Fortuna muss ohne Sergio Pinto planen

Fortunas neuer Sportdirektor Rachid Azzouzi und der neue Cheftrainer Frank Kramer haben sich bei ihrer Suche nach neuen Spielern für den Fußball-Zweitligisten eine ganz klare Prioritätenliste gesteckt. Auf der Position des Innenverteidigers muss personell noch ebenso nachgebessert werden wie im Angriff. Wobei die Suche nach einem neuen Stürmer ganz klar Vorrang genießt, wie Azzouzi gestern durchblicken ließ. Natürlich würde Fortunas neues Führungs-Duo nur allzu gerne noch vor dem Vorbereitungsstart am Freitag Vollzug melden. „Die Stürmersuche ist aber nun leider kein Wunschkonzert“, verdeutlicht der Sportdirektor, „für den richtigen Spieler braucht man schon mal einen etwas längeren Atem.

Seit gestern hat sich die Prioritätengewichtung bei den Verantwortlichen um eine entscheidende Position erweitert, denn in der Personalie Sergio da Silva Pinto ist es mit reichlich Geduld nicht (mehr) getan. Die Hoffnungen auf eine baldige Genesung des defensiven Mittelfeldspielers sind derart vage geworden, dass die Verantwortlichen sich dazu entschließen mussten, für die kommende Saison ohne den 34-Jährigen zu planen. Pinto, der sich am zwölften Spieltag der abgelaufenen Meisterschaftsrunde Ende Oktober bei der Nullnummer gegen Erstliga-Aufsteiger FC Ingolstadt einen Kieferbruch zugezogen hatte und rund zwei Monate später im Training erneut einen Ball an die Bruchstelle abbekam, ist noch immer nicht schmerzfrei.

„Wir können derzeit nicht mit ihm planen“, sagt Sportdirektor Azzouzi, „das haben wir dem Spieler in einem offenen Gespräch auch so mitgeteilt. Es ist wichtig, dass wir dennoch weiterhin alles versuchen, was zu seiner Genesung beiträgt.“ Dabei spielte Pinto in den Planungen von Chefcoach Kramer eine tragende Rolle: „So ein Spieler hätte uns gut zu Gesicht gestanden. Sergio muss jetzt aber erst einmal in der Reha weiterhin an seinem Zustand arbeiten. Wenn er im Oktober wieder auf der Matte stehen sollte, würden wir uns natürlich riesig freuen. Das Zeitfenster ist jedoch ungewiss.“

Wie wichtig Sergio da Silva Pinto für die Mannschaft ist, wurde bezeichnender Weise erst ersichtlich, als diese nach seiner Kieferverletzung ohne ihn auskommen musste. Mit Julian Koch von Erstligist 1. FSV Mainz 05 hat die Fortuna zwar bereits einen neuen Sechser verpflichtet, nach Pintos Ausfall auf unbestimmte Zeit besteht jedoch weiterer Handlungsbedarf. Zumal mit Pinto einer der Leitwölfe der Mannschaft ausfällt. Jene Charakterzüge will Coach Kramer jedoch bei all seinen Spielern sehen. „Wir haben ausschließlich Jungs geholt, die Bock auf Fortuna haben. Wenn ich mit meiner neunjährigen Tochter Schwarzer Peter spiele, dann lasse ich sie nicht gewinnen. Ich bin ein schlechter Verlierer und das erwarte ich auch von jedem einzelnen Spieler meiner Mannschaft“, so Frank Kramer.

Langer Weg zu Beister-Transfer

Ein Spieler, der seinen Ehrgeiz in Düsseldorf schon unter Beweis gestellt hat, ist Maximilian Beister. Seit Monaten bemüht sich die Fortuna um eine Rückkehr des beim Hamburger SV auf der Abschussliste stehenden Flügelflitzers. Nicht zuletzt angesichts einiger Interessenten aus dem Fußball-Oberhaus mahnen Azzouzi und Kramer, dass eine Rückkehr des Blondschopfs für die Fortuna noch „ein sehr weiter Weg“ werden könnte.