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Gesundheit ist für Timo Boll der Schlüssel zum Erfolg

04.02.2010 | 10:37 Uhr
Gesundheit ist für Timo Boll der Schlüssel zum Erfolg

Düsseldorf. Der Weltranglistenvierte geht am Wochenende in Düsseldorf beim europäischen Top-12-Turnier als Titelverteidiger und Topfavorit an den Start. Ex-Borusse Bastian Steger rückt für den verletzten Maze nach.

In Europa ist Timo Boll eine Klasse für sich, doch um in die Phalanx der chinesischen Tischtennis-Künstler einzubrechen, fehlte dem deutschen Aushängeschild in den letzten Jahren vor allem eins: ein gesunder Körper. `Wenn ich nicht topfit bin, reicht es eben gegen die Chinesen nicht", sagte der Weltranglistenvierte, der beim europäischen Top-12-Turnier am Wochenende in Düsseldorf als Titelverteidiger und Topfavorit an den Start geht: `In den letzten Jahren ging es gesundheitlich bei mir auf und ab. Im Moment bin ich aber sehr zufrieden."

Immer wieder plagte sich der 28-Jährige mit Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und im Knie herum. Für die Mannschafts-WM 2008 und Einzel-WM 2009 musste Boll verletzungsbedingt absagen. In diesem Jahr soll dagegen ein verstärkter Fokus auf die Athletik einen weiteren Verzicht verhindern: Fahrrad fahren, Kraftübungen und Rückengymnastik anstatt Training an der Platte.

Titelverteidiger und Topfavorit

`Ich habe zuletzt viel für meinen Körper getan. Ich will sichergehen, dass ich das Ende der Saison auch erreiche", betonte Boll: `Spielerisch ist das im Moment sicherlich noch nicht das Beste, aber ich habe auch einfach relativ wenig gespielt. Aber wenn ich gesund bin, dann kommt die Form von ganz alleine."

Aus Rücksichtnahme auf die hohe Belastung, die Boll 2010 mit der Mannschafts-WM in Moskau und der EM in Ostrau bevorsteht, ist ein weiteres Gastspiel des Hessen in der chinesischen Liga in diesem Jahr nicht geplant - auch wenn es für Boll die beste Möglichkeit wäre, viele Spiele auf allerhöchstem Niveau zu absolvieren.

`Die Zeit fehlt in diesem Jahr einfach. Ich brauch auch mal zwei Wochen Urlaub", erklärt Boll: `Würde ich noch nach China gehen, würde ich das im kommenden Jahr heimbezahlt bekommen." Als Kompromisslösung will sich Boll auf die Turniere konzentrieren, bei denen auch die Chinesen an den Start gehen. Selbst wenn es dadurch schwieriger werde, diese Turniere zu gewinnen.

Doch die Spiele auf hohem Niveau sind für Boll unverzichtbar, will er sich endlich den Traum von einer Einzelmedaille bei einer WM oder Olympischen Spielen erfüllen. Bislang wartete der zehnmalige Europameister darauf vergebens.

`Der Abstand zu den Chinesen ist im Moment sehr groß. Daran müssen die Europäer aber insgesamt arbeiten", erklärt Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Zwar sei der DTTB als Einzelverband sehr gut aufgestellt, jedoch würden die Asiaten besser trainieren. `Es wird dort deutlich früher, intensiver und in höheren Umfängen trainiert", so Schimmelpfennig: `Bei uns ist das, auch durch den engen Terminplan, manchmal einfach nicht möglich."

Beim Europe-Top-12-Turnier am Wochenende in Düsseldorf muss Boll allerdings erstmal seine Vormachtstellung auf dem eigenen Kontinent untermauern, bevor er den Blick in Richtung China richten kann. Gefahr lauert dabei nicht nur vom erfahrenen Weißrussen Wladimir Samsonow, sondern auch aus dem eigenen Team, das auf vier Kontrahenten angewachsen ist. (sid)

Dominik Kortus

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