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„Mobile Fristen“ als Lizenz-Schlupfloch

19.04.2012 | 23:00 Uhr
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„Mobile Fristen“ als Lizenz-Schlupfloch

Düsseldorf. Für Basketball-Zweitligist Giants beginnt heute der letzte Teil der Wegstrecke in Richtung direkte Rückkehr ins Oberhaus. Mit einer in der Tiefe stark besetzten Mannschaft, die viel Erfahrung besitzt und mit mentaler Stärke will das Team von Trainer Murat Didin heute Abend (20 Uhr, Jahnstraße) direkt den ersten Sieg bei den „Rittern“ einwerfen. Setzen sich die Giganten im Play-off-Halbfinale im Modus Best-of-5 mit drei Siegen gegen die Kirchheim Knights durch und erreichen damit die Endrunde um die Pro-A-Meisterschaft, ist der Ziel-Gipfel erklommen – beide Finalisten sind als Aufsteiger für die BBL qualifiziert. Zumindest auf sportlicher Ebene.

Doch wie stehen die Chancen, dass die Reisholzer doch noch in zweiter Instanz die Lizenz zur Spielberechtigung erhalten, nachdem die Unterlagen am 15. März 45 Minuten zu spät im Kölner Liga-Büro eingereicht worden waren? Der Widerspruch gegen die erste Entscheidung des Lizenzausschusses ist mit einiger Verzögerung gestern Vormittag gerade noch rechtzeitig bei der BBL eingegangen. Eigentlich sollte dies schon am Mittwoch geschehen. In den nächsten 14 Tagen fällt im Kölner Liga-Büro die Entscheidung.

Zwei Fällespielen in die Karten

Forscht man in der jüngsten Vergangenheit, so findet man zwei Fälle, die den Giants in die Karten spielen könnten. Zum einen wäre da der gerichtliche Erfolg des Fußball-NRW-Ligisten SV Schermbeck zu nennen. Im September 2009 zog der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband seine Berufung gegen die vom SVS erwirkte einstweilige Verfügung zurück. Damit gelang ein Sieg am „Grünen Tisch“, nachdem der SVS-Vorsitzende Johannes Brilo dem Klub durch seine um eine Viertelstunde verspätete Abgabe der Lizenzunterlagen den Gang durch die Instanzen eingebrockt hatte.

Offiziell begründet wurde der Verzicht des Verbandes, den Klageweg weiter zu beschreiten, mit der „bereits begonnenen Spielrunde” und einer „Rechtsunsicherheit für alle Parteien” bei einer Fortführung des Verfahrens. Allerdings hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf den Verband in einem so genannten Hinweisbeschluss bereits ins Abseits gestellt.

Eine Möglichkeit, sich in die Liga zu bringen, wäre somit der Weg vorbehaltlich den Spielbetrieb aufzunehmen, sollte man sportlich die Qualifikation erlangen.

Der erstgenannte Fall stammt aus einer fremden Sportart. Doch auch ein basketball-interner Fall dürfte bei den Anhängern der Giganten Hoffnung schüren. Im März 2008 musste Bundesligist Köln ein Insolvenzverfahren einleiten. In letzter Sekunde fanden sich zwei neue Gönner. Die Lizenz wurde auf die neu gegründete Köln 99ers Basketball GmbH & Co KG übertragen. Und verspätet für die Saison 2008/09 beantragt.

BBL-Geschäftsführer Jan Pommer ließ die Domstädter damals für den Spielbetrieb zu. Und verwies auf „mobile Fristen“ bei der Abgabe. Die „Niners“ durften antreten, um nur ein Jahr später erneut einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Köln zu stellen und den Spielbetrieb aufzugeben.

Da die Giants, so versichert zumindest Geschäftsführer-Manager-Trainer-Gesellschafter Murat Didin, auf gesunden Beinen stehen, könnten diese „mobilen Fristen“ erst recht auch den Reisholzern gewährleistet werden. Zumal die Liga sich mit ihren Teams vermehrt in großen Städten ansiedeln will.

Mareike Scheer

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