Kein Vertrag für Barbaric bei der Fortuna
19.01.2012 | 21:55 Uhr 2012-01-19T21:55:00+0100
San Pedro de Alcantara. Wegen einer Viruserkrankung sieht die Fortuna vom angekündigten Ausleihgeschäft mit dem kroatischen Meister Dinamo Zagreb ab. „Die Blutuntersuchung hat Auffälligkeiten gezeigt“, erklärte Teamarzt und Herzspezialist Dr. Ulrich Keil.
Solch einen kurzen Gastbesuch hatte das Guadalmina-Hotel in San Pedro de Alcantara noch selten registriert. Der 22-jährige Innenverteidiger Tomislav Barbaric kam Mittwochabend um 20 Uhr in die Rezeption. Und saß am anderen Morgen schon wieder im Auto Richtung Flughafen Malaga. Fußball-Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna berief nach dem Morgentraining, an dem Barbaric nicht teilnehmen durfte, im dreigeschossigen Klubhaus des Marbella Football Centers sogar eine kleine Pressekonferenz ein. Wegen einer Viruserkrankung, wie Teamarzt und Herzspezialist Dr. Ulrich Keil erklärte, sieht die Fortuna vom angekündigten Ausleihgeschäft mit dem kroatischen Meister Dinamo Zagreb ab.
Auffällige Blutuntersuchung
„Die Blutuntersuchung hat Auffälligkeiten gezeigt“, erklärte Keil, „der Spieler hat seit drei Wochen einen erheblichen Grippeinfekt, der mit Antibiotika behandelt wird. Er kann vier bis sechs Wochen nicht trainieren, weil die Gefahr einer Herzmuskelentzündung nicht ausgeschlossen werden kann.“
Sportvorstand Wolf Werner, der am Mittwochnachmittag mit Barbaric gemeinsam ins Trainingslager gereist war, war verständlicherweise nicht begeistert: „Wir können nicht die Gesundheit des Spielers in einer solchen Situation beanspruchen. Zudem fehlt ihm offenbar auch die Grundfitness. Deshalb macht ein Transfer weder für Fortuna, noch für den Spieler einen Sinn.“
Am Mittwochabend nach der Ankunft im Mannschaftshotel und einem kurzen Abendmahl fiel gegen 20.45 Uhr das vereinbarte Kurzinterview mit Barbaric bereits flach. Der Innenverteidiger wurde „zur Besprechung“ umgehend aus der kleinen „Medienzone“ im Sofa-Café vor dem Hotelrestaurant gezerrt. Fotos, Rückfragen? Nicht mehr erwünscht!
Werners Absage an Mamic
Donnerstagmorgen teilte Wolf Werner dem Dinamo-Sportdirektor, Ex-Bochum-Kicker Zoran Mamic, seine Entscheidung mit, den Leihvertrag mit einer Fortuna-Option auf einen dreijährigen (!) Anschlusskontrakt nicht zu zeichnen.
„Tomislav ist natürlich sehr traurig darüber, dass wir nicht zusammen kommen. Er hatte sich auf Fortuna schon gefreut“, berichtete Werner. Man werde sich in ein paar Wochen noch mal kurzschließen, wie der Sportvorstand versicherte. Was aber nicht viel heißen muss. Werner: „Das Fußballgeschäft ist schnelllebig.“
Aber freilich nicht so rasant, dass Fortuna gestern schon einen Ersatzverteidiger präsentiert hätte. „So kaltschnäuzig sind selbst wir nicht“, bekräftigte Werner.
Geduld ist in einem anderen Innenverteidiger-Falle weiter das oberste Gebot. Die Entscheidung darüber, ob Assani Lukimya-Mulongoti ein Fortune bleibt, ist auf Ende des Monats vertagt. „Dann will sich sein Berater melden. Wir haben jetzt erst einmal ein neues Angebot abgegeben“, erklärte Werner gestern. Seit August schon geht es für den 69-jährigen Sportvorstand darum, mit dem kongolesischen Nationalspieler und Fortuna-Publikumsliebling eine Vertragsverlängerung zu erzielen.
Nach zwei Jahren am Rhein läuft Lukimyas Kontrakt bekanntlich zum Saisonende aus. Neben einigen Bundesligisten bekundeten angeblich auch Premier-League-Team Aston Villa aus Birmingham und Primera-Division-Rückkehrer Betis Sevilla Interesse.
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