Fortunas kleines Nationalteam
28.03.2011 | 18:45 Uhr 2011-03-28T18:45:00+0200
Düsseldorf. Die Fortuna-Fans dürften heute Abend noch ein paar Prozentpunkte intensiver auf die ZDF-Bilder vom deutschen Testkick gegen Australien in Mönchengladbach blicken. Nach letztem Stand der Dinge steht nämlich der erst am Freitag vorgestellte Neu-Fortune Robbie Kruse (22) in der Startelf von Australiens Nationaltrainer Holger Osieck (ehemals VfL Bochum).
Der Angreifer soll neben Harry Kewell (Galatasaray Istanbul) vorn den verletzten Tim Cahill (FC Everton) ersetzen. Kruse käme für die „Aussies“ zu seinem fünften Länderspieleinsatz.
Mit der Verpflichtung des schnellen, dynamischen Offensivkickers von Melbourne Victory hat die Fortuna ihren Pool an Nationalspielern erweitert. Mittlerweile gibt es fünf – wenn man Sandor Torghelle hinzuzählt, der allerdings seit vergangenen Sommer für die Ungarn nach dem Wechsel auf der Cheftrainerposition nicht mehr zum Zug kommt. Beim jüngsten 0:4 gegen die Niederlande verloren die Magyaren ohne den Angreifer. Und werden es heute Abend in Amsterdam beim EM-Qualifikationsrückspiel gegen den Vizeweltmeister wohl wieder tun.
U-20-Kick gegen Polen
In Saft und Brot steht indes Maximilian Beister bei der U-20-Nationalmannschaft. Der ehemalige Hamburger, der vom HSV für zwei Saisons an die Fortuna ausgeliehen ist, kam zuletzt in der Länderspielrunde beim 1:1 gegen Polen in Cottbus für eine Halbzeit zum Einsatz.
Eine selbst auferlegte Pause hat sich Patrick Zoundi verschrieben. Der Mittelfeld-Stammkicker von Burkina Faso wollte sich seit Sommer voll auf die Fortuna konzentrieren. Was seit einigen Wochen nicht so ganz glückt. Zoundi plagt sich immer noch mit einer Oberschenkelzerrung herum. Überdies haben Berater-Streitigkeiten dazu geführt, von Seiten der Fortuna die Vertragsverhandlungen für die neue Saison auf Eis zu legen. Mindestens bis kommenden Freitag, wenn Sportvorstand Wolf Werner aus dem Malediven-Kurzurlaub zurückerwartet wird.
Klarer Fall, dass Zoundi am Wochenende auch nicht in der Heimat war, um seine Burkiner bei der Afrika-Cup-Qualifikation zu unterstützen. Gegen Namibia gelang ein müheloser 4:0-Sieg. Burkina Faso bleibt Erster in seiner Gruppe.
Gut in der Spur läuft auch die Demokratische Republik Kongo, das Heimatland von Fortuna-Verteidiger Assani Lukimya-Mulongoti. „DRC“ setzte sich ohne den Innenverteidiger am Wochenende mit 3:0 gegen Mauritius durch. Lukimya war zum ersten Qualifikationsspiel gegen den Gruppenersten Senegal (2:4) in Lubumbashi dabei, hat aber auf seiner Stammposition harte Konkurrenz aus der französischen ersten Liga.
„DRC“ vor Kamerun
Das ehemalige Zaire, erster schwarzafrikanischer WM-Teilnehmer von 1974, liegt in der Gruppe hinter dem verlustpunktfreien Senegal, aber derzeit sogar vor Kamerun auf Platz zwei.
Übrigens: Die beiden bisher letzten deutschen A-Nationalspieler der Fortuna sind Rudi Bommer und Manfred Bockenfeld. Beide standen am 15. Februar 1984 in Sofia auf dem Platz. Es war Bockenfelds einziger Einsatz, während Bommer weitere fünf Länderspiele (bis zum 12. September 1984: 1:3 gegen Argentinien) folgen ließ.
Wo wir bei international sind: Neuzugang Robbie Kruse ist erst der dritte Australier, der das Dress der Fortuna-Profis überstreift. Zwei Kängurus gaben schon ihre Visitenkarte im alten Rheinstadion und im Paul-Janes-Stadion ab.
Der heute 37-jährige Australien-Kroate Frank Juric hütete zwischen 1997 und 1999 genau 36-mal das rot-weiße Gehäuse in der zweiten Liga. Der von den Collingwood Warriors verpflichtete Keeper stand zuletzt 2008 im Aufgebot des A-League-Teams Perth Glory.
Eine Oberliga-Saison mit Fortuna bestritt Anthony Roche 2003/04. Der als Angreifer von den Brisbane Strikers geholte Australien-Franzose entpuppte sich in Liga vier eher als Abwehrspieler. In zwölf Matches gelang in der Aufstiegssaison kein Treffer. Der heute 34-Jährige war zuletzt 2005/06 in England aktiv. Für den Drittligisten Yeovil Town.
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