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Fortuna Düsseldorf testet gegen den Topverdiener des Planeten

11.07.2012 | 20:28 Uhr
Tut harmlos, ist aber nach wie vor ein gefährlicher Stürmer: Samuel Eto'o.

Düsseldorf.  Am Samstag bekommt die Düsseldorfer Fortuna schillernden Besuch in ihrem österreichischen Trainingslager: Der neureiche FC Anzhi Makhachkala testet gegen die Düsseldorfer, mit dabei ist auch Samuel Eto'o - der bestbezahlte Fußballer der Welt.

In Maria Alm wirkte die Fußball-Bühne gestern Nachmittag beschaulich. Der Blick aufs steinerne (Gebirgs-)Meer im grellen Sonnenlicht, die Restaurant-Terrassen rund um den winzigen Dorfplatz (mit zehn Parkplätzen!), die schnuckeligen Andenkenläden direkt daneben, gemütliche Hotels, freundliche Leute, der Dorfsportplatz des USV in leichter Schräglage, die weithin sichtbare Kirchturmspitze: Es deutet nicht viel darauf hin, dass im kleinen Urlauberdomizil ab heute Nachmittag schweißtreibend gearbeitet wird. Und innerhalb der achttägigen Trainingslager-Reise von Fußball-Bundesliga-Rückkehrer Fortuna auch stinkreiche Weltklasse zu sehen ist.

Eto’o rückt an

Beim Blick auf den nächsten Vorbereitungsgegner dürfte es nicht nur den Neuzugängen im Bauch kribbeln. Samstag geht es um 19 Uhr im wenige Kilometer entfernten Leogang gegen einen der aktuell schillerndsten Klubs in Europa.

Der FC Anzhi Makhachkala rückt mit Weltklassestürmer Samuel Eto’o an. Rund 350 000 Euro wöchentlich (!) soll der Kameruner, der mit der Rückennummer 99 auf dem gelben und lila-farbenen Dress aufläuft, beim russischen Erstligisten verdienen. Und ist damit der am besten verdienende Kicker des Erdballs. Ob’s 13 Treffer in 22 Liga-Spielen und „nur“ Platz fünf in der Tabelle rechtfertigen?

Die bestverdienenden Fußballer

Möglich macht das jedenfalls Milliardär Suleyman Kerimov. Im Januar 2011 hat der 46-jährige Russe die „Perle“ der von Terroranschlägen gebeutelten Krisenprovinz Dagestan, wie Anzhi in der Landesmundart übersetzt heißt, einverleibt. In der jüngsten „Reichenliste“ des Wirtschaftsmagazins Forbes wird Kerimov mit einem Privatvermögen von rund sieben Milliarden Euro auf Position 118 gelistet. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler machte in jungen Jahren als Duma-Mitglied nicht nur Politik. Sondern kaufte mit (geliehenem) Geld Anteile am Erdölunternehmen Nafta Moskau, an Gazprom, an Banken, dazu am Silberproduzenten Polymetal, dem fünftgrößten des Planeten. Offenbar keine schlechten Schachzüge.

Kerimov betrachtet Anzhi sicher nicht nur als Freizeitvergnügen. Der Finanzier will mit dem Team aus seiner Heimatrepublik etwas erreichen. Wie sehr ihm das am Herzen liegt? Jedem Teammitglied ist ein Bugatti-Sportflitzer im Wert von rund einer Million Euro ausgelobt, sollte es in den kommenden vier Jahren mit einem Meistertitel etwas werden.

Einstellungsvoraussetzung: Keine Flugangst

Der niederländische Cheftrainer Guus Hiddink und sein neuer Teamdirektor, der brasilianische Weltmeister von 2002, Roberto Carlos (38), sollen kürzlich sogar um die Dienste von Arsenal-Torjäger Robin van Persie gebuhlt haben. Der Holländer steht bei den Kanonieren zwar noch unter Vertrag. In Aussicht gestellte 45 Millionen Euro Honorar dürften aber wohl jeden Menschen schwindelig spielen.

Flugangst darf allerdings niemand der Stars haben, zu denen auch der russische Nationalspieler Yuri Zhirkov (im Sommer 2011 vom FC Chelsea gekommen) und der Kongolese Christopher Samba (für rund 14 Millionen Euro von den Blackburn Rovers) zählen. Aus Sicherheitsgründen trainieren die Anzhi-Kicker auf dem Rasen des Zweitligisten Saturn Moskau Oblast, rund 1600 Kilometer von Makhachkala entfernt und ebenfalls von Milliardär Kerimov unterstützt. Man lässt sich stets zu den Heimspielen im alten, 28 000 Zuschauer fassenden Khazar Stadion einfliegen. Und hat so eine längere Anreise als zur Hälfte der Auswärtsmatches.

Makhachkala „voll im Saft“

Beim einzigen UEFA-Cup-Auftritt in der Saison 2001/02 musste Anzhi aus Sicherheitsgründen das Heimspiel gegen die Glasgow Rangers in Warschau austragen.

Das Match gegen die Fortuna am Samstag ist übrigens der letzte Test für die Russen vor dem Start der neuen Saison am 22. Juli gegen Kuban Krasnodar. Das derzeit in Kitzbühel logierende Team aus Makhachkala dürfte also im Gegensatz zu den Schützlingen von Cheftrainer Norbert Meier „voll im Saft“ stehen. Ist ja auch schließlich schon das zweite Sommertrainingslager in Österreich. Coach Hiddink trimmte seine Truppe bereits vom 23. Juni bis zum 5. Juli in Irdning.

Michael Ryberg



Kommentare
11.07.2012
22:14
Die Fortuna testet gegen den Topverdiener des Planeten
von suedjuergen | #1

aua

absolut unnessessary article

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