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NHL-Verteidiger Sulzer trainiert wieder bei der DEG

16.10.2012 | 17:33 Uhr
NHL-Verteidiger Sulzer trainiert wieder bei der DEG
Fühlt sich, als wäre er nie weg gewesen: Alexander Sulzer beim DEG-Training.Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Der NHL-Verteidiger und ehemalige rot-gelbe Crack Alexander Sulzer lief Dienstagvormittag auf Grund der Spieler-Aussperrung in der National Hockey League erstmals seit 2007 wieder auf der zweiten Brehmstraße-Eisbahn im DEG-Training auf.

Die übrigen Eishockeycracks der DEG hatten die Eisfläche nach einer 60-minütigen Trainingseinheit bereits verlassen. Nur Marc Zanetti verblieb gestern Vormittag zusammen mit Assistenztrainer Colin Long noch etwas länger auf dem Eis. Denn der 21-jährige Verteidiger packte gleich die erste Chance beim Schopf, dass der NHL-Profi und ehemalige rot-gelbe Abwehrrecke Alexander Sulzer gestern während des anhaltenden Streiks in der National Hockey League seine erste Übungsstunde auf der zweiten Eisbahn absolvierte.

„Mit seiner Erfahrung hilft er uns jungen Spielern ungemein. Ich hatte viele Fragen. Und er hat mir viele Tipps gegeben. Speziell für Schüsse von der Blauen Linie in Überzahl. Ich versuche einfach aus dieser Zeit so viel wie möglich mitzunehmen“, schwärmte Italo-Kanadier Zanetti.

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DEG-Center Catenacci ist zurück auf dem Eis

DEG-Center Michael Catenacci, der seit dem zweiten Meisterschaftsspiel am 16. September in München unter einer Gehirnerschütterung litt, hat erstmals wieder ein paar Runden auf der Brehmstraße-Eisbahn gedreht – und blieb ohne Beschwerden. Auch die weiteren Sorgenkinder kehren allmählich zurück.

Denn Sulzer kann mittlerweile auf eine Erfahrung aus 89 Spielen in der besten Liga des Planeten zurückblicken. Mindestens eine Woche lang können die „jungen Wilden“ der neu formierten DEG-Mannschaft nun von dem 1,85 Meter-Mann lernen.

„Es ist schon etwas Besonderes. Ich habe ihn früher noch hier spielen sehen, jetzt ist er erfolgreich in der NHL. Da kann man sich vieles abschauen. Von der Schusstechnik über Laufwege bis hin zu Trainingsmethoden und dem Verhalten in der Kabine“, betont daher auch Youngster Yannik Woidtke.

Dieser war gerade einmal zwölf Jahre jung, als Sulzer zur Saison 2003/04 an den Rhein gewechselt war. Der NHL-Klub Nashville Predators hatte sich in jenem Sommer gerade frisch die Rechte am Linksschützen gesichert, wollte dem Talent jedoch zunächst in Düsseldorf noch Zeit zur Entwicklung geben.

Brutaler Überfall im Oktober 2003

Der Start verlief dabei im Oktober 2003 alles andere als glücklich. Der damals 19-Jähige war in der Innenstadt brutal zusammengeschlagen und beraubt worden. Erlitt durch Gewalteinwirkung mit einem stumpfen Gegenstand Hämatome am rechten Auge, eine vier Zentimeter lange Platzwunde über der rechten Augenbraue und war zwei Stunden bewusstlos. Dennoch fand der gebürtige Kaufbeurer in Düsseldorf sein Glück – sportlich wie privat. Am Rhein lernte der Verteidiger seine heutige Ehefrau Julia kennen, mit der er mittlerweile den fünfeinhalb Monate jungen Sohn namens Maximilian hat.

Dazu reifte Sulzer bei den Rot-Gelben zum Stamm- und Nationalspieler. Steigerte dabei kontinuierlich seine Punkteausbeute.

Am 23. Mai 2007 unterschrieb der Puckjäger dann ein Zweijahresvertragsangebot der Nashville Predators aus der National Hockey League und verließ die Rot-Gelben nach 206 Partien trotz eines bis Sommer 2008 gültigen Vertrages.

1,3 Millionen-Dollar-Kontrakt

Die erste Spielzeit verbrachte der Rotschopf dann zwar zunächst beim Farmteam Milwaukee Admirals in der American Hockey League. Verbuchte jedoch auf Anhieb 32 Scorerpunkte in 61 Spielen. Durch konstante Leistungen wurde sein Kontrakt daher frühzeitig um zwei weitere Jahre verlängert. Das neue Angebot war mittlerweile mit 1,3 Millionen US-Dollar dotiert. Und nur eine Woche nach der Unterschrift erfolgte das langersehnte Debüt in der NHL. Am 15. Januar 2009 im Spiel der Predators gegen die Montréal Canadiens. Zu diesem Zeitpunkt war Sulzer mit 29 Punkten in 39 AHL-Spielen drittbester Verteidiger der Liga.

Ab 2011 folgte dann ein Jahr mit vielen Umzügen. Am 25. Februar gab ihn zunächst Nashville in einem Transfergeschäft an die Florida Panthers ab. Am 7. Juli unterzeichnete Sulzer einen Kontrakt bei Vizemeister Vancouver Canucks. Fast genau ein Jahr später, am 27. Februar, wurde Sulzer dieses Jahr wieder Teil eines Transfers. Kurz vor Ablauf der Tauschfrist wurde der Verteidiger zu den Buffalo Sabres geschickt und bildete dort mit Nationalmannschaftskollege Christian Ehrhoff ein Verteidigerpaar.

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NHL-Stars bereichern DEL und das deutsche Eishockey

Schon Wochen dauert die Auseinandersetzung in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL zwischen der Spielergewerkschaft und den Eigentümern der NHL-Teams. Die ersten Saisonspiele sind wegen des Streits abgesagt und viele Spieler von Übersee sind nach Deutschland in die DEL gewechselt.

Gerade, als der Rotschopf in der besten Liga des Planeten Fuß gefasst zu haben schien, sperrten die Klubeigner nun vor dem geplanten Saisonstart am 11. Oktober ihre Spieler aus. Am Montag sollte eigentlich der erste Gehaltscheck aus Buffalo eintrudeln. Stattdessen prüft der Verteidiger nun seine DEL-Optionen. Derzeit wohnt der 28-Jährige mit Ehefrau und Kind bei den Schwiegereltern. „Natürlich wäre es schön, wieder für die DEG aufzulaufen. Es hat sich im Training angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen“, so Sulzer.

Aktuell startet Montag jedoch die Maschine vom Lohausener Flughafen zurück in die Staaten, sollte sich nicht doch noch ein Gönner melden, der die Versicherungssumme des Cracks plus ein paar Kosten „für einen Schlafplatz und für einen vollen Kühlschrank für meine Familie übernimmt“, so Sulzer.

Der Karriereverlauf von Alexander Sulzer:

Geburtsdatum: 30. Mai 1984.

Stationen: Kaufbeuren (2000 bis 2003,Oberliga und 2. Liga), Hamburg (2002/03, DEL), DEG (2003 bis 2007, DEL), Milwaukee (2007 bis 2010, AHL), Nashville (2008 bis 2011, NHL), Florida (2010/11, NHL), Vancouver (2011/12, NHL), Buffalo.

DEG-Bilanz: 206 Spiele, 21 Tore und 40 Vorlagen.

Mareike Scheer

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Kommentare
17.10.2012
02:07
NHL-Verteidiger Sulzer trainiert wieder bei der DEG
von wolla | #1

Eigentlich ist es für eine (ehemalige) Eishockey Hochburg wie Düsseldorf peinlich, daß diese Versicherungssumme + x nicht aufgebracht wird.
Kann denn keine der hier ansässigen Versicherungen diese Versicherung als Sponsor übernehmen?
Als es der DEG gut ging, haben sich diese Unternehmen an der Brehmstrasse Schickimicki mässig zur Schau gestellt. Und jetzt?

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