Kurzfristigen Test vergeigt

Am Wochenende war Fortunas Zweitvertretung in der Fußball-Regionalliga West zum Nichtstun gezwungen. Die Auftaktpartie beim SC Wiedenbrück musste wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Allerdings legte sich das Team von Trainer Taskin Aksoy nicht auf die faule Haut, sondern absolvierte am Samstag ein kurzfristig anberaumtes Testspiel gegen den Liga-Konkurrenten Viktoria Köln (1:3/Tor: Julien Rybacki).

Abseits des Spielfeldes schaute Mergim Fejzullahu seinen Kollegen zu. Für den 20-Jährigen war diese Situation indes nichts Neues. Schließlich ist er bereits seit fast einem Jahr zum Zuschauen verdammt. Ein fast beispielloses Verletzungspech liegt hinter dem talentierten Mittelfeldspieler.

Dribbelkünstler Fejzullahu

Ein Rückblick: Am 14. Februar 2014 spielt die „Zwote“ bei Rot-Weiss Essen. Beim Stand von 0:0 nimmt sich Fejzullahu ein Herz, dribbelt mutig in Richtung Tor und wird erst kurz vor dem Strafraum sauber vom Ball getrennt. Doch das Tackling hat Folgen. „Ich bin mit den Stollen meines Standbeins hängengeblieben und mein Gegenspieler hat mich ohne Absicht dort getroffen“, erinnert sich der Offensivallrounder. „Ich habe sofort ein Knacken gehört und dann kamen auch schon die Schmerzen.“

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte einen Wadenbeinbruch. Eine solche Verletzung veranschlagt normalerweise ein halbes Jahr Pause, aber Fejzullahu kehrt nach einer konservativen Behandlung schneller als erwartet zurück und kann bereits im Juli in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit miteinsteigen. Dort findet der Rechtsfuß erstaunlich schnell zu alter Form zurück und avanciert im Test gegen den VfB Oldenburg (2:1) mit einem Tor und einer Vorlage auch gleich zum Matchwinner.

Alles schien gut zu laufen, ehe im darauffolgenden Spiel gegen den TV Jahn Hiesfeld die Schmerzen wiederkamen. Nach einem Vollsprint wollte der Techniker die Richtung ändern. Ohne Fremdeinwirkung hörte er erneut ein Knacken. „Anscheinend war der Knochen noch nicht richtig verheilt“, vermutet Fejzullahu. In Absprache mit dem Verein und den Ärzten entscheidet er sich diesmal für eine OP. Die anschließende Zwangspause sowie die monotone Arbeit in der Reha hinterlassen ihre Spuren. „Für den Kopf war das sehr anstrengend. Man sieht die Jungs spielen und denkt sich, dass man jetzt auch da unten stehen könnte“, erklärt er.

Doch Fejzullahu resignierte nicht, sondern kämpfte sich in den folgenden Monaten mit unbändigem Ehrgeiz zurück. Der Lohn folgte im Januar, als er für zehn Minuten beim Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers II in Lara eingewechselt wurde. Es war der erste kleine Schritt. In ein paar Wochen dürfte der Leidensweg zu Ende sein.