„Ich habe das Zeug für die zweite Bundesliga!“

Während der Winterpause begab sich Fortunas Nachwuchstalent Robin Heller für einige Tage nach Österreich in den Ski-Urlaub. Gekonnt raste der 20-Jährige die schneebedeckten Pisten hinunter. Sowohl auf den Brettern als auch auf dem Snowboard machte er eine gute Figur. Einzig die rasante Fahrt vom Reservisten zum Zweitliga-Debüt gelang Heller bislang noch nicht.

Karrierekurve steigt kontinuierlich

Die Karrierekurve des gebürtigen Gladbachers zeigt jedoch kontinuierlich nach oben. In der vergangenen Spielzeit absolvierte Heller 18 Partien in der Regionalliga und stand fünfmal im Zweitligakader. Seine persönlichen Bestmarken wird der Jungspund in der laufenden Saison überbieten, beziehungsweise hat sich längst getoppt. Aktuell steht er bei 14 Einsätzen für die „Zwote“ und saß bereits siebenmal als Ersatzkeeper auf der Flingerner Bank in der 2. Bundesliga. Einzig der ersehnte Einsatz im Fußball-Unterhaus blieb bislang aus. Trotzdem „habe ich eine positive Entwicklung genommen“, betont Heller.

Letztlich bleibt die Frage, ob er den finalen Karrieresprung zum Stammkeeper einer Profimannschaft tatsächlich noch bei Fortuna schafft. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Bislang ist der Verein nicht auf sein Eigengewächs zugekommen. „Ich würde eigentlich gerne bleiben“, verrät Heller. Eigentlich!

Es ist nachvollziehbar, dass er seinen Verbleib von der Perspektive abhängig macht. Aktuell ist das Talent die klare Nummer drei hinter den bundesligaerfahrenen Michael Rensing und Lars Unnerstall. Jedoch endet auch der Kontrakt von Rensing nach der aktuellen Saison. Allerdings würde sich sein Vertrag im Falle eines Bundesliga-Aufstieges automatisch per Option ausdehnen. Sicherlich kein Vorteil für Heller im Kampf um Einsatzzeiten.

Weiterhin in der Grauzone zwischen Regionalliga und Ersatzmann des Ersatzmanns sieht sich Heller zukünftig nämlich eher nicht. „Als dritter Torwart zu verlängern? Darüber müsste ich nachdenken“, antwortet Heller. „Aber ich möchte mich auch weiterentwickeln. Und ich bin sicher: Ich habe das Zeug für die 2. Bundesliga!“

Jedoch weiß er, dass die Hierarchie und der damit verbundene Aufstieg schwierig ist: „Der normale Weg ist ja von der Nummer drei zur zwei und dann zum Stammkeeper. Und nicht von der Nummer drei direkt zur eins.“

Die Erfahrung fehlt

Allerdings sieht er sich sportlich nicht unbedingt im Nachteil gegenüber seinen beiden Konkurrenten Rensing und Unnerstall. „Uns unterscheiden nur Kleinigkeiten“, meint Heller. Einzig die Erfahrung fehle ihm. Und hier liegt der Teufelskreis. Wie soll er diese sammeln, ohne Einsätze im Fußball-Unterhaus zu bekommen? Auf dem Tag genau vor einem Jahr verriet Heller noch im NRZ-Gespräch: „Mein kurzfristiges Ziel ist erst einmal, die feste Nummer zwei zu werden. Aber es ist auch klar, dass ich regelmäßig spielen möchte und in den nächsten ein bis zwei Jahren Stammkeeper werden will.“

Diese Frist läuft in sechs Monaten ab. Sein Ziel wird er voraussichtlich bis dahin nicht mehr erreichen. Dabei „bin ich fußballerisch gut bis sehr gut und reaktionsschnell.“

Eben diese Qualitäten eignete er sich in der Jugendschule des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach an. Hier lernte er sein Torwartspiel zu perfektionieren, bevor es über den SC Kapellen-Erft 2009 zur Fortuna ging. Bei den „Fohlen“ spielte Heller sogar mit dem Shootingstar Marc André ter Stegen zusammen. Dieser steht mittlerweile beim FC Barcelona unter Vertrag.