Letzte Aufstiegschance genutzt

Vor der Begegnung mit dem SC West war die Heimweste des SC Velbert blütenweiß. Denn auf eigenem Terrain hatte der Liga-Primus bisher alle Spiele gewonnen. Umso mehr wollte SCW-Trainer Marcus John dem Gastgeber einen Dämpfer verpassen und machte den Seinigen noch vor der Partie deutlich, dass es die „letzte Chance“ sei, um im Aufstiegsrennen mitzumischen. Die Ansage haben Johns Schützlinge verstanden, und nach dem 3:1-Erfolg beträgt der Rückstand zum Spitzenreiter nur noch einen Zähler.

Blau-weißer Spielball

Der Spielball in Velbert trug die Farben blau und weiß, passend zum Trikot der Gäste. So schien es auch den Düsseldorfern vorherbestimmt, für den ersten Hochkaräter zu sorgen: Nach einer hohen Flanke legte Tim Kosmala den Ball überlegt auf Ekrem Engin zurück. Dieser fackelte nicht lange und zimmerte das Spielgerät unmittelbar gegen die Unterkante der Latte.

Und während nahezu alle beteiligten Akteure dem Ball verwundert hinterherschauten, köpfte Engin den Abpraller erneut in Richtung Tor. Den Jubelschrei hatten einige Westler da bereits auf den Lippen, ehe Rene Burczyk das Spielgerät in Torhütermanier mit der Hand von der Linie lenkte (28.). Rot und Elfmeter lautete die schlüssige Folge dieser Aktion.

Da der etatmäßige Elfmeterschütze Simon Deuß fehlte, legte sich Tim Kosmala den Ball zurecht. Mit dem Selbstbewusstsein aus dem Cronenberg-Spiel im Rücken (3:1) markierte der Innenverteidiger letztlich sicher sein sechstes Saisontor.

Eigentlich sollte der Vorsprung sowie das Wissen in Überzahl zu spielen beim SCW für Auftrieb sorgen, doch stattdessen zog sich die John-Truppe in die eigene Hälfte zurück. Velbert nutzte diese Passivität und kam durch einen Kopfballtreffer von Robin Hilger zum Ausgleich.

Kurz vor der Pause wechselte das Momentum aber wieder die Seiten, als Velberts Andre Adomat den quirligen Ryutaro Omote im Sechszehner von den Beinen holte. Erneut gab es Strafstoß für die Gäste, diesmal aber mit anderem Ausgang: Zum einen ließ der Referee seine Karten in der Trikottasche stecken, und zum anderen traf Kosmala diesmal nur den rechten Pfosten (45.).

Sollte der Führungstreffer den Oberkasselern kurz vor dem Pausenpfiff noch verwehrt bleiben, sorgte Philipp Younes zwei Minuten nach Wiederbeginn für die Vorentscheidung.

Der Schlusspunkt gehörte seinem Teamkameraden Engin, der gleich drei Velberter Verteidiger zum Tänzchen aufforderte und den Ball anschließend überlegt ins rechte Eck platzierte (75).

„Damit haben wir die Liga wieder spannend gemacht“, freute sich John nach dem Abpfiff über den verdienten Sieg.