Hält der Ellenbogen von Gionis?

Düsseldorf..  Das sind schlechte Nachrichten für alle Tischtennis-Fans, die noch keine Eintrittskarte für das Halbfinalrückspiel der Borussia gegen Chartres ASTT (Frankreich) haben. Denn daran wird sich auch nichts mehr ändern, die Champions-League-Begegnung am Karsamstag (13 Uhr, Ernst-Poensgen-Allee) ist ausverkauft. Das hat auch einen guten Grund. Obwohl die Borussia das Hinspiel mit 3:1 gewonnen hat, also nur noch zwei Einzelsiege im Rückspiel nötig sind, um das Finale der europäischen Königsklasse zu erreichen, ist für jede Menge Spannung gesorgt.

Der Sieg in Frankreich gibt den Düsseldorfern allenfalls eine trügerische Sicherheit, denn die drei Einzelerfolge waren allesamt hart umkämpft, die Borussia hatte das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite, und es fehlte dem Spitzenspieler des französischen Teams, Gao Ning (Weltrangliste 15). Das Satzverhältnis von 9:9 spiegelt die Kräfteverhältnisse eher wider. „Wir haben zwar eine gute Ausgangsposition, aber es wird ein schwieriges 50:50-Spiel“, sagt deshalb auch Borussia-Cheftrainer Danny Heister. „Wir müssen von Anfang an voll konzentriert zur Sache gehen.“

Gao Ning unberechenbar

Vor allem, weil Gao die Reise nach Düsseldorf mit antreten wird. „Gao Ning macht Chartres für uns unberechenbar. Er ist ein Weltklassespieler und kann gegen jeden von uns punkten“, sagt Borussias Spitzenspieler Timo Boll (7), auf den es vor allem und wieder einmal ankommen wird. Er weiß außerdem, wovon er spricht, denn der Rekord-Europameister hat nicht alle seine Spiele gegen den Mann aus Singapur für sich entscheiden können.

Auf der anderen Seite kann Gao aber auch gegen jeden Borussen verlieren. Das bewies zuletzt Borussia nominelle Nummer vier Sharat Kamal Achanta (44) bei den Asian Games in Jaipur (Indien), als er den Chartres-Akteur mit 4:1 bezwang. „Ich denke, dass wir das stärkere Team haben. Wir sind in guter Form“, sagt Achanta. Dabei hat der Inder allerdings übersehen, das sein Teamkamerad Panagiotis Gionis (22) nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Der Abwehrspezialist aus Griechenland laborierte zuletzt an einer Muskelverletzung im rechten Ellbogen, fehlte beim Bundesligaspiel in Bergneustadt und hat erst gestern wieder versucht, mit dem Schläger in der Hand und an der Platte zu trainieren. Ob er bis übermorgen einsatzfähig ist, wird bei der Borussia wohl erst kurzfristig entschieden. Sein Einsatz ist sowieso fraglich, hatte Gionis doch im Chartres eine 0:3-Niederlage gegen Pär Gerell (63) einstecken müssen und könnte daher schon aus Leistungsgründen nicht dazugehören.

Zumal Patrick Franziska (56) immer besser in Schwung kommt. Der vom Syndesmosebandriss völlig genesene 22-Jährige knüpft allmählich an die Form an, die ihn schon bis auf Weltranglistenplatz 35 geführt hat. „Wir müssen versuchen, dass Spiel mindestens so zu gestalten, wie wir es in Chartres getan haben. Wir haben eine super Mannschaft, verstehen uns auch privat prächtig. Da wäre der Finaleinzug so etwas wie eine kleine Krönung“, sagt Franziska.

Die Chartres-Spieler Gao, Gerell, Robert Gardos (20) und Damien Eloi (96) dürften sich indes ausgerechnet die Borussia zum Vorbild nehmen. Die Düsseldorfer hatten nämlich im Viertelfinale das Kunststück fertig gebracht, trotz einer 1:3-Hinspielniederlage die nächste Runde zu erreichen. Spätestens damit ist auch klar, dass es vor ausverkauften Rängen sicher spannend wird.