölunda Göteborg nach 2:0-Führung noch geschlagen geben musste. Nun könnte der DEG-Crack zumindest teils in den Fußstapfen seines älteren Bruders wandeln.

Für einen ähnlichen Erfolgslauf stehen die Chancen hingegen schlecht. Im Vorjahr schieden alle sechs Teams der Deutschen Eishockey-Liga -- Ingolstadt, Köln, Mannheim, Berlin, Hamburg, Krefeld – in der Premierensaison der (neuen) Champions Hockey League bereits nach der Gruppenphase aus – mit teils hohen Niederlagen.

Einige Extrakosten

Zudem warten auch einige Extrakosten – die auch abhängig sind von der Auslosung. Rund 30 000 Euro kommen für Flüge nach Schweden oder Finnland jedoch schnell zusammen. Zudem gab es in der abgelaufenen Saison einige Auflagen. Es gibt gesonderte Trikots, die Bandenwerbung muss abgehängt und mit Sponsoren der Champions League versehen werden. Kurz: Die Arenen mussten neutralisiert werden. Mit im Schnitt nur 5000 Zuschauern wurden Heimspiele schnell zu Zuschussgeschäften. Wenngleich die Sehnsucht nach internationalen Duellen in Düsseldorf groß ist. Und die Teilnahme das Sahnehäubchen als Belohnung einer jetzt schon überragenden Spielzeit 2014/15 wäre.