Neue Arena-Liga mit den Düsseldorf Dusty Tigers?
08.10.2009 | 16:03 Uhr 2009-10-08T16:03:00+0200
Düsseldorf. Die Insolvenz der Arena Football League (AFL) in den USA ließ die Träume von einer Arena-Liga in Deutschland sterben. Doch nun will der Hamburger Unternehmer Rolf Neuendorf die Grundidee wiederbeleben. Düsseldorf könnte einer von mehreren Standorten sein.
Das vermeintliche Büro am Stadttor 1 nahe dem Hafen ist nur eine Briefkastenadresse. Doch schon bald könnten sich hier findige Manager und Geschäftsführer um die Düsseldorf Dusty Tigers kümmern. Wer das zum Teufel ist? Nun, unter diesem disney-haften Arbeitstitel existiert derzeit eine mit 100 000 Euro ausgestattete Kommandit-Gesellschaft, die den Grundstein für Arena-Football in Deutschland legen will, dem harten Spiel mit dem Ei unter dem Hallendach.
Kommt das Thema bekannt vor? Richtig, vor 14 Monaten machten sich die Verantwortlichen der Arena Football League (AFL) aus den Staaten auf nach Deutschland, um die Ausweitung der Liga nach Europa zu verkünden. Doch alle Ideen erstickten im Zuge der Weltwirtschaftskrise mit der Insolvenz der AFL drei Monate später.
Fünf Standorte scheinen gesetzt
Der Hamburger Unternehmer Rolf Neuendorf will die Grundidee wiederbeleben. Mitte August 2010 soll es losgehen. Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Hannover und Hamburg scheinen als Standorte gesetzt. Die Nummer sechs, Berlin, scheint noch zu wackeln. Leipzig könnte ein Ersatzkandidat sein.
„Wir wollen eine Saison mit einem Jahresbudget von rund 1,3 Millionen Euro und Hallen von 5000 bis 7000 Plätzen stemmen”, sagt Neuendorf. Der arbeitet mit einem Team von zehn Mitarbeitern derzeit an der Finanzierung, knüpft Kontakte zu Spielervermittlern in den USA und in Schweden, traf sich auch am vergangenen Samstag in Frankfurt am Rande des German-Bowl-Finals der GFL-Bundesliga mit Steve Smith.
Der ist immer noch der erste Ansprechpartner, wenn es um Arena Football außerhalb der Staaten geht. Die alte AFL ist einer neuen Liga, der Arena Football One (AF1) gewichen. Präsident der neuen Liga mit Sitz in Tulsa/Oklahoma ist Jerry Kurz, der mit Smith zusammen im August 2008 wegen der angedachten AFL-Ausweitung auf Deutschland auch im Düsseldorfer Dome vorbeigeschaut hatte. Und damals Testspiel der AFL-Teams in Aussicht gestellt hatte.
„Die Liga wird mit einer Mischung aus rund zwanzig Teams der alten ersten Liga und der zweiten Liga darunter starten. Es ist noch etwas früh, darüber zu spekulieren, ob wir in Deutschland mit Verspätung präsent werden oder nicht.” Smith schwebt weiterhin die Idee vor, eine Deutschland-Liga in die AFL einzubinden. „Das würde der neuen Liga in Deutschland eine gehörige Attraktivität verleihen.”
Arena-Team kostet rund 2,5 Millionen Euro
Ob der Unternehmer mit Rolf Neuendorf zusammenkommt? Die AFL spielt schließlich von März bis August, also nicht im von Neuendorf favorisierten Zeitraum. „Ein Arena-Team kostet bei acht bis zehn Heimspielen um die 2,5 Millionen Euro, wenn man die Spieler so bezahlt wie in der ehemaligen NFL-Europaliga und keine utopischen Riesensummen anbietet und ausgibt wie in der Vergangenheit”, so Steve Smith
Apropos: Ein Streitthema ist derzeit, ob man die alten NFLE-Namensrechte von der NFL bekommt. Rhein Fire klingt schließlich für potenzielle Besucher des Hallenfootballs immer noch griffiger als Düsseldorf Dusty Tigers, Frankfurt Galaxy besser als Frankfurt Batty Falcons. Gleiches würde auch für die ehemaligen anderen NFLE-Standorte in Köln, Hamburg und Berlin gelten.
Ob ein Spielbetrieb wirklich realistisch ist, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. Die ehemaligen Manager der Europaliga-Teams, Sammy Schmale von Rhein Fire, Kathtin Platz von den Hamburg Sea Devils oder Tilman Engel von Frankfurt Galaxy, sagte der Name der neuen Liga – XFL-A – jedenfalls in den vergangenen Tagen noch nichts.
