Fink kann Fortuna zum Erfolg führen

Was wir bereits wissen
Der 32-Jährige hat seinen Kreuzbandriss überwunden und ist auf dem Weg zu alter Form. Seine Qualitäten