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Deutsche Eishockey-Liga

Ohne Goepfert gegen die Depressionsphase

27.12.2012 | 17:58 Uhr
Ohne Goepfert gegen die Depressionsphase
Die DEG und Alexander Preibisch sind nicht erst mit dem Krefeld-Match aus der Spur geraten.Foto: KITSCHENBERG, Kai

Düsseldorf.  Das Schlusslicht der Deutschen Eishockey-Liga muss am Freitagabend bei den Straubing Tigers antreten – ohne den erkrankten Stammkeeper Bobby Goepfert.

Es gab schon wesentlich schönere Eishockey-Tage als jenen am Donnerstag. Nicht nur, dass die DEG-Cracks mit der neunten Pflichtspielniederlage in Serie gegen die Krefeld Pinguine am Abend zuvor den eigenen Negativrekord ausgebaut hatten. Nein, gestern Vormittag ging es nach einem leichten Training auch noch auf die üble Strecke von 593 Bus-Kilometern nach Straubing. Im Regen. Was zur sportlich eher tristen Situation beim Schlusslicht ja durchaus passt. Freitagabend (19.30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm) erwartet das Team von Cheftrainer Christian Brittig die nächste, wohl wieder nur schwer zu meisternde Aufgabe. Bei den niederbayerischen Raubkatzen fehlt schließlich Starttorhüter Bobby Goepfert. Den 29-jährigen US-Amerikaner hat der seit zwei Tagen anhaltende Magen-Darm-Virus offenbar härter getroffen als befürchtet.

Lindas Lob vom Cheftrainer

Schon bei der 2:5-Heimpleite gegen die Pinguine im Dome musste Goepfert nach einem Spieldrittel passen. In der Pause hatte sich der Torsteher übergeben und kam nicht mehr richtig aus der Umkleidetoilette heraus. Coach Brittig wird heute deshalb erneut auf Björn Linda setzen, der sich gegen Krefeld zwei Drittel lang achtbar präsentiert hatte, auch die eine oder andere Großchance der Schwarz-Gelben zu verhindern wusste. „Björn hat seine Sache ganz gut gemacht“, lobte der Cheftrainer hinterher. Lindas Ersatz wird Patrick Klein sein. Der Youngster, der am Neujahrstag seinen 19. Geburtstag feiert, ist noch ohne DEL-Saisoneinsatz.

Vermutlich spielt es derzeit aber gar keine so große Rolle, wer das Gestänge der Rot-Gelben bewacht. „Die Mannschaft“, betonte Coach Brittig nach dem weihnachtlichen KEV-Treffen, „kommt jetzt auch mental an ihre Grenze. Wir müssen die Negativserie gemeinsam überwinden, die Angst vor Fehlern ablegen. Sonst läuft man nicht mehr und fordert auch keine Scheibe mehr.“

Damit hatte der Trainer das Gesehene zumindest für die Drittel eins und zwei trefflich zusammengefasst. Zwischen beiden Spielabschnitten versuchte Brittig seine Cracks in der Kabine verbal aufzuwecken, wie er hinterher zugab. „Man muss auch schon mal laut werden. Weil die Mannschaft ja gerade auch von ihrer Emotion lebt“, betonte der gebürtige Landshuter. Der Schlussabschnitt gestaltete sich dann zumindest nicht ganz so gruselig wie die ersten 40 Spielminuten.

Da hilft kein Psychiater

„Bei uns hilft kein Psychiater. Wir müssen die Depressionsphase schlicht mit einem Sieg überwinden“, erklärte Teammanager Walter Köberle gestern vor der Straubing-Fahrt, „wir haben es hier nicht mit einem Konditionsproblem zu tun, sondern mit einer Kopfblockade.“

Aller spielerischen Defizite zum Trotze stieß Kapitän Daniel Kreutzer nach der neuerlichen Heimniederlage gegen Krefeld in die gleiche Kerbe: „Die Unsicherheit muss aus den Köpfen, dann können wir auch wieder aggressives, befreites Eishockey zeigen.“ Der Einsatz des Außenstürmers heute Abend ist nicht gefährdet. Kreutzer hatte sich beim Frustfaustkampf mit Pinguin Andreas Driendl den Mittelfinger der rechten Hand leicht lädiert, ließ sich in der Restspielzeit aber die Schmerzen nicht anmerken. „Ist auch eh nur eine Platzwunde“, versicherte der ehemalige Nationalspieler, der ja bekanntlich hart im Nehmen ist.

Etwas erfreuliches gab es gestern auch zu vermelden: Drei Monate nach seiner erlittenen Gehirnerschütterung ist der kanadische Angreifer Michael Catenacci wieder auf dem Eis. Auch Abwehrrecke Marian Bazany (Innenbandeinriss im Knie) hat sich übungshalber auf dem Spielfeld bereits blicken lassen. Nach einem spielfreien Sonntag sehen die DEG-Cracks im neuen Jahr fünf Heimspiele in Serie entgegen. Den Start bildet das Dome-Doppel-Wochenende gegen die Hannover Scorpions (4. Januar, 19.30 Uhr) und gegen die Augsburger Panther (6. Januar, 16.30 Uhr).

Michael Ryberg

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