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Fortunas Defensive brach gegen Wolfsburg auseinander

28.10.2012 | 19:00 Uhr
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Da war das Match gelaufen: Diego jubelt, Tobias Levels und Ronny Garbuschewski sind bedient.Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Fußball-Bundesliga-Rückkehrer Fortuna Düsseldorf kassierte nach einer enttäuschenden zweiten Halbzeit beim 1:4 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg die dritte Niederlage in Serie - und enttäuschte offensiv wie defensiv.

Die jüngste Bilanz der Fußball-Fortunen nach dem 1:4 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg, dem 0:5 gegen Rekordmeister Bayern München und einer späten 0:1-Niederlage beim FSV Mainz 05 geht zwar noch nicht als Krise durch. Zum Totlachen ist die Ausbeute allerdings noch weniger. Cheftrainer Norbert Meier probierte es am Tag nach der Schüttelrutsche gegen (von Felix Magath) befreit aufspielende „Wölfe“ mit Sachlichkeit. Die Spielanalyse der herben Heimniederlage gab’s gestern Morgen im Rahmen eines Frühstücks im VIP-Zelt.

„Fußball“, hatte Meier am Samstag nach der defensiv soliden ersten, aber einer komplett schwachen zweiten Halbzeit erklärt, „ist immer auch eine Frage der Qualität.“ Die bis kurz vor der Pause ordentliche Organisation der Gastgeber bröckelte mit zunehmender Dauer gegen spielerisch klar bessere Gäste. Spätestens mit den beiden Gegentreffern kurz nach der Pause war das Treffen entschieden.

Frymuth sieht sich bestätigt

Einzig die Konsequenz aus einem vermeintlichen Sandwich-Foul im VfL-Strafraum von Josue und Olic an Fortunas Außenverteidiger Tobias Levels in Halbzeit eins hätte die Partie in die rot-weiße Richtung lenken können. Referee Welz mochte aber in der 26. Spielminute nicht den möglichen Elfmeter pfeifen.

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Fortuna Düsseldorf muss jetzt Stress-Resistenz zeigen
Fortuna Düsseldorf muss jetzt Stress-Resistenz zeigen

Neun Gegentreffer vor heimischer Kulisse binnen einer Woche klingt nicht nur hart. Wenn nach dem günstigen, ehrlicherweise auch etwas glücklichen Start in die Bundesliga tatsächlich jemand geglaubt hatte, die Fortuna segelt fröhlich im Konzert der Oberhaus-Etablierten mit, der sollte schleunigst umdenken.

Man muss an dieser Stelle mit Kapitän Andreas Lambertz konform gehen, der nach der schwachen zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg betonte, man dürfe sich jetzt nicht unterkriegen lassen. Schlusslicht hin, Trainerwechsel her: Die VW-Begünstigten sind komplett eine andere Kragenweite. Dass die Konkurrenz, wie zuletzt Freiburg, trotzdem Punkte abgreifen konnte, lag auch an grün-weißen Befindlichkeiten gegenüber dem beurlaubten Felix Magath.

Die kommenden Spiele werden nicht einfach

Die waren am Samstag eben nicht mehr gegeben. Pech für Fortuna. Und so nahm das Match den unterschwellig bei vielen befürchteten Lauf. Spätestens jetzt wird es darauf ankommen, die von Cheftrainer Meier so gern zitierte „Stress-Resistenz“ auch zu zeigen.

Das dürfte gerade nach den Heimpleiten gegen Wolfsburg oder die Bayern, in denen man klar unterlegen war, kein Kinderspiel sein. Die Gladbacher im Pokalspiel am Mittwoch und die Leverkusener in der Bundesliga am Sonntag machen als Europa-League-Starter das Vorhaben problematisch.

Viel mehr ging nach vorne nicht. Obwohl Coach Meier zwischenzeitlich mit Dreierkette und all seinen Offensivkickern auf dem Rasen nichts unversucht gelassen hatte. „Die Realität Bundesliga ist etwas anderes als das, was wir am Anfang der Saison gesehen haben. Ich sehe mich in meiner Sichtweise nach dem Bayern-Spiel bestätigt“, erklärte Vorstandschef Peter Frymuth – ohne wirkliche Genugtuung.

Entscheidende Fehler

Mangelhaftes Defensivverhalten musste man den Fortunen am Samstag in diesen fünf (entscheindenden) Szenen vorwerfen:

Lattenkopfball durch Dost (45.): Voronins Fehler und mangelndes Nachsetzen im Mittelfeld beschworen die Szene herauf. Juanan und Bodzek klären die Kugel vor dem Strafraum unzureichend, sodass Diego zur weiten Flanke kommt. Dosts Kopfball lenkte Keeper Giefer zwar so gerade eben an die Latte. Doch fast mit dem Pausenpfiff schienen die Gäste das nötige Ausrufezeichen gesetzt zu haben.

0:1 durch Dost (50.): Polaks weiter Gassenpass auf den linken Flügel brachte den bis dahin eher behäbigen Olic in Position. Levels ließ dem Ex-Bayern-Angreifer zu viel Spielraum. Ehrendivisionstorjäger Dost stand zwischen den Innenverteidigern Langeneke und Juanan blank. Und lochte mühelos ein.

0:2 durch Olic (53.): Hier griff Kapitän Lambertz den VfL-Spielmacher Diego im Fortuna-Strafraum nicht wirklich an. Die flache Hereingabe erreichte Olic einschussbereit am linken Pfosten stehend. Wieder war Levels entscheidend zu weit vom Gegenspieler weg.