Lokale Spielergrößen
XFL-A-Erfinder Rolf Neuendorf wird sicherlich noch den einen oder anderen vielversprechenden Kontakt herstellen. „Wichtig ist uns, dass die Liga finanziell nicht von Nordamerika abhängig ist und auf lokale Spielergrößen als Identifikationsfiguren setzt.”
19:41
@ Prime
Nochmals meinen herzlichen Dank für Ihr ehrlichers Interesse. Ich gebe Ihnen recht: Ohne die oben genannten Informationen können Sie sich kein Bild machen - bleiben Sie einfach am Ball und Sie werden die nötigen Informationen bekommen - wie die, die es im jetzigen Stadium unmittelbar betrifft und die diese Informationen schon erhalten haben.
Es ist schon erholsam, jemanden zu den Interessierten zählen zu können, der zunächst abwartet anstatt zu verurteilen.
achim.griesel@xfl-a.de
03:07
@ Achim Griesel
Ach kommen Sie... Die Frage, ob sofort in der Color Line Arena oder zunächst in der Alsterdorfer Sporthalle gespielt werden soll, ist nun nicht so spektakulär, dass man sie nicht auch anonym stellen könnte, oder?
Das Stadion ist nun mal das zentrale Konstrukt bei so einem Projekt. Alles hängt davon ab. Das gesamte Marketing und damit auch der gesamte Umsatz. Also warum wird darum ein Geheimnis gemacht?
Mal angenommen Sie hätten wirklich noch keine Entscheidung über den Austragungsort der Spiele getroffen. Dann würde mir das nur zu deutlich zeigen, dass die Strategen und Macher der Liga unprofessionell, blauäugig und unüberlegt vorgehen und das ganze „Projekt“ zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht über ein Schnapsideen-Stadium hinausgekommen ist.
Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich begrüße Ihr Engagement und finde es ganz im ernst toll, dass es Leute gibt, die Mut haben, die etwas anpacken und groß denken (think big sagen die Amerikaner). Aber überlegen Sie sich bitte einmal auf welche Art Sie Geld mit Football verdienen wollen. Wie der FC Bayern München Geld verdient, weiß man ja (Fernsehgelder, Preisgelder, Werbung / Sponsoren, Tickets, Fanartikel). Das steht alles jeden Tag in der Zeitung. Sonst wüssten Sie das mit den 100 Millionen von Audi ja auch nicht.
Die Frage ist nur: Kann das eine komplett neu gegründete Football-Liga auch? Ist das realistisch? Wenn ja, warum ist das realistisch? Welche strategischen Ressourcen hat die XFL-A?
Das ist alles das, was ich mit Geschäftsmodell meine. Und solange ich hierüber nicht mehr erfahre, wird es mir schwer fallen an einen Erfolg des Projektes zu glauben (auch wenn ich mir jenen sehr wünschen würde).
Es reicht nun mal nicht aus, wenn Herr Neuendorf auf seiner Website schreibt, dass wir im Jahr 2010 an sechs deutschen Standorten Arenafootballspiele vor 5.000 bis 7.000 Zuschauern austragen werden. Da kann wirklich jeder ankommen und das behaupten. Man muss mir mindestens die Eckpfeiler eines mehr oder weniger ausgeklügelten Konzeptes erklären. Ansonsten wird selbst der größte Optimist Prime unglücklich.
00:32
:-) Sehr geehrter Herr Griesel, ich kann mir sehr gut vorstellen, das Sie gerne auf meinen mehrjährigen Erfahrungsschatz zurückgreifen würden, dieser allerdings wird eher in reale Vereine, mit realen Mitgliedern und Jugendlichen investiert und nicht in irgendwelche Scheinkonstrukte, die von Leuten gepushed werden soll, die scheinbar von Football nicht so viel Ahnung haben, wie die Kuh vom Eier legen!
Ich schaue mir den Wachstum des Luftschlosses lieber aus der Ferne an und nutze meine knappe vorhandene Freizeit lieber den Projekten, die auch greifbar und existent sind.
Aber machen Sie ruhig weiter, bin mal gespannt, wie viel Luft noch aufgenommen werden kann!
Viel Erfolg und danke für die gute Unterhaltung!
23:36
@ Prime ausm Footballforum
Vielen Dank für Ihr - hoffentlich - ehrliches Interesse an unserem Luftschloss. Schade, dass Sie nur anonym Fragen stellen wollen, im persönlichen Gespräch wäre es sicherlich ergiebiger.
@alle Luftschloss-, Dampf, Comedyshowsseher:
Erlauben Sie bitte ein paar Anmerkungen:
Hat mal jemand bei Bayern München und Audi nachgefragt, ob die ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell haben, mit dem sie die 100 Mio, die Audi investieren will, wieder reinholen? Oder in welcher Art von Gesprächen über die wie auch immer geartete Verwendung des Logos des FCB durch Audi beraten wurde? Oder welche Ausbildung und praktische Erfahrung die beteiligten Mitarbeiter - außer die in den Medien - haben? Und falls ja: Haben Sie eine Antwort bekommen??
@T. Thermes: Wenn Sie von Ihrem hohen Ross...äh Flugzeug wieder runtergekommen sind würde ich mich freuen, Ihr scheinbar vorhandenes unschätzbares Fachwissen aus dem Bereich Football-Marketing, Sponsorship, Fundraising und Vereinsfinanzierung für betreute Vereine nutzbar zu machen - gerne stelle ich Ihnen dazu Kontakte zu Vereinen zur Vefügung, die sicher Ihre Hilfe annähmen, um Ihre Kassen aufzubessern...
P.S.: Ich rechne nicht wirklich mit einem ernstgemeinten Angebot von all den klugen, kompetenten, im Marketing, Football, Finanzwesen, und/oder PR/IR beheimateten Schreibern dieses Forums - wäre mal wirklich eine Überraschung
13:52
PS:
Ach ja sorry, ich muß jetzt auch dringend zum Gate und eine wichtige Konferenz leiten, die die Weltwirtschaftskrise beenden soll!!! :-)
Klasse, selten so gelacht!
13:50
:-) Wow, ist schon super toll, welchen Unterhaltungswert dieses Projekt hat. Ich hoffe es endet nicht so schnell und sorgt noch länger für Unterhaltung. Ich habe mir gerade mal die Internetseite der Liga und die berufenenen Regionalmanager angeschaut! Lauter hochkompetente Leute, mit extrem hohem Erfahrungsschatz. Ich freue mich weiterhin zu verfolgen, was jede kaum eine Comedy-Sendung im Fernsehen bieten kann. :-)
Prima Leute, macht weiter so!
22:15
Ich finde das ganze schon recht interessant, deswegen beobachte ich die Anstrengungen der XFL-A schon geraume Zeit im Internet und den einschlägigen Foren.
Mir stellen sich dutzende von Fragen zu der geplanten Liga, würde dieser aber auch nur anonym stellen.
Ich frage mich zunächst, ob Sie denn überhaupt schon ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell haben. Zur Zeit macht das eher den Eindruck, als wenn Sie selbst noch nicht genau wissen in welche Richtung es mit der Liga gehen soll.
Meine Frage wäre zunächst: Wo wird das geplante Hamburger Team (Hamburg soll nach diesem Artikel als Standort ja gesetzt sein) denn seinen Spielort haben? Colorline-Arena oder Alsterdorfer Sporthalle? Die gleiche Frage stellt sich mir auch in bezug auf Düsseldorf. Kann da jemand schon was zu sagen oder gibt es diesbezüglich überhaupt schon Vorüberlegungen?
19:32
Bezugnehmend auf #50 Klaus Petersen:
Die [...] Logos [...] waren in Absprache aus den USA als Vorlage genommen und so verfremdet worden, dass keine Copyright-Verletzungen vorlagen.
Das heißt für mich, dass Sie bei den Rechteinhabern, also beispielsweise der LMU, angefragt haben und eine Bestätigung bekommen haben. Weiterhin wurden die Logos nicht verfremdet, sondern sogenannte Alternativlogos benutzt, die ebenso markenrechtlich geschützt sind.
18:48
Thema verfehlt?
Schönes Wochenende und weiterhin spannendes Erwarten der Fanpost aus Übersee zum Thema widerrechtliche (und kostenpflichtige) Nutzung rechtlich geschützter Marken.
18:26
Hallo Thomas W.,
lesen Sie ruhig nochmals in Ruhe und antworten dann gegebenenfalls ein weiteres Mal - Thema verfehlt hätte man früher gesagt.
Ansonsten verabschiede ich mich jetzt auch ins Wochenende. Zumal es hier schon gar nicht mehr um den Artikel oder Argumente geht.
Viele Grüsse,
Klaus Petersen