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2. Basketball-Bundesliga

„Mr. Buzzerbeater“ hat ein erstklassiges Ziel

12.10.2012 | 08:00 Uhr
„Mr. Buzzerbeater“ hat ein erstklassiges Ziel
Gary Johnson reckt sich hier gegen Leipzig für die Baskets.Foto: Lars Heidrich

  Der ehemalige Chemnitzer Kapitän Gary Johnson hofft in Düsseldorf auf den großen Wurf und sieht das Team ausgeglichener sowie stärker besetzt als im Vorjahr.

Düsseldorf. Die Sonne Floridas scheint Gary Lee Johnson immer noch im Herzen zu tragen. Der neue Baskets-Guard lächelt in einer Tour, wenn er über seinen Schokoladensport spricht. Dabei hätte für den 29-jährigen US-Amerikaner vieles anders, ja, auch besser laufen können. Nach seinem vierjährigen Studium an der University of Central Florida in der US-Vergnügungsparkmetropole Orlando blieb die Chance auf den großen Wurf aber aus.

So heißt es am Wochenende nicht, in der NBA die großen Arenen von Los Angeles bis Boston zu bereisen. Nein, für Johnson liegt der Fokus Sonntag ab 18 Uhr auf einem Gegner der 2. Basketball-Bundesliga: Ehingen/Urspringschule, im tiefen Süden Deutschlands beheimatet.

Der 25 000-Einwohner-Ort an der Donau, 67 Kilometer südöstlich von Stuttgart, macht Johnson allerdings nicht wehmütig. „Ich bedauere nichts. Warum auch? Es gibt nach der College-Zeit so viele gute Basketballer, die es in die NBA schaffen wollen. Bei mir hat’s, wie bei vielen anderen, nicht geklappt. Dafür habe ich in Deutschland mein Glück gefunden“, bekräftigt Johnson.

Es sind gleich zwei Frauen: seine Verlobte Madeleine und Töchterchen Maylee, die in Witten wohnen. Nach den Trainingseinheiten in Niederheid fährt der Basketballer täglich die 45 Autominuten. Beide drücken die Daumen, dass zumindest in Deutschland der große Wurf gelingt: Erstklassig spielen!

Als Johnson in die Bundesrepublik kam, musste er beim Viertligisten in Bochum starten, sah allerdings, weil ein Freund damals in Düsseldorf wohnte, sein erstes Match am Rhein – mit den Zweitliga-Magics. „Auf dieses Level wollte ich mindestens kommen.“

Was glückte. Über Dortmund und Pro-B-Team Herten ging es 2009 zum BV Chemnitz 99. Der „nur“ 1,88 Meter große Guard entwickelte sich beim Pro-A-Team zum Leistungsträger, war zuletzt Kapitän der Sachsen. Johnsons Plus: Er besitzt ein Händchen für die besonders heiklen Würfe. Am liebsten mit Ablauf der Angriffs- oder gar Spielzeit. Nicht umsonst hieß er bei den Chemnitzer Fans nur „Mr. Buzzerbeater“. Der Kerl, der dem Uhrenpieper gern ein Schnippchen schlägt.

Dass Johnson nach drei Saisons nicht nur an die Versorgung seiner kleinen Familien dachte, sondern auch an sportlichen Erfolg, führte zur Trennung. Erstens konnten die Chemnitzer nicht (mehr) die Gehaltsvorstellungen erfüllen. Und zweitens? „Wenn man dort spielt, weiß man, dass es über die ProA nicht hinausgehen wird. In Düsseldorf kann ich um den Bundesliga-Aufstieg spielen. Deshalb brauchte ich eine neue Herausforderung“, versichert Johnson.

Auch wenn sich Cheftrainer Murat Didin quälend viel Zeit mit der Personalbesetzung ließ: Johnson hält die neuen Baskets für offensivstärker und ausgeglichener als die „alten Giants“. „Derzeit ist das Training fast wichtiger als das Spiel. Damit die Mannschaft sich findet. Wir haben viele clevere Jungs im Team, denen man nicht alles sechsmal erklären muss“, sagt Johnson. Letzteres könnte ein kleiner Vorteil sein, um Sonntagabend einen Auswärtssieg bei den bisher ungeschlagenen Ehingern zu landen.

Michael Ryberg



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