0:3 durch Dost (64.): Der dritte Gegentreffer fiel spiegelverkehrt im Vergleich mit dem 0:1. Fagners weiter Einwurf schickte den Japaner Hasebe auf der entblößten linken Abwehrseite der Fortuna in die Flankenposition. Dost schlug wieder genau zwischen Juanan und Langeneke zu. Wie im Training.

1:4 durch Diego (78.): Der in der zweiten Halbzeit spielfreudige Brasilianer tankte sich schnellen Schrittes wieder durch die löchrige Abwehr. Finks Schubser mit der linken Hand zog den Elfmeterpfiff nach sich. Dass der Mittelfeldrenner auch noch einen Platzverweis kassierte, war Folge einer harten Regelauslegung des Referees Welz, der im Strafraum eine klare Torchance vereitelt gesehen hatte.

Die doppelte Bestrafung in dieser Szene trifft Fortuna nachhaltig. Allrounder Fink steht mit Lauf- und Zweikampfstärke für eine gewisse Substanz. Nicht nur im defensiven Mittefeld, auch gelegentlich in der Vorwärtsbewegung. Die zu erwartende Zwei-Spiele-Sperre dürfte nächsten Sonntag in Leverkusen zumindest eine neue Chance für die vermeintlich Etablierten sein: Axel Bellinghausen oder Du-Ri Cha.

DAS SPIEL IN DER STATISTIK:

Fortuna: Giefer – van den Bergh (75. Ilsø), Juanan, Langeneke, Levels – Fink, Bodzek (56. Garbuschewski) – Lambertz, Voronin, Kruse – Schahin (56. Rafael).

Wolfsburg: Benaglio – Schäfer, Kjaer, Naldo, Fagner – Josue, Polak (86. Kahlenberg) – Olic (82. Rodriguez), Diego, Hasebe – Dost (86. Lakic).

Schiedsrichter: Tobias Welz (SpVgg Nassau Wiesbaden).

Zuschauer: 45 673.

Tore: 0:1 (50.) Dost, 0:2 (53.) Olic, 0:3 (64.) Dost, 1:3 (71.) Langeneke (Foulelfmeter), 1:4 (78.) Diego (Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Fink (1.), Ilsø (1.).

Rote Karte: Fink (78., Foulspiel im Strafraum).

Eckbälle: 1:4 (0:4).

Torchancen: 3:9 (1:2).

Torschüsse: 6:10.

Ballbesitz: 46:54 Prozent.

Gewonnene Zweikämpfe: 43:57 Prozent.

Foulspiele: 19:18.

Flankenbälle: 14:26.

So geht es weiter: Fortuna – Borussia Mönchengladbach (zweite Runde im DFB-Pokal; Mi. 20.30 Uhr, Arena, live im Ticker).

Fortuna verliert gegen Wolfsburg

 

Michael Ryberg

Kommentare
29.10.2012
10:54
Fortunas Defensive brach gegen Wolfsburg auseinander
von somnitz | #2

Ich möchte das ganze mal ein bisschen relativieren. Fakt ist, dass wir zum Schluss recht glücklich den Aufstieg geschafft haben (Spiele Fürth, Duisburg). Dann haben wir Leistungsträger verloren und im Prinzip nur den Kader aufgefüllt. Ausnahme ist mit Sicherheit der Torhüter, obwohl wir da mit Robert Allner schon einen guten hatten.
Mit dem Material kombiniert mit dem Spielsystem, kommt man zwangsläufig unter die Räder. Ein 4-2-3-1 funktioniert nur dann, wenn die 3 offensiven Mittelfeldspieler in der Lage sind, Torgefahr auszustrahlen. Das ist nicht gegeben. Der einzige Lichtblick nach vorne ist Ilsö, kein Kruse und auch kein Fink sind offensiv sehr stark. Man sollte Voronin in die Spitze setzen, Shahin über links kommen lassen und über rechts Reisinger. Für Bodzek den Bellinghausen ins defensive Mittelfeld.
Bezeichnend für die Situation ist doch, dass es nur gefährlich wird, wenn Levels und van den Berg über die Flügel kommen (Schalke).
Ansonsten müssen alle die Ruhe bewahren

28.10.2012
22:58
Fortunas Defensive brach gegen Wolfsburg auseinander
von wolla | #1

Es fehlten bei der Fortuna in erster Linie:

Kampfgeist und Laufbereitschaft

Fink, Lambertz und Bodzek haben mangelhaft bis ungenügend gespielt. Ein Desaster!

Schon in HZ 1 wurde Angsthasenfussball gespielt, statt die verunsicherten Wolfsburger mit energischem Pressing zu Fehlern zu zwingen.

Schahin hing wieder völlig in der Luft und der arme Voronin muss verzweifeln ob der Unfähigkeit der meisten seiner Mitspieler.

Es wurden 18 Neue geholt, davon haben es gerade mal 3 - 4 in die Mannschaft geschafft.

Im Winter muss nachgebessert werden, sonst geht es wieder in Liga 2.

1 Antwort
Fortunas Defensive brach gegen Wolfsburg auseinander
von Blende-Jochen | #1-1

Völlig richtig, bis auf die Nachbesserung in der Winterpause. Ich finde es dermaßen lächerlich, alles an Voronin fest zu machen. Er ist für viele jetzt der Sündenbock, obwohl ich ihn in der 1. HZ als einzig einigermaßen guten Fortunen gesehen habe. Meier muss einfach mal etwas anderes probieren. 10 (!) Tore in drei Spielen sprechen gegen diese Taktik, die sehr defensiv ist, aber in diese Desaster mündete.

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