"Nikola Kedzo wird nie mehr für die HSG auflaufen"
18.02.2010 | 18:32 Uhr 2010-02-18T18:32:00+0100
Düsseldorf. Manager Frank Flatten zog den verbalen Schlussstrich. "Erhebliche disziplinarische Gründe" sollen der Grund für die Suspendierung des 21-jährigen Kroaten sein.
Wer hoch fliegt fällt oft tief. Diese Erfahrung muss auch Nikola Kedzo machen. Noch im November wurde der vor der Bundesliga-Saison aus Spanien von SD Teucro zur HSG gewechselte Handballer ordentlich gefeiert. Als der 21-jährige Linkshänder gegen die HSG Wetzlar nach dem Kreuzbandriss seines Positionskollegen Andrej Kurchev notgedrungen ins kalte Erstliga-Wasser geworfen wurde, avancierte er beim 30:29-Erfolg prompt zum Matchwinner.
Drei Monate später ist man auf den Kroaten nicht mehr so gut zu sprechen. „Wir werden uns zu Kedzo vorerst nicht weiter äußern”, grummelte Frank Flatten am Donnerstag Nachmittag. Bereits am Vortag hatte der HSG-Manager den Linkshänder aufgrund von „erheblichen disziplinarischen Gründen” aus dem Kader gestrichen. Bei der 26:30-Niederlage gegen Lemgo stand Kedzo schon nicht mehr im Aufgebot.
„Nikola wird nie mehr für die HSG auflaufen”, zog Flatten den verbalen Schlussstrich unter das Kapitel. Ob Kedzos bis 2012 datierter Vertrag durch die Vorkommnisse seine Gültigkeit verlor, ließ der Manager ebenso unbeantwortet, wie die möglichen Auswirkungen auf Kedzos Doppelspielrecht bei Zweitligist TV Leichlingen.
Fakt ist: Statt mit einem Spieler mehr, wird die HSG die Saison mit einem Mann weniger zu Ende bringen. Der geplatzte Last-minute-Transfer von Ognjen Kajganic fällt in die Rubrik „Außer Spesen nichts gewesen”. Die HSG bleibt auf einem vierstelligen Gebühren-Betrag sowie der Erkenntnis sitzen, dass in Italien die Uhren offenbar anders laufen. Kajganics abgebender Klub HC Conversano löste zwar den Vertrag mit dem 34-Jährigen auf. Die zur Erteilung einer Spielgenehmigung allerdings erforderliche Mitteilung über den nicht länger bestehenden Kontrakt verlor sich in der Kausalkette auf dem Weg von Conversano über den italienischen Verband hin zur EHF. Sie hätte spätestens am Rosenmontag um Mitternacht zum Ende der Wechselfrist den deutschen Verband erreichen müssen.
„Wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht und alle erforderlichen Dokumente eingereicht”, erklärte HSG-Manager Frank Flatten gefrustet, „entweder Conversano oder der italienische Verband haben die Mitteilung nicht weitergeleitet. Dafür ist auch der Spielerberater mitverantwortlich, der dieser Aufgabe nicht nachgekommen ist.”
Torhüter Matthias Puhle quittierte indes die Nullnummer gegen Lemgo kopfschüttelnd: „Wir haben gegen einen hohen Favoriten erneut stark gespielt. Doch am Ende bekommen wir wieder einmal die Schulterklopfer und der Gegner die Punkte. Das ist frustrierend!” Der ehemalige Rheinhausener konnte die ersten drei Lemgoer Strafwürfe abwehren und brachte es auf 17 Paraden.
Das reichte jedoch ebenso wenig wie die erneut starke Vorstellung von Bostjan Hribar. Nach elf Toren in Minden war der erst zum Jahresende aus Slowenien von RK Cimos Koper an den Rhein gewechselte Linkshänder mit acht Treffern gegen Lemgo erneut bester Werfer.
Dabei musste er bereits nach zwölf Spielminuten und einem Schlag von Ferenc Ilyes auf den linken Bizeps kurzzeitig behandelt werden. Nach der erneuten Untersuchung am Donnerstag bei Mannschaftsarzt Thomas Pauly stand fest, dass es keinerlei Probleme gibt. Was die HSG derzeit nicht von all ihren Neuzugängen behaupten kann.
14:54
Japp. Nach Lance Nethery hat nun wohl Frank Flatten ihm seine Frau ausgespannt!
09:42
Hast Du irgendein Manager-Problem???
00:02
Die HSG hat zwar durch schwere Verletzungen von Schlüsselspielern Pech gehabt. Trotzdem waren einige Auftritte gegen die Kellerkinder eine riesen Blamage.
Die Entscheidungen, die Herr Flatten getroffen hat, waren zum Teil sehr unglücklich (Trainerwechsel). Nun der Flop mit Kajganic und die Suspendierung von Kedzo. Ich würde mir als Stadt Düsseldorf gut überlegen, ob ich die HSG mit einem Manager Flatten finanziell unterstütze...