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Fortuna-Aufsichtsratschef nimmt Meier und Werner in Schutz

22.05.2013 | 21:16 Uhr
Fortuna-Aufsichtsratschef nimmt Meier und Werner in Schutz
Fortunas Fahrplan für die sportliche Zukunft: Aufsichtsratschef Dirk Kall (Mitte), Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth (li.) und Finanzchef Paul Jäger beraten eifrig.Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Nach einer enttäuschenden Rückrunde ist Fortuna Düsseldorf in die 2. Bundesliga abgestiegen. Dennoch wehren sich die Verantwortlichen gegen branchenübliche Reflexe: Aufsichtsratschef Dirk Kall nimmt Trainer Norbert Meier und Sportvorstand Wolf Werner in Schutz.

Eines steht bei Fußball-Bundesliga-Absteiger Fortuna schon fest: Trainingsstart für die anstehende Zweitliga-Saison ist der 14. Juni um 10 Uhr – also sechs Tage eher als zunächst geplant. Bei der gestrigen Verabschiedung im Arena-Hotel verteilte Cheftrainer Norbert Meier an seine verbleibenden Kicker schon Trainingspläne für die spielfreie Zeit. Ein Abschiedspräsent erhielten HSV-Leihe Robert Tesche sowie Nando Rafael, Jens Langeneke, Robert Almer und Ken Ilsø. Leihkicker Andrey Voronin war nicht zugegen. Ob mit dem einen oder anderen über eine weitere Zusammenarbeit noch geredet wird, blieb offen.

Die interne Analyse der Abstiegssaison ging auch gestern weiter, wie Fortunas Aufsichtsratschef Dirk Kall im Interview betonte.

Herr Kall, wie sehen Sie die aktuelle Situation bei der Fortuna?

Dirk Kall: Sportlich ist sie natürlich enttäuschend. Wir werden den Abstieg weder auf ein Dortmunder Abseitstor, noch auf den letzten Bundesliga-Spieltag schieben. Seit Januar ging es schon abwärts. Nicht steil, aber stetig. Wie im Übrigen in der Rückrunde im Vorjahr auch. Dem gilt es, auf den Grund zu gehen.

Sehen Sie die Sportliche Leitung da in der Verantwortung?

Kall: Wolf Werner und Norbert Meier tragen sicher nicht die alleinige Schuld am Abstieg. Da müssen wir uns alle irgendwie an die Nase fassen. Dass der Sportvorstand und der Trainer nicht zufrieden mit der Rückrunde sind, versteht sich von selbst. Dennoch haben beide das Vertrauen von Vorstand und Aufsichtsrat verdient. Wenn nicht sie, wer dann? Mit dem sportlichen Erfolg der vergangenen Jahre unter Werner und Meier ist schließlich die Basis für die wirtschaftliche Genesung der Fortuna gelegt worden.

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Heißt, beide werden ihren Vertrag bis zum 30. Juni 2014 erfüllen?

Kall: Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, nüchtern analysieren, um dann das Fortuna-Schiff wieder flottzumachen. Wir haben intern immer zweigleisig geplant, deshalb ist Platz siebzehn für uns jetzt keine Katastrophe. Es gab sicher schon Absteiger, die unter schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen in die zweite Liga mussten.

Wird es für Fortuna das Ziel sein, den direkten Wiederaufstieg auszurufen?

Kall: Es ist nicht Aufgabe des Aufsichtsrates, ein sportliches Ziel auszugeben. Deshalb möchte ich mich hierbei auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Erst recht nicht, ohne dass die konkreten Planungen final abgestimmt sind. Dennoch bleibt es dabei, dass wir uns mittelfristig in der Bundesliga als sportlich und wirtschaftlich ernsthafter Mitspieler etablieren wollen. Wir waren auf einem guten Weg dorthin, haben jetzt aber den ersten Rückschlag seit einigen Jahren erlitten. Der wird aber sicher keine Kurzschlussreaktionen nach sich ziehen. Die über Jahre solide Arbeit des Vorstandes zahlt sich aus, so dass wir mit einer guten wirtschaftlichen Basis in der kommenden Saison in der zweiten Liga an den Start gehen werden.

Was heißt das konkret?

Kall: Wir werden den Weg der wirtschaftlichen Stabilität weitergehen, etwas anderes gibt es für uns nicht. Den sportlichen Erfolg werden wir sicher nicht mit finanziellem Harakiri suchen. Auch wenn der eine oder andere Außenstehende das in jüngerer Vergangenheit gefordert hat.

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Fortunas mediale Außendarstellung wirkte in den vergangenen Wochen, vorsichtig geschrieben, unglücklich. Hat Sie das geärgert?

Kall: Na ja, es lief sportlich nicht rund. Und berechtigte kritische Fragen sind auch nicht gerade angenehm. Es gab sicher Antworten, die nicht gerade glücklich waren. Da sollte man aber die Kirche im Dorf lassen. Alle waren und sind angespannt.

Von Mike Büskens bis Jörg Schmadtke werden seit Tagen die üblichen Verdächtigen als mögliche Nachfolger von Norbert Meier und Wolf Werner gehandelt. Wie sehr stört das die interne Analyse?

Kall: Das ist ja branchenüblich und interessiert uns nicht weiter. Meier und Werner haben noch für die nächste Saison Vertrag. Da erübrigt sich im Moment jeder Kommentar.

Michael Ryberg



Kommentare
23.05.2013
15:30
Fortuna-Aufsichtsratschef nimmt Meier und Werner in Schutz
von Petzinho | #3

Ich kenne einige Leute, die den Kauf einer Dauerkarte davon abhängig machen ob ein neuer Trainer kommt. Diesen Schlafwagenfussball unter Meier kann man sich doch nicht mehr antun. Die Mannschaft benötigt in jeder Hinsicht personelle Auffrischung. In der U23 spielen zahlreiche Talente. Meier ist einfach nicht der Typ dafür, um diese ranzuführen.

23.05.2013
01:03
Fortuna-Aufsichtsratschef nimmt Meier und Werner in Schutz
von wolla | #2

PS: fast noch schlimmer als der Abstieg ist allerdings die würdelose Verabschiedung von Jens Langeneke. Das die Forrtuna Führung fachlich nicht auf der Höhe ist, wusste man ja. Das man aber bei der Fortuna immer noch weder Stil noch Herz hat, ist leider auch nicht neu.

Danke, Jens Langenke. Der wahre Käptn geht von Bord: so schade !!!

22.05.2013
22:59
Fortuna-Aufsichtsratschef nimmt Meier und Werner in Schutz
von wolla | #1

Das darf ja wohl nicht wahr sein!! Das klingt ja so, als dürfte dieser Rückrundenversager Meier bei der Fortuna weiterstümpern. Himmel hilf. Evtl. werden Herr Kall und Co. ja wach, wenn es die Fotuna in Liga 2 einen ähnlich schlechten Start hat, wie vor 3 Jahren.
Es werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht und es wird letztlich doch nichts besser. Kein Wunder, daß die Sponsoren doch nicht so Schlange stehen, wie zuletzt behauptet. Vorstand und Aufsichtsrat haben doch durch Untätigkeit bereits fahrlässig den Abstieg mitverschuldet und nun will man mit Meier weitermachen, diesem selbstherrlichen 2. Liga Trainer? Unfassbar. Wie man mit Jens Langeneke seitens der Fortuna umgeht, passt übrigens ins Bild. Grauenhaft. Bald wieder in Liga 3, wetten?

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