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HSG Düsseldorf legt gegen Spielwertung Protest ein

07.09.2009 | 10:32 Uhr
HSG Düsseldorf legt gegen Spielwertung Protest ein

Düsseldorf. Nach einem fulminanten Start kam die HSG zum Saisonaufatkt bei Altmeister VfL Gummersbach mit 18:31 unter die Räder. Der Aufsteiger legte Protest gegen die Spielwertung ein.

Aus der Achternbahnfahrt der Gefühle flüchtete sich Goran Suton in tief-schwarzen Sarkusmus. „Wir sind in der ersten Bundesliga angekommen”, fasste der HSG-Trainer den nervenaufreibenden Saisonauftakt seiner Handballer zusammen. Was mit einer beeindruckenden knappen Dreiviertelstunde begann, in der die HSG Altmeister VfL Gummersbach phasenweise an den Rand der Verzweifelung trieb, endete für den Aufsteiger in einem sportlichen Offenbarungseid. Inklusive möglichen Nachspiel vor dem Sportgericht. Denn die Düsseldorfer legten unmittelbar nach dem Schlusspfiff Einspruch gegen die 18:31-Pleite ein.

„Wir mussten so handeln”

„Sportlich gesehen”, betonte Frank Flatten, „geht der Gummersbacher Sieg vollauf in Ordnung.” Der HSG-Manager wollte sich nicht als schlechten, nachtretenden Verlierer sehen. „Dennoch mussten wir so handeln”, bat der 44-Jährige um Verständnis für den Rechtsweg.

Hintergrund des Protests ist die finanziell angespannte Lage beim ehemaligen Rekordmeister, den akute Verbindlichkeiten von bis zu einer Million Euro drücken sollen. Darüber hinaus bat der Verein seine Spieler um einen 20-prozentigen Gehaltsverzicht, den vier Akteure allerdings nicht mittragen wollen. Genau an dieser Stelle setzt der Einspruch der HSG an. „Wir wollen wissen, ob die Gehälter der VfL-Spieler gezahlt sind und deren Spielberechtigungen somit zu Recht erteilt wurden”, so Flatten.

Auch sportlich sorgte die HSG für Aufsehen. Vor lediglich 3021 Zuschauern im weiten Rund der KölnArena startete der Aufsteiger furios und überraschte die Gummersbacher mit einer 5:1-Führung und gleichnamiger Abwehrvariante, an deren Spitze sich Marcel Wernicke als Abfangjäger wie seine Teamkollegen Bestnoten verdiente.

13.34 Spielminuten zeigte der Videowürfel im „Henkelmännchen”, als den Gummersbachern durch Kreisläufer Robert Gunnarsson das erste Feldtor gelang. Der Aufsteiger geriet allerdings schnell durch drei höchst strittige Zeitstrafen in Unterzahl und mit 7:8 in Rückstand. Kämpfte aber über das 11:14 zur Pause hinweg weiterhin bravourös. Bis zur 41. Spielminute und 16:17, als die Düsseldorfer von allen Kräften und guten Handball-Geistern verlassen schienen.

Fortan spielte nur noch der VfL und allen voran Goran Stojanovic. Der Torhüter entschärfte unterm Strich 26 Bälle, darunter alle vier Strafwürfe, während sich die HSG neben einer roten Karte für Patrick Fölser bis zum 16:29 drei Minuten vor dem Schlusspfiff ein Dutzend Gegentore in Serie (!) einfing. „Am Ende hat der VfL gnadenlos mit uns abgerechnet”, bekannte HSG-Abwehrchef Max Ramota.

Sollte das munter durch die KölnArena hüpfende Känguru-Maskottchen „Gummi” des VfL allerdings ein Beweis dafür sein, dass man trotz leerem (Geld-)Beutel noch große Sprünge machen kann, droht der Partie ein juristisches Nachspiel.

Marcus Gülck

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