Hoven mit Rekord in der Königsklasse

Das Waldstadion in Aachen wurde zur Schaubühne dramatischer Leichtathletik-Wettkämpfe. Denn bei den NRW-Mehrkampf-Meisterschaften der U16 wurden nicht nur zahlreiche Tränen vergossen oder Bestweiten errungen, sondern auch ein Deutscher Rekord geknackt. Annkathrin Hoven vom ART erzielte beim Siebenkampf sensationelle 3996 Punkte und darf sich fortan mit dem Titel „Deutschlands Beste“ der Altersklasse W14 rühmen.

Dabei war mit dieser Leistungsexplosion am zweiten Tag des Wettbewerbs eigentlich gar nicht mehr zu rechnen. Denn Hoven hatte sich beim Auftakt am Fuß verletzt und den Vierkampf nur unter Schmerzen fortsetzen können. Mit dem nötigen Kämpferherz schnappte sich die Düsseldorferin dennoch die Führungsposition (2272 Punkte) vor der Dortmunderin Lilian Tösmann (2139 Punkte) und Teamkollegin Kaja Bins (2127 Punkte).

Riesige Überraschung

Am zweiten Tag machte sie im Siebenkampf die Riesenüberraschung perfekt: Bei einem Gegenwind von 3,0 Metern pro Sekunde raste Hoven über 80 Meter Hürden zur persönlichen Bestzeit (11,98 Sekunden). Einmal mit der Rekordjagd begonnen, sollte auch der Speer auf die bisher unerreichte Weite von 36,26 Meter fliegen. Bei dieser Dominanz erstreckte sich die Tartanbahn beim abschließenden 800-Meter-Lauf (Sieg in 2:19,58 Minuten) beinahe schon wie ein roter Teppich vor den Füßen der Düsseldorferin. Am Ende standen 3996 Zähler auf Hovens Punktekonto – damit wurde der alte Rekord um 40 Zähler überboten.

Erfreulich war darüber hinaus die beachtliche Aufholjagd von Kaja Bins vom ART, die mit 3744 Punkten vor Tösmann (3581 Punkte) zum Silberpfeil aufschoss. Weil auch Daniela Kreft (5. mit 3474 Punkten) einen starken Wettkampf absolvierte, ging der Mannschaftserfolg (11214 Punkte) souverän nach Düsseldorf. Der Vorsprung vor dem Zweitplatzierten ASV Süchteln war mit 1110 Punkten überaus deutlich.

Dass der weibliche Leichtathletik-Nachwuchs über einige verheißungsvolle Talente verfügt, untermauerte dann noch Fünfkämpferin Leonie Simnonia, Siegerin des Blockwettkampfes Wurf (2687 Punkte) und zugleich stärkste Punktesammlerin für den zweiten Team-Titel (12535 Punkte).

Derweil reiste Ismail-Jean Condé mit breiter Brust in seine alte Heimat Berlin. Der Sprinter des ART glänzte bei den Berliner-Brandenburger-Meisterschaften.

Zwei Siege

Der 23-Jährige gewann sowohl den 100 Meter-Sprint (10,83 Sekunden) vor dem Lokalmatadoren George Petzold als auch das 200-Meter-Rennen (22,00 Sekunden).

Heute reist eine Jugendauswahl des SFD im Rahmen der Internationalen Sportkontakte der Landeshauptstadt auf Einladung der Partnerstadt nach Moskau, wo sie bis zum 10. Juni an einem internationalen Leichtathletik-Wettkampf teilnimmt.

Die acht Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1998 bis 2002 und ihre Betreuer werden neben dem Sport Gelegenheit haben, die Stadt Moskau kennenzulernen.