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Holpriger Einstand von Genki Omae bei Fortuna Düsseldorf

03.01.2013 | 20:17 Uhr
Holpriger Einstand von Genki Omae bei Fortuna Düsseldorf
Fortuna Düsseldorfs Winterzugang Genki Omae kam aus Shimizu, d e r Fußballstadt Japans an den Niederrhein.Foto: Fortuna

Guadalmina/Düsseldorf.  Erst Verspätung, dann Busunfall: Der Einstand des japanischen Neuzugangs Genki Omae im südspanischen Trainingslager der Fortuna verlief etwas holprig. Anders im November: Als Chefscout Marc Ulshofer sich den Neuzugang vor Ort ansah, brillierte der offensive Mittelfeldmann mit drei Treffern im Pokal.

Japaner schwören auf Pünktlichkeit. So gesehen ist der bisherige Verlauf des Fortuna-Trainingslagers im südspanischen Guadalmina, zumindest aus Sicht von Neuzugang Genki Omae , eher suboptimal. Nach zweistündiger Verspätung auf dem Hinflug am Mittwochabend gab’s am Donnerstag nach dem Frühtraining gleich die nächste Holperei. Der Mannschaftsbus hatte auf dem Rückweg im ersten Kreisverkehr ein Verkehrsschild sauber umgefahren. Dabei ging der linke Außenspiegel zu Bruch. Ein spanischer Streifenwagen stand direkt an der Unfallstelle. Das Malheur lächelte Genki Omae einfach weg. Und stieg in den Kleintransporter von Betreuer Aleksandar Spengler um, der immerhin zehn Kicker zügig zum Mittagessen ins Teamhotel fuhr.

Nicht alltäglich ist auch Omaes Vertragsvorgeschichte. Wenn man’s ganz streng nimmt, dann hat der Offensivkicker sein Fortuna-Engagement auch dem Grasgeruch der Duisburger Sportschule Wedau zu verdanken. In den 60-er Jahren schnupperte dort Saburo Kawabuchi fasziniert am frisch gemähten Spielfeld. Der Olympia-Auswahlspieler kannte diese Qualität des Geläufs aus der Heimat nicht. Damals trainierte Fußball-Professor Dettmar Cramer die Ostasiaten. Auch in Duisburg.

Euphorie statt Langeweile

Drei Jahrzehnte nach den damals stundenlangen Übungen am Kopfballpendel in der großen Halle neben der Eintopfküche hatte Kawabuchi seinen Traum realisiert. Den Traum, Japans Fußball professionell(er) zu machen. Ihn auf die große Bühne zu stellen. Eine Begeisterung zu entfachen. Die Gründung der J-League zog eine Kettenreaktion nach sich: Klubs statt Firmen, schrille Trikotfarben, wirre Maskottchen, TV-Übertragungen, volle Stadien, irre bunte Fans, ausländische Stars. 1993 spielte Zico für die Kashima Antlers, Gary Lineker für Nagoya Grampus Eight, Pierre Littbarski für JEF United Chiba, Michael Rummenigge für die Urawa Red Diamonds.

Der Fußball entfachte in der vom Baseball und Sumoringen bestimmten Sportkultur sogar echte Euphorie, die die gefürchtete Langeweile unter Japanern nicht aufkommen ließ. Mehr als 15 Jahre nach dem J-League-Start drängen die nun besser ausgebildeten Talente auch in die Bundesliga. Shinji Kagawa war der Prototyp des Glücksfalls. Dortmunds Goldgriff möchte jeder der Konkurrenten wiederholen. Genki Omae schmunzelt. Mit dem nun für Manchester United kickenden Kagawa hat er in der U-19-Nationalmannschaft zusammen gespielt.

Und Fußball, das muss der 1,66 Meter kleine Rotschopf erst gar nicht betonen, sei grundsätzlich weit mehr als eine Leidenschaft. Schließlich hat er für Shimizu gespielt. D i e Fußball-Stadt in Japan, die nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima sogar das Nationalteam regelmäßig beherbergt. Auf der Tribüne des Nihondaira-Stadions blickt man wahlweise auf die schnee-gezuckerte Kuppe des wunderschönen Mount Fuji. Oder auf rote Bauxit-Hügel nahe des Pazifik-Hafens. 2400 Mitglieder haben bei S-Pulse 23,6 Prozent der Vereinsanteile inne. Nur so konnte die eher übersichtliche Stadt, deren Jahreshöhepunkt das Hafenfestival mit Straßentanz (!) ist, überhaupt 1993 finanziell die J-League stemmen. Mit dem argentinischen Weltmeister Osvaldo Ardiles und der Tottenham-Legende Steve Perriman saßen in den ersten Jahren prominente Profis auf der Trainerbank.

Drei Omae-Tore beim Scouting

Seit gut fünf Jahren ist es umgekehrt Zeit, fußballerisch mehr Japan in der Bundesliga zu wagen. Was wird Genki Omae bei Fortuna als erstes vermissen? Vermutlich das schrille Maskottchen Paru. Ein mystischer Plüschhase in den Vereinsfarben Orange und Gelb, der Ohren in der Größe von Engelsflügeln wackeln lässt. Wäre bestimmt ein großartiges Bild, würde Shimizus Feldhase an der Seitenlinie mal mit Fortuna-Cheftrainer Norbert Meier um die Wette jubeln.

Tore ist ein gutes Stichwort. Als Chefscout Marc Ulshofer sich den Neuzugang im November live vor Ort ansah , brillierte der offensive Mittelfeldspieler mit drei Treffern im Pokal. „Ich bin torgefährlich und auch gut im Spiel ohne Ball“, betont der lauffleißige Neuzugang. Übersetzt von Fortunas Japan-Desk-Vertreter Gengo Seta. Mehr durfte Omae im Trainingscamp (noch) nicht sagen. Sein erstes „richtiges“ Interview ist mindestens aufs Wochenende vertagt. Ein Wunsch von Cheftrainer Meier. Weil für den Japaner, ebenso wie für den norwegischen Fortuna-Neuling Mathis Bolly, die Arbeit auf dem Rasen-Grün im Vordergrund stehen soll.

Michael Ryberg



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