Fortunas Defensive brach gegen Wolfsburg auseinander

Da war das Match gelaufen: Diego jubelt, Tobias Levels und Ronny Garbuschewski sind bedient.
Da war das Match gelaufen: Diego jubelt, Tobias Levels und Ronny Garbuschewski sind bedient.
Foto: Kai Kitschenberg
Was wir bereits wissen
Fußball-Bundesliga-Rückkehrer Fortuna Düsseldorf kassierte nach einer enttäuschenden zweiten Halbzeit beim 1:4 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg die dritte Niederlage in Serie - und enttäuschte offensiv wie defensiv.

Düsseldorf.. Die jüngste Bilanz der Fußball-Fortunen nach dem 1:4 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg, dem 0:5 gegen Rekordmeister Bayern München und einer späten 0:1-Niederlage beim FSV Mainz 05 geht zwar noch nicht als Krise durch. Zum Totlachen ist die Ausbeute allerdings noch weniger. Cheftrainer Norbert Meier probierte es am Tag nach der Schüttelrutsche gegen (von Felix Magath) befreit aufspielende „Wölfe“ mit Sachlichkeit. Die Spielanalyse der herben Heimniederlage gab’s gestern Morgen im Rahmen eines Frühstücks im VIP-Zelt.

„Fußball“, hatte Meier am Samstag nach der defensiv soliden ersten, aber einer komplett schwachen zweiten Halbzeit erklärt, „ist immer auch eine Frage der Qualität.“ Die bis kurz vor der Pause ordentliche Organisation der Gastgeber bröckelte mit zunehmender Dauer gegen spielerisch klar bessere Gäste. Spätestens mit den beiden Gegentreffern kurz nach der Pause war das Treffen entschieden.

Frymuth sieht sich bestätigt

Einzig die Konsequenz aus einem vermeintlichen Sandwich-Foul im VfL-Strafraum von Josue und Olic an Fortunas Außenverteidiger Tobias Levels in Halbzeit eins hätte die Partie in die rot-weiße Richtung lenken können. Referee Welz mochte aber in der 26. Spielminute nicht den möglichen Elfmeter pfeifen.

Fortuna Viel mehr ging nach vorne nicht. Obwohl Coach Meier zwischenzeitlich mit Dreierkette und all seinen Offensivkickern auf dem Rasen nichts unversucht gelassen hatte. „Die Realität Bundesliga ist etwas anderes als das, was wir am Anfang der Saison gesehen haben. Ich sehe mich in meiner Sichtweise nach dem Bayern-Spiel bestätigt“, erklärte Vorstandschef Peter Frymuth – ohne wirkliche Genugtuung.

Entscheidende Fehler

Mangelhaftes Defensivverhalten musste man den Fortunen am Samstag in diesen fünf (entscheindenden) Szenen vorwerfen:

Lattenkopfball durch Dost (45.): Voronins Fehler und mangelndes Nachsetzen im Mittelfeld beschworen die Szene herauf. Juanan und Bodzek klären die Kugel vor dem Strafraum unzureichend, sodass Diego zur weiten Flanke kommt. Dosts Kopfball lenkte Keeper Giefer zwar so gerade eben an die Latte. Doch fast mit dem Pausenpfiff schienen die Gäste das nötige Ausrufezeichen gesetzt zu haben.

0:1 durch Dost (50.): Polaks weiter Gassenpass auf den linken Flügel brachte den bis dahin eher behäbigen Olic in Position. Levels ließ dem Ex-Bayern-Angreifer zu viel Spielraum. Ehrendivisionstorjäger Dost stand zwischen den Innenverteidigern Langeneke und Juanan blank. Und lochte mühelos ein.

0:2 durch Olic (53.): Hier griff Kapitän Lambertz den VfL-Spielmacher Diego im Fortuna-Strafraum nicht wirklich an. Die flache Hereingabe erreichte Olic einschussbereit am linken Pfosten stehend. Wieder war Levels entscheidend zu weit vom Gegenspieler weg.

0:3 durch Dost (64.): Der dritte Gegentreffer fiel spiegelverkehrt im Vergleich mit dem 0:1. Fagners weiter Einwurf schickte den Japaner Hasebe auf der entblößten linken Abwehrseite der Fortuna in die Flankenposition. Dost schlug wieder genau zwischen Juanan und Langeneke zu. Wie im Training.

1:4 durch Diego (78.): Der in der zweiten Halbzeit spielfreudige Brasilianer tankte sich schnellen Schrittes wieder durch die löchrige Abwehr. Finks Schubser mit der linken Hand zog den Elfmeterpfiff nach sich. Dass der Mittelfeldrenner auch noch einen Platzverweis kassierte, war Folge einer harten Regelauslegung des Referees Welz, der im Strafraum eine klare Torchance vereitelt gesehen hatte.

Die doppelte Bestrafung in dieser Szene trifft Fortuna nachhaltig. Allrounder Fink steht mit Lauf- und Zweikampfstärke für eine gewisse Substanz. Nicht nur im defensiven Mittefeld, auch gelegentlich in der Vorwärtsbewegung. Die zu erwartende Zwei-Spiele-Sperre dürfte nächsten Sonntag in Leverkusen zumindest eine neue Chance für die vermeintlich Etablierten sein: Axel Bellinghausen oder Du-Ri Cha.

DAS SPIEL IN DER STATISTIK:

Fortuna: Giefer – van den Bergh (75. Ilsø), Juanan, Langeneke, Levels – Fink, Bodzek (56. Garbuschewski) – Lambertz, Voronin, Kruse – Schahin (56. Rafael).

Wolfsburg: Benaglio – Schäfer, Kjaer, Naldo, Fagner – Josue, Polak (86. Kahlenberg) – Olic (82. Rodriguez), Diego, Hasebe – Dost (86. Lakic).

Schiedsrichter: Tobias Welz (SpVgg Nassau Wiesbaden).

Zuschauer: 45 673.

Tore: 0:1 (50.) Dost, 0:2 (53.) Olic, 0:3 (64.) Dost, 1:3 (71.) Langeneke (Foulelfmeter), 1:4 (78.) Diego (Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Fink (1.), Ilsø (1.).

Rote Karte: Fink (78., Foulspiel im Strafraum).

Eckbälle: 1:4 (0:4).

Torchancen: 3:9 (1:2).

Torschüsse: 6:10.

Ballbesitz: 46:54 Prozent.

Gewonnene Zweikämpfe: 43:57 Prozent.

Foulspiele: 19:18.

Flankenbälle: 14:26.

So geht es weiter: Fortuna – Borussia Mönchengladbach (zweite Runde im DFB-Pokal; Mi. 20.30 Uhr, Arena, live im Ticker).