HSG spielte sich um Kopf und Kragen
22.08.2010 | 21:01 Uhr 2010-08-22T21:01:00+0200Korschenbroich. 32:35 in Korschenbroich nach Sieben-Tore-Führung - die HSG ist raus aus dem Pokal.
Was zunächst nach einem Spaziergang in die zweite DHB-Pokalrunde für die Handballer der HSG aussah, mündete Sonntag Abend im ersten Pflichtspiel der Saison im Debakel! Beim Stadtnachbarn und Zweitliga-Zwerg TV Korschenbroich reichte der HSG eine 9:2-Führung nicht. Das Team von Trainer Ronny Rogawska zitterte sich stattdessen durch zwei zehnminütige Verlängerungen schnurstracks zu einer 32:35 (27:27, 21:21, 14:8)-Niederlage und dem „Aus“ im Pokal.
Geschwitzt wurde bei schwül-warmen Temperaturen in der Sauna Waldsporthalle bereits vor dem Anpfiff. Was zumindest die HSG an einem Start nach Maß nicht hinderte. Bereits nach sechs Spielminuten hatte Jan Henrik-Behrends vom Siebenmeterstrich auf 6:1 erhöht.
Zuvor hatte Trainer Ronny Rogawska einiges verändert.: Torhüter Almantas Savonis erhielt aufgrund starker Trainingseindrücke den Vorzug gegenüber Matthias Puhle, Jan Artmann auf dem linken Flügel vor Marcel Wernicke und Valdas Novickis begann als Spielmacher für den angeschlagenen Daniel Brack.
Die Umstellungen schadeten dem Spielfluss nicht, im Gegenteil. In der Abwehr zwang der Absteiger den zunächst ideenlosen TVK regelrecht in die Knie. Bis zum ersten Korschenbroicher Feldtor dauerte es exakt einer Viertelstunde(!), bevor Simon Breuer Fans und Teamkollegen per Hüftwurf im Fallen zum 3:9 erlöste.
Probleme bereitete der HSG lediglich die offensive 4:2-Abwehr der Hausherren, welche die linke Angriffsseite der Düsseldorfer in Schacht hielt. Fortan wurde es ruppig. Noch vor der Pause gab es für Hegemann und Hansen Zeitstrafen im Minutentakt. Behrends folgte nach Wiederanpfiff. Zunächst nur für zwei Zeigerumdrehungen. Doch nur vier Minuten später gab es glatt Rot! Behrends hatte Markus Breuer in der Luft gestoßen.
Fortan spielte sich die HSG in Unterzahl und mit massiven Problemen gegen die offensive Korschenbroicher Abwehr um Kopf und Kragen. Die komfortable Führung pulverisierte Florian Korte zehn Minuten vor dem Ende zum ersten Ausgleich (18:18). Auch zwei verwandelte Freiwürfe von Hegemann unter Zeitspieldruck reichten nicht: Sechs Sekunden vor dem Schlusspfiff tankte sich Dennis Marquardt wie ein Traktor durch die linke Abwehrseite zum 21:21 nach regulärer Spielzeit.
Beim ersten zweimal fünfminütigen Nachschlag konnte sich die HSG nach 22:24-Rückstand mit 27:27 zwar noch in die zweite Verlängerung retten. Hatte dort aber nichts mehr entgegen zu setzen. „Wir haben uns durch zu viele technische Fehler selbst geschlagen“, so Rogawska.
HSG: Puhle, Savonis; Hegemann (11/3), Brack (5), von Gruchalla (5), Behrends (4), Hansen (2), Fölser (2), Novickis (2), J. Artmann (1).
Zuschauer: 446.
Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen).
Strafminuten: TVK 8, HSG 18.
Rote Karte: Behrends (36. grobes Foulspiel).
0mitdiskutieren