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Basketball-Bundesliga

Giants Düsseldorf sind abgestiegen – erst einmal. . .

27.04.2010 | 22:48 Uhr
Giants Düsseldorf sind abgestiegen – erst einmal. . .

Düsseldorf.Es war exakt 21.08 Uhr, als das Kapital Basketball-Bundesliga in Düsseldorf gestern Abend sein Ende fand. Knapp zwei Jahre nach ihrem Umzug aus Leverkusen in die Landeshauptstadt stürzten die Giants in die zweite Liga. Besiegelt wurde der sportliche Abstieg in einer dramatischen und mitreißenden Partie gegen die BG Göttingen. Letzten Endes stand vor 2087 leidenschaftlich mitfiebernden Zuschauern eine 71:72 (16:15, 25:32, 50:50)-Niederlage zu Buche.

Während Giants-Geschäftsführer Claudio Di Padova auf der Tribüne wie die meisten Anhänger zur Salzsäure erstarrte, tanzten rund 20 angereiste Fans des ärgsten Konkurrenten Phoenix Hagen ausgelassen auf den grauen Stühlen der Spielstätte an der Karl-Hohmann-Straße.

Hagen vorzeitig gerettet

Darunter auch Phoenix-Kapitän Matthias Grothe, dessen Team durch die Niederlage der Giganten vorzeitig gerettet ist.

Die Protagonisten in Blau registrierten den sportlichen Niedergang konsterniert-kühl, stellten sich nach einer letzten Ehrenrunde geschlossen den verbliebenen Fans.

„Wir hatten uns die Saison anders vorgestellt, hatten uns ganz andere Ziele gesetzt“, gestand der mitgenommen wirkende Gordon Geib. Da traf die zuvor schon aus den Boxen getönte „Bitter sweet symphony“ genau die Tonlage.

Cheftrainer Hansi Gnad präsentierte sich deutlich aufgewühlter als sein Personal. „In mir sieht’s beschissen aus!“ bekannte der 46-Jährige. „Ich bin in meiner Karriere noch nie in so einer Situation gewesen. Ich wünschte mir, ich hätte sie besser in den Griff bekommen. Meinen Job habe ich nicht gut gemacht.“

Geib-“Dreier“ brachte neue Hoffnung

Was etwas überzogen selbstkritisch auf die acht Partien unter Gnads Regie bezogen war. Gestern Abend hatte er seine Mannen glänzend auf den Tabellenzweiten eingestellt. Die Giants boten einen letzten, verzweifelt und verbissen geführten Kampf, in dem vor allem Geib, der starke Carter, sowie Koko Archibong und Eric Taylor immer wieder wichtige Akzente setzten.

Nach ausgeglichener erster Hälfte schien die Partie bei einer 13-Punkte-Führung für die Gäste im dritten Viertel vorentschieden (43:30). Doch die Giganten bewiesen Moral, wuchteten sich zurück ins Match. Mit seinem „Dreier“ zum 50:50 mit der Pausensirene riss Geib die Zuschauer aus den Sitzen und hauchte neue Hoffnung auf den Klassenerhalt in den Giants-Ballon.

Dieser platzte wieder einmal in den dramatischen Schlusssekunden. Koko Archibong hatte beim Stand von 68:70 noch einen freien „Dreier“-Versuch in den Händen, traf aber nur den Ring. Chris Oliver netzte im Gegenzug eiskalt zwei Freiwürfe ein. Da half auch Carters letzter Distanztreffer 0,9 Sekunden vor Schluss nicht mehr – den Giants blieb keine Zeit mehr.

Mögliches Wildcard-Verfahren

Die bleibt auch kaum noch in finanzieller Hinsicht. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem möglichen Wildcard-Verfahren im Juli. Ob die Giganten bis dahin aber überleben, erscheint fraglich. Aktuell klafft ein Loch von 320 000 Euro im Etat (die NRZ berichtete), die Bedingungen für eine Erstliga-Lizenz werden nach derzeitigem Stand nicht erfüllt. Ob der Klub in der zweiten Liga antritt, ist dazu fraglich.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber finanziell ist der Klub eben nicht in Ordnung“, blickte Trainer Gnad düster in die Zukunft. Während er die Saison nun in Gesprächen mit den Spielern sportlich aufarbeiten will, muss Di Padova die finanzielle Rettung angehen. Die nächste, wohl letzte gigantische Aufgabe.

Oliver Schaal

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