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Handball-Bundesliga

Heißsporn Savonis auf Eis gelegt

15.11.2009 | 18:07 Uhr

Nettelstedt. Auch der bärenstarke Schlussmann der HSG konnte die 25:27-Niederlage der Düsseldorfer bei TuS Nettelstedt nicht verhindern.

Am Ende des turbulenten Schluss-Krimis war selbst der litauische Heißsporn der HSG auf Eis gelegt. 41 Minuten lang schimpfte, fluchte und vor allem parierte Torhüter Almantas Savonis auf glühend heißer Betriebstemperatur, was das Zeug hielt. Nach dem Schlusspfiff musste allerdings auch der mit 16 Paraden bärenstark aufspielende Schlussmann die bittere 25:27-Niederlage der Handballer im Duell der Erstliga-Aufsteiger beim TuS Nettelstedt mit gesenktem Kopf quittieren.

Fast wäre dem 39-Jährigen und seinen Vorderleuten an der Roten Mühle in Ostwestfalen noch der granz große Coup gelungen, die in einer niveauarmen Partie bereits schon mehrfach wie der sichere Verlierer aussahen. Doch nicht umsonst hatte Nettelstedts Trainer Patrik Liljestrand seine Spieler im Vorfeld vor dem „unbändigen Teamgeist und der Kampfkraft” der Düsseldorfer gewarnt.

Liljestrands Amtskollege Goran Suton vertraute zunächst seiner zuletzt gegen Wetzlar erfolgreichen Start-Sieben. Und wurde ausgerechnet von den Leistungsträgern des 30:29-Erfolgs enttäuscht. Schlussmann Matthias Puhle musste nach 18 Spielminuten für Almantas Savonis seinen Platz ebenso räumen wie Nikola Kedzo. Der 21-jährige Kroate schien mit frisch geschorener Glatze neben seinen Haaren auch die starke Form vom Dienstagabend verloren zu haben und wurde bis zur Schlussviertelstunde durch Valdas Novickis ersetzt.

Zuvor hatte HSG-Coach Suton in einer Auszeit bereits seine Abwehr in die Pflicht genommen. Zunächst erfolglos, denn die bis zum 5:9 nach einer Viertelstunde schläfrige Defensive schwächte sich fortan durch Zeitstrafen im Drei-Minuten-Takt selbst. Max Ramota (18.), Frank Berblinger (21.) und Michael Hegemann (24.) mussten für jeweils zwei Zeigerumdrehungen „sitzen”. Dass der Pausenrückstand mit 10:13 noch moderat ausfiel, lag an Torhüter Savonis, der mit den Nettelstedter Schützen Katz und Maus spielte.

Seine Vorderleute wussten auch nach der Pause zunächst nicht davon zu profitieren. Zweimal verpasste es Rechtsaußen Frank Berblinger freistehend, auf zwei Tore zu verkürzen, scheiterte erst an der Latte, im zweiten Versuch am Pfosten. Die Strafe folgte prompt: Nettelstedt zog davon, in der Spitze auf 19:13 durch Rechtsaußen Thorir Olaffson nach „Zucker-Pass” von Michal Jurecki.

Den Turbo gezündet

Als die in der Offensive weiterhin nur durch den blendend aufgelegten Andrej Kogut gefährliche HSG auch elf Minuten vor dem Ende noch mit 18:23 im Rückstand lag, hätte wohl niemand mehr mit der Wende gerechnet. Doch die Düsseldorfer zündeten den Turbo: sechs Tore in sechs Minuten! Beim 24:23 rieben sich nicht nur die Nettelstedter Spieler verwundert die Augen.

Doch ausgerechnet Marcel Wernicke, der mit drei Treffern die Hälfte zur Aufholjagd beitrug, wurde zum (vorentscheidenden) Pechvogel. Der Flügelflitzer touchierte Thorir Olafsson beim Tempogegenstoß an der Hüfte: Zeitstrafe plus Siebenmeter! Der Gefoulte verwandelte selbst per frechem Heber über Savonis, bevor Tomasz Tluczynski von Linksaußen der HSG 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff zum Endstand den K.o.-Schlag verpasste!

„Die Jungs haben super gekämpft. Auch, wenn wir dafür am Ende leider nicht belohnt wurden”, ärgerte sich HSG-Trainer Goran Suton. Am 24.November gastiert Rekordmeister THW Kiel.

DIE SPIELSTATISTIK

Nettelstedt: Putera (47. bis 57. Spielminute Blazicko); Olafsson (6/3), Jurecki (5), Tluczynski (5/2), Tesch (4), Niemeyer (3), Sodmiak (2), Felixson (1), Alvanos (1), Hansen, Rui.

HSG: Puhle (ab 19. Spielminute Savonis); Kogut (6), Fölser (5), Hegemann (4), Wernicke (4), von Gruchalla (2), Kedzo (2), Novickis (1), Sulc (1), Berblinger, Ramota, Weiß, Asgeirsson.

Zuschauer: 1981.

Schiedsrichter: Harms/Mahlich (Magdeburg/Stendal).

Strafminuten: Nettelstedt 4, HSG 12.

Marcus Gülck

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