Kein Spaziergang zum Sieg

Vor der Partie gegen die Turnerschaft St. Tönis hatte Heike Stanowski, Trainerin der Oberliga-Handballerinnen der Fortuna, davor gewarnt, dass der Aufsteiger mittlerweile in der Liga angekommen sei. Der Vergleich des Spitzenreiters mit dem Siebten werde folglich alles andere als ein Spaziergang.

Und in der Tat musste die Fortuna, die bis dahin mit einer makellosen Bilanz von 28:0 Punkten durch die Meisterschaft spaziert war, alles geben, um sich am Ende knapp mit 40:37 durchzusetzen. Von Beginn an hatten die Gäste den Tabellenführer mit einer offenen Manndeckung überrascht und diese kräftezehrende Abwehrform über mehr als 45 Minuten durchgehalten. Lediglich in kurzen Phasen schaltete St. Tönis auf ein personenbezogenes 4:2-System zurück und deckte „nur“ noch zwei Spielerinnen der Fortuna kurz, um so neue Energie zu tanken.

Wechselnde Führungen

Diese Taktik zeigte Wirkung. Die Gastgeberinnen taten sich sehr schwer und konnten sich nicht – wie in der bisherigen Saison gewohnt – früh absetzen. Stattdessen wechselten in der spannenden, temporeichen Partie knappe Führungen hin und her. Mit 18:17 hatte dann auch die Turnerschaft zur Pause hauchdünn die Nase vorn. Kurz zuvor hatte Leonie Berger, die unglücklich auf den Kopf gefallen war, mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung verletzt ausscheiden müssen.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Düsseldorferinnen dann besser mit der ungewohnten Deckungsarbeit der Gäste zurecht, behielten die Turnerschaft über 18:18, 19:19 und 20:20 aber weiter auf den Fersen. Vier Tore in Folge zum 24:20 brachten dann jedoch die Vorentscheidung. Die Gastgeberinnen ließen sich nun nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, sondern verteidigten die Führung bis zum Schlusspfiff geschickt.

Zum Rückrundenstart in der Oberliga musste der ART, durch viele Ausfälle bedingt bei Tusem Essen II mit dem letzten Aufgebot antreten. Nachdem es bereits im Hinspiel mit 30:31 eine Niederlage gegeben hatte, rechneten sich die Rather in Essen folglich nicht viel aus.

Umso größer war die Freude über den überraschenden 35:32-Erfolg, bei dem ART-Trainer Khalid Khan seinen Rumpfkader von verbliebenen sechs Stammspielern mit drei A-Jugendlichen hatte ergänzen müssen. „Das war heute eine sehr, sehr gute Leistung und eine äußerst positive Überraschung“, lobte er.

Nach ausgeglichenem Beginn (4:4) hatten sich die Gäste dank des überragenden Oliver Middell im Tor Treffer um Treffer abgesetzt. Über 6:4, 8:5 und 16:11 wurde der Vorsprung bis zur Halbzeit auf 20:14 kontinuierlich ausgebaut. Nach dem Wiederanpfiff legte der ART auf 22:14 nach. Mit zunehmender Spieldauer schwanden dann jedoch die Kräfte, zumal Khan nur noch zwei Wechselspieler zur Verfügung hatte, da sich Nikolas Neukirchen in der ersten Hälfte erneut am Knie verletzt hatte. So kam Essen noch einmal auf 23:25 und 26:28 heran. Mit dem letzten Rest Energie bäumte sich der ART jedoch auf und setzte sich entscheidend auf 32:27 ab.

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