Kontinuität und Marktmechanismen

Kontinuität und langfristiger Erfolg – dieser Maxime haben sich Fortunas Verantwortliche verschrieben. Dirk Kall als Vorstandsvorsitzender und Sportvorstand Helmut Schulte werden nicht müde, ihre verordnete Marschroute für den Fußball-Zweitligisten stets zu wiederholen. Doch Kontinuität wurde zuletzt auf der Trainerposition klein geschrieben. Oliver Reck, Lorenz-Günther Köstner und zuvor auch Mike Büskens mussten allesamt vorzeitig ihren Hut nehmen. Die im Fußball branchenüblichen Marktmechanismen nehmen bei ausbleibendem sportlichen Erfolg keine Rücksicht auf langfristig ausgerichtete Ziele. Dies bekam auch Fortunas neuer Mann in Fürth zu spüren.

Frank Kramer, der mit den Kleeblättern die Bundesliga-Rückkehr denkbar knapp in der Aufstiegsrelegation gegen den Hamburger SV verpasste und in der laufenden Spielzeit die Abgänge einiger Leistungsträger nicht kompensieren konnte, wurde am Ronhof durch seinen Vorgänger Mike Büskens ersetzt, der auch in Düsseldorf schon gescheitert war.

Nun also soll es Kramer in Düsseldorf richten. Der verbeamtete Gymnasiallehrer für Sport und Englisch, Jahrgangsbester beim Fußballlehrer-Lehrgang, hat ein Händchen für junge Spieler und ist ein ausgewiesener Freund von aggressivem Pressing. Künftig wird er zwischen seiner Fürther Heimat und Düsseldorf pendeln. Ein Risiko?

Zu seiner aktiven Zeit wurde für den Mittelfeldspieler Kramer, der u.a. bei den Amateuren von Bayern München kickte, nie ein Cent Ablöse fällig. Sollte der Trainer Kramer das Zeug dazu haben, in Düsseldorf langfristig etwas aufzubauen, könnte er für die Fortuna noch unbezahlbar werden.