Fortuna-Abwehr bekam Wirbelwind Yamada nicht in den Griff

Fortunas Joel Pohjanpalo im Zweikampf mit dem pfeilschnellen Japaner.
Fortunas Joel Pohjanpalo im Zweikampf mit dem pfeilschnellen Japaner.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Beim 1:1 von Fortuna Düsseldorf und dem Karlsruher SC war KSC-Angreifer Hiroki Yamada maßgeblich an allen spielentscheidenden Szenen beteiligt.

Düsseldorf.. Hiroki Yamada – dieser Name dürfte sich spätestens seit Sonntag in das Gedächtnis der meisten Fortunen eingebrannt haben. Der quirlige Japaner in Reihen des Karlsruher SC war an allen relevanten Szenen des 1:1-Remis zum Start aus der Winterpause der 2. Fußball-Bundesliga beteiligt und stellte eindrucksvoll unter Beweis, warum die Badener auch eine rund drei Millionen Euro schwere Offerte aus dem arabischen Raum für ihren Kreativposten ausschlugen.

Yamada, der mit der Vita von 30 Toren und 25 Assists in 129 Spielen von Jubilo Iwata im Wildpark aufschlug, war von der Fortuna einfach nicht in den Griff zu bekommen und überall auf dem Feld zu finden: bei der ersten Verwarnung von Jonathan Tah, die dem kurz darauf folgenden Platzverweis vorausging. Bei der Verletzung von Christian Gartner, der sich beim Versuch, den Japaner mit einer Grätsche zu stoppen, einen Außenbandriss im Sprunggelenk zuzog und mindestens einen Monat lang ausfallen dürfte. Und schließlich auch bei der Szene, die zum Elfmeter führte, als Fortunas Abwehrchef Adam Bodzek den 26-Jährigen im Strafraum zu Fall brachte.

Fast den Ausgleichstreffer vereitelt

Analyse Es fehlten nur Zentimeter, und der 1,76 Meter große Wirbelwind hätte der Fortuna auch beim verdienten Ausgleichstreffer die Show gestohlen, als Michael Liendls Freistoßflanke nur haarscharf über Yamada hinwegflog und der hinter ihm postierte Rückkehrer Oliver Fink zum Ausgleich einköpfte.

Bei der Fortuna vermisste man indes einen Impulsgeber wie Yamada. Was zum einen daran lag, dass Sergio da Silva Pinto nach seinem Trainingszusammenstoß mit Bruno Soares noch mit seiner Knieprellung zu kämpfen hatte und nicht spielfähig war. Andererseits griff das neue 3-5-2-Sytem, mit dem die Fortuna vor zwei Wochen noch so stark im Test gegen Borussia Dortmund (1:1) aufspielte, noch nicht wie gewünscht.

Neue Taktik wohl gegen Aue wieder abgeschrieben

20. Spieltag Aus einer starken Abwehr heraus ins Umschaltspiel kommen, die Räume belaufen, die Offensivspieler in Szene setzen – der vorab verbalisierte Matchplan von Fortuna-Cheftrainer Oliver Reck kam im Karlsruher Wildpark nur bedingt zum Tragen und war spätestens nach dem Platzverweis von Jonathan Tah Makulatur.

Im kommenden Heimspiel am Freitag gegen Erzgebirge Aue (18.30 Uhr, Arena) dürfte die neu einstudierte Variante erst einmal wieder im Taktikbuch verschwinden und Reck auf das bewährte 4-4-2-System mit zwei Innenverteidigern zurückgreifen. Es fehlen schlichtweg die personellen Alternativen.

Die Sechser Sergio da Silva Pinto, Christopher Avevor und Christian Gartner sind verletzt. Innenverteidiger Tah ebenso gesperrt wie Bruno Soares, der sich gegen Karlsruhe seine fünfte gelbe Karte abholte. Natürlich im Zweikampf mit Hiroki Yamada.