Mit Härte an die Tabellenspitze
12.09.2010 | 20:08 Uhr 2010-09-12T20:08:00+0200
Die HSG kämpfte sich im Spitzenspiel der Süd-Gruppe in Bietigheim nach mehrfachen Rückständen wieder in die Partie und übernahm durch den 32:30-Sieg die Tabellenführung.
Der 400-Kilometer-Trip am Samstagabend ins Schwabenland gipfelte für die Handballer der HSG auf dem Höhepunkt: Mit 32:30 stieß der Erstliga-Absteiger im Spitzenspiel des Unterhauses Gegner SG Bietigheim von der Tabellenspitze.
Und zeigte dabei seine „bislang beste Saisonleistung“, wie HSG-Trainer Ronny Rogawska fand. Am Bietigheimer Viadukt zeichneten sich neben Teamkapitän Michael Hegemann vor allem die Youngster wie Jan Artmann oder auch der erst in der 50. Spielminute eingewechselte David Hansen durch starke Leistungen aus. Als probates Gegenmittel der Startschläfrigkeit seiner Handballer, die jeweils zu Beginn der ersten beiden Saisonpartien Mühe hatten, ins Spiel zu finden, setzte Trainer Rogawska in Bietigheim auf eine ordentliche Portion „gesunde Härte“. „Ich habe den Spielern vorab gesagt, dass sie sich über eine harte Gangart in der Abwehr Sicherheit holen sollen.“
Die Rechnung ging nur bedingt auf, da sich Jan-Henrik Behrends zu genau an die taktische Vorgabe hielt. Nach doppelter Verwarnung binnen 25 Sekunden musste der Linkshänder bereits nach vier Spielminuten die erste Zeitstrafe absitzen, während Bietigheim die Phase nutzte, um sich auf 4:1 abzusetzen. Der dritte Fehlstart im dritten Punktspiel wäre perfekt gewesen, hätte die HSG nicht ihrerseits eine Überzahlsituation nach einer Hinausstellung gegen Freudl genutzt, um durch Novickis und Hegemann zu verkürzen.
Bei personeller Gleichzahl auf dem Parkett hatten die Blau-Gelben jedoch Probleme im Abschluss und mussten somit über 4:8 und 7:11 stets einem Vier-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Auch Matthias Puhle, der aufgrund seiner starken Leistung in den letzten zwanzig Minuten zuletzt gegen Groß-Umstadt zunächst den Vorzug gegenüber Almantas Savonis erhielt, konnte im Alleingang die Wende nicht herbeiführen.
Nach einer Viertelstunde beorderte Coach Rogawska den Litauer Savonis zwischen die Torpfosten, stellte zudem auf eine versetzte 5:1-Abwehr um. Mit Sonderbewachung gegen Bietigheims Aktivposten Robin Haller. Was sich prompt auszahlte. „Alma“ parierte stark gegen Nico Kibat und Sebastian Knierim vom Siebenmeterstrich, während die Abwehr den bis zu diesem Zeitpunkt bereits fünfmal treffsicheren Haller erfolgreich an die kurze Leine legte.
Fünf Zeigerumdrehungen nach dem Seitenwechsel führte die junge Flügelzange die Wende herbei: Florian von Gruchalla konterte zum Ausgleich, bevor der an diesem Abend stark und mutig aufspielende Jan Artmann die erste HSG-Führung zum 19:18 von Linksaußen erzielte. Die Partie blieb trotz zwischenzeitlicher 24:21-Führung vor der Schlussviertelstunde durch den erneut treffsicheren Artmann ausgeglichen, weil die HSG reihenweise Strafzeiten kassierte und in Unterzahl noch einmal mit 27:28 in Rückstand geriet.
Sieggarant Michael Hegemann rückte allerdings mit drei seiner zehn Tore die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. Als Belohnung gab es die Tabellenführung. Und von Coach Ronny Rogawska einen trainingsfreien Montagabend.
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