Fortunas Sascha Rösler will sich nicht verbiegen lassen
22.02.2012 | 19:13 Uhr 2012-02-22T19:13:00+0100
Düsseldorf. Sascha Rösler macht derzeit keine einfache Phase durch. Spätestens seit seiner öffentlichen Fehde mit Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh steht der Offensivspieler der Fortuna unter besonderer Beobachtung. Doch der 34-Jährige will sich auf seine alten Tage nicht mehr verbiegen lassen.
Es gibt selten Situationen, in denen Sascha Rösler herumdruckst. Der 34-jährige Antreiber wirkt außerhalb des Spielfeldes umgänglich, gradlinig, souverän, wortgewandt. Dann kam das Scharmützel mit Frankfurts Übungsleiter Armin Veh. Nach dem Ausgleichstreffer per strittigem Foulelfmeter für die Fortuna gifteten sich die Kontrahenten an. Rösler überspannte gebärdenreich den Bogen, sah die Gelb-Rote Karte – und erlegte sich, gegen die offene Art seines Medienumgangs, ein (kleines) Schweigegelübde auf.
Rösler entschuldigt sich für Verhalten
Offenbar nicht ganz freiwillig. Vergangenen Samstag wurde, wie sich nun herausstellte, unverhofft der imaginäre Maulkorb abgenommen: Großes Exklusivinterview mit einem Wochenmagazin, das seit Mittwoch an den Kiosken zu kaufen ist! „Das war wenig angenehm und auch nicht meine Entscheidung“, gestand Rösler gestern nach dem Training eher kleinlaut ein.
Natürlich hieß der Blondschopf mit dem Abstand einiger Tage sein Verhalten gegen den Aufstiegsmitkonkurrenten nicht für gut: „Da hatte sich schon vor dem Match einiges hochgeschaukelt. Aber es fielen auch auf dem Platz nur Wörter. Es war ja nicht so, dass wir uns auf dem Rasen geschlagen haben. Trotzdem bleibt es von mir eine dumme Aktion.“ Vor allem deshalb, weil der spielstarke Rösler es eigentlich nicht nötig hat, den psychologischen Bogen strafenrelevant zu überspannen.
Trotzdem wird sich der Offensivkicker, der aufgrund seiner provokanten Spielweise seit jeher Kicker, Offizielle und Zuschauer polarisiert, auch im restlichen Saisonverlauf nicht zurücknehmen: „Rösler light gibt es nicht! Ich bin wie ich bin und werde mich sicher als Fußballer nicht mehr ändern. Wenn ich das müsste, würde ich wohl eher mit dem Fußball aufhören.“
Alemannia Aachen ist ein unangenehmer Gegner
Was Rösler natürlich nicht tut. Montagabend (20.15 Uhr, Arena, live im DerWesten-Ticker) wartet das Heimspiel gegen Alemannia Aachen. In der Printenstadt ist der Fortune mit Lebensgefährtin Annika zu Hause. Einer seiner besten Freunde ist Alemannias Defensivkicker Thomas Stehle. „Wir telefonieren viel, reden aber in der Woche vor dem direkten Duell nicht allzuviel über das anstehende Match“, sagt Rösler.
Der verfolgt die Situation rund um den Tivoli intensiv: „Mit dem Friedhelm (Funkel, d. Red.) als Trainer läuft es besser. Trotzdem kämpft Alemannia ums Überleben.“
Unter Bundesliga-Urgestein Funkel haben sich die Schwarz-Gelben gefangen. Nach nur zwei Toren und vier Punkten aus den ersten neun Partien liest sich die Bilanz ab Spieltag 10 beruhigender: drei Siege, sieben Remis’, vier Niederlagen, 19:21 Tore, seit sechs Spielen nicht verloren.
Übrigens: Timo Furuholm übte gestern wieder mit, Kapitän Andreas Lambertz wegen einer Oberschenkelquetschung nicht. Der Einsatz des Mittelfeldrackerers gegen Aachen ist leicht fraglich.
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