Legenden spielen im Rochusclub

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Was wir bereits wissen
Horst Klosterkemper, der Erfinder des World Team Cups, hat ein neues Projekt ins Leben gerufen. Im Juni treten ehemalige Tennisstars wie Ivan Lendl, Michael Stich und Henri Leconte beim DRK-Charity Cup für den guten Zweck an.

Düsseldorf.. Horst Klosterkemper hat den direkten Draht gewählt. Vor ein paar Wochen rief er Henri Leconte an. Der ehemalige französische Tennisspieler fragte: „Wer ist dran?“ „Klosterkemper!“ „Du lebst immer noch?“ Am Ende des Gesprächs war erstens die Vitalität von Klosterkemper bestätigt und zweitens gab Leconte seine Zusage zur Teilnahme am „1. DRK-Charity-Cup präsentiert von der Sparda-Bank“ am 19. und 20. Juni. Mit gleicher Strategie hat der 76-Jährige Ivan Lendl und Michael Stich für das Projekt im Rochusclub am Rolander Weg gewinnen können. Weitere Akteure sollen in den kommen den Wochen dazukommen.

1978 hatte Klosterkemper den Nations Cup als Vorläufer des World Team Cup aus der Taufe gehoben und das Turnier schnell zu einem Markenzeichen gemacht. Später hat er für die europäische Dependance der Spielervereinigung ATP gearbeitet. Zusammengefasst hat er sich in den vergangenen Jahrzehnten ein beachtliches Netzwerk aufgebaut. Weshalb es in der Szene den ehrfürchtigen Satz gibt, nie ans Telefon zu gehen, wenn Klosterkemper anruft, oder am besten sofort „Ja“ zu sagen.

Für Klosterkemper war die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Nach dem Ende der Ära Profi-Tennis in der Stadt mit dem Verlust des ATP-Turniers wollte er zurück zu den Wurzeln. Zurück zu den Anfängen. „Wir wollen mit dem neuen Format die guten Erinnerungen an den World Team Cup aufleben lassen“, sagt er. „Bei uns spielen die Helden von damals, die auch heute noch attraktives Tennis spielen können – natürlich ein wenig langsamer als früher.“ Um möglichst viel für den guten Zweck übrig zu behalten, hat er an den Agenten vorbei mit dem Stars verhandelt. „Sie verzichten alle auf einen Großteil ihres normalen Salärs. Michael Stich wollte persönlich sogar überhaupt nichts haben. Nur eine kleine Spende für seine Stiftung in Hamburg.“

Dem Wimbledon-Sieger war viel wichtiger zu wissen, was mit den Spendengeldern passiert. Alle Einnahmen aus den Ticketverkäufen (rund 7000 Zuschauer werden erwartet) sind für den Kreisverband Düsseldorf des Deutschen Roten Kreuz (DRK) bestimmt. Die Verbindung kam über Klosterkemper zustande, der seit Jahren Botschafter des Verbands ist. Die Gelder versickern nicht irgendwo in einem Verwaltungsapparat, sondern werden ausschließlich für Einrichtungen vor Ort verwendet. Im Schwerpunkt soll die Demenzarbeit des DRK unterstützt werden. „Wir können in diesem Bereich viel bewirken, diese Arbeit kostet aber sehr viel Geld“, erklärt DRK-Geschäftsführer Stefan Fischer. Die Hilfsorganisation will die Möglichkeit nutzen, die ganze Bandbreite ihrer Arbeit vorzustellen. „Wir wollen die Menschen mit dieser Veranstaltung direkt erreichen“, sagt der Düsseldorfer DRK-Vorsitzende Olaf Lehne.

Klosterkemper ist vom Erfolg überzeugt. Als Schirmherr fungiert CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der auch zum Schläger greifen wird. Denn im Rochusclub bleiben die Tennisstars von einst nicht unter sich – mit auf dem Platz stehen Prominente wie Kabarettist Dieter Nuhr und ZDF-Moderator Rudi Cerne. Weitere sind angefragt. Klosterkemper hat noch einige Telefonnummern auf seiner Liste.