Nur 15 Minuten Aufstiegsglück - Fortuna muss weiter zittern
21.05.2012 | 19:28 Uhr 2012-05-21T19:28:00+0200
Düsseldorf. Genau eine Viertelstunde war Fortuna am Montag sicher in der Fußball-Bundesliga. Um 15.10 Uhr hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des 2:2 im zweiten Relegationsspiel vor einer Woche als „unbegründet“ zurückgewiesen. Um 15.25 Uhr hatte der Berliner Rechtsanwalt Christoph Schickhardt bereits vor den aufgebauten TV-Kameras und Journalisten die Berufung formuliert.
Das chaotische Ende des Kicks um den letzten Bundesliga-Startplatz für die neue Saison geht also am juristischen Tisch weiter . Der heißt nun DFB-Bundesgericht. Vorsitzender ist der 70-jährige Darmstädter Goetz Eilers, der 1972 im Zuge des damaligen Bundesliga-Skandals um Schalke 04 als erster hauptamtlicher Jurist für den DFB tätig war. Vermutlich wird am Freitag an der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt wieder verhandelt.
Fortuna fühlt sich "noch nicht voll als Bundesligist"
Weil es um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters ging, hatte das DFB-Sportgericht im Grunde keine Wahl. Hertha dagegen schon. Doch statt den abgewiesenen Einspruch zu akzeptieren, verspielt der Hauptstadt-Klub nun auch den letzten Rest seiner Reputation. Ein Kommentar.
Fortunas Finanzvorstand Paul Jäger, der auch am Montag das Geschehen vor Ort verfolgte und hinterher „fünfzig Telefonate und hundert SMS abarbeiten musste“, strapazierte seine Geduldsfäden: „Langsam fehlt mir jegliches Verständnis für das Vorgehen von Hertha BSC . Wir werden die Berufungsbegründung abwarten, lesen und uns auf eine weitere Verfahrensrunde einstellen.“ Moderater äußerte sich Vorstandschef Peter Frymuth am Montag: „Wir dürfen über die Rechtsstrukturen nicht klagen. Ob man sie in Anspruch nimmt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir fühlen uns trotz des Urteils zu unseren Gunsten noch nicht voll als Bundesligist.“
Cheftrainer Norbert Meier wird mit seinen Kickern weiter üben. Heute ist trainingsfrei, am Mittwoch treffen sich die Fortunen, die eigentlich längst in der wohl verdienten Erholungspause sein wollten , wieder an der Arena. Man spielt vorwiegend Fußballtennis – streng unter Ausschluss der Öffentlichkeit, versteht sich.
Geisterspiel zum Saisonauftakt der Fortuna bleibt fraglich
Mit dem Entscheid des Bundesgerichts wären die Begleitumstände das Relegationsmatches immer noch nicht vom Tisch. Der DFB-Kontrollausschuss wird sich einzelner Verfahren annehmen . Jene gegen den Fortuna-Ordnungsdienst und „Lampenträger“ Andreas Lambertz sowie gegen die Berliner Spieler, die Referee Wolfgang Stark physisch und verbal attackiert hatten.
„Wir rechnen mit einer spürbaren Bestrafung. Die Details sind im Moment Kaffeesatzleserei“, erklärte Vorstandschef Frymuth. Ob zum Bundesliga-Start sogar ein Geisterspiel für die Fortuna ohne Arena-Zuschauer droht, dazu wollte sich Frymuth gestern nicht äußern.
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