Neue Tiefschläge
05.02.2012 | 20:25 Uhr 2012-02-05T20:25:00+0100
Düsseldorf. Acht Mädels zählte gestern Abend die Cheerleader-Crew in himmelblau. Das tanzende Ensemble hüpfte in der mit 1039 Basketball-Freunden eher übersichtlich besetzten Halle an der Karl-Hohmann-Straße allein auf weiter Flur – wenn man gewisse sportliche Maßstäbe anlegt. Die Reusenjagd der als BBL-Aspirant gehandelten Gastgeber enttäuschte die Fans. Gegen die Spielgemeinschaft aus TSG Ehingen und der Schelklinger Basketball-Akademie Urspringschule setzte es eine bittere 70:80 (16:18, 37:43, 54:58)-Heimschlappe.
Giants-Cheftrainer Murat Didin saß nach dem neuerlichen Tiefschlag sichtlich geplättet am Pressekonferenztisch. Auch, weil das Verletzungspech nicht abreißen mag: „Ehingen hat gut gespielt und verdient gewonnen. Aber es war schon Pech, gleich zwei Spielmacher zu verlieren. Doch wir weinen auch in einer schweren Saisonphase nicht, sondern müssen positiv bleiben.“
Guard Philipp Friedel, der 37 von 40 Spielminuten auf dem Feld stand, hatte sich kurz vor Ende den Zeigefinger der linken Hand ausgekugelt. Weil die Kapsel in Mitleidenschaft gezogen scheint, droht dem Blondschopf eine vierwöchige Pause.
Sein Heimdebüt an der Karl-Hohmann-Straße hatte sich Ceyhan Pfeil dazu anders vorgestellt. Der 20-jährige Aufbauspieler von Liga-Konkurrent Cuxhaven hatte nur 3:27 Minuten Spaß. Dann blieb der Guard nach einem Schlag ins Gesicht auf dem Parkett liegen. Nach einigen Minuten Behandlung musste Pfeil in die Kabine geführt werden. Erste Diagnose: Nasenbeinbruch. „Ceyhan ist ein Spieler mit Energie, mit Tempo am Ball. Sein Ausfall hat uns getroffen“, befand Coach Didin.
Bennet ohne Fortune
So feierte zügig mit Corderro Bennet ein ganz frischer Neuzugang seine Premiere. Der US-Guard zeigte sich engagiert, aber ohne Fortune: Mehr als zwei Freiwurftreffer waren nicht drin! Der von Akita NH aus Japan transferierte 2,08-Meter-Center Ayodokun Akingbade wirkte behäbig. Der gebürtige Nigerianer, der im Dress des abgewanderten Kesselring spielte, braucht offenbar Anlaufzeit. Ob Coach Didin ihm die gewähren kann? „Dokun ist erst einige Tage bei uns und noch im Jet-Lag. Seine Zeit wird noch kommen“, so Didin.
Das Geschehen lag auf den Schultern von Maskenmann Maric Petric und vom Esten Rait Keerles. Auch Philipp Friedel und, mit Abstrichen, Patrick Flomo in der Defensive setzten einige Ausrufezeichen.
Der auf der Ersatzbank hockende Spielmacher Aubrey Reese hätte am liebsten die Krücken in die Ecke gestellt und auf seine Knieverletzung gepfiffen.
Nur in wenigen Phasen waren die Orange-Hemden obenauf. Statistisch im zweiten Viertel rund drei Minuten – als Petric zwei seiner fünf Dreier zum 30:25 anbrachte. In der 28. Minute hieß es dann noch einmal 54:53 für die Giganten. Danach rutschte das Treiben auf die rote Seite. Ehingen spielte über 40 Minuten konstant konzentriert, leistete sich wenig grobe Fehler. „Das war von uns eine Riesenleistung“, lobte Gäste-Trainer Ralph Junge strahlend.
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