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Fortuna erklimmt die Spitze auf Wackelbeinen

28.11.2011 | 23:06 Uhr
Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz, hier im Duell mit dem Fürther Torschützen Edgar Prib, verlängerte seinen Vertrag in Düsseldorf vorzeitig bis 2014.Foto: Getty

Düsseldorf. Fortuna erklomm vor 33 017 stimmgewaltigen Zeugen in der Arena auf Wackelbeinen die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga. Beim letztlich verdienten 2:1 (2:0)-Heimsieg über die Spielvereinigung Greuther Fürth reichte eine starke Halbzeit aus. Nach der Pause verloren die Schützlinge von Cheftrainer Norbert Meier völlig den Faden. Und zitterten sich zum achten Heimsieg im achten Heimspiel.

Der Montag hatte für die Fortunen mit Licht und Schatten angefangen. Kapitän Andreas Lambertz verlängerte seinen Vertrag erwartungsgemäß um zwei Spielzeiten und geht damit in sein elftes und zwölftes Jahr bei Fortuna. Ersatzkeeper Robert Almer hatte sich indes im Abschlusstraining einen Mittelhandbruch zugezogen. Markus Kraus saß für den Österreicher auf der Ersatzbank.

Ilsø ersetzte Rösler

Cheftrainer Norbert Meier schenkte dem Dänen Ken Ilsø als Spielmacher-Ersatz für den gesperrten Sascha Rösler das Vertrauen. Keine schlechte Wahl im Verbund mit Alleinspitze Maximilian Beister, für den Thomas Bröker ins rechte Mittelfeld auswich. Eine Variante, die Meier schon desöfteren erfolgreich praktiziert hatte.

Die Fürther zeigten durchaus ihr spielerisch hohes Vermögen. Fortuna wirkte jedoch zweikampfstärker, laufintensiver. Und machte deutlich weniger Fehler.

Der Führungstreffer sprach für sich: Nach einem erkämpften Ball vor dem fränkischen Strafraum zog „Maxi“ Beister einfach mal ab. Keeper Grün faustete die Kugel vor den Stiefel von Oliver Fink. Der staubte ab und beendete mit seinem dritten Saisontreffer seine seit dem 5. August (4:1 über Ingolstadt) anhaltende Flaute.

Fortuna besiegt Fürth

Fortuna riss nun die Regie an sich, die Gäste leisteten sich grobe Schnitzer. Die Ballverluste von Prib und Fürstner wussten Beister und Ilsø im Strafraum nicht zu nutzen (32./33.). Zuvor hatte Ilsø freistehend den Chancenhattrick eingeleitet, schoss aber die Kugel knapp über den Balken, anstatt den mitgelaufenen Beister zu bedienen (30.).

Als dann auch noch Kleines Zupfer gegen Bröker im Fürther Strafraum in einen berechtigten Foulelfmeter mündete, schien das Spitzenspiel frühzeitig gelaufen. Abwehrchef Jens Langeneke schob die Kugel, souverän wie ein Wächter vor dem Goldschatz von Fort Knox, flach und unerreichbar ins rechte Toreck.

Konnte da noch etwas schiefgehen? Im Prinzip nicht. Nur, genau das hatten die Rot-Weißen offenbar in der Kabine verändert. Statt Dominanz war nun abwarten plötzlich die Devise. Fürth diktierte das Geschehen und kam zum Anschluss. Prib köpfte ungedeckt eine Schmidtgal-Hereingabe in die Maschen. Der Treffer war allerdings strittig. Zuvor hatte Schröck im Zweikampf gegen Lambertz gegräscht.

Das Match gewann an Härte. Referee Gagelmann entschied nicht immer glücklich. Fürstners ungestrafter Tritt gegen Bodzek hätte eigentlich die Gelb-Rote Karte nach sich ziehen müssen.

Fortunas Plus: Außer einem Schahin-Treffer, der wegen eines Fouls an Keeper Ratajczak nicht gegeben wurde, spielten die Gäste trotz Dauerdruck keine klare Chance mehr heraus. Trotzdem war der Schlusspfiff nach 93 Minuten eine Erlösung für den neuen Tabellenführer.

Michael Ryberg



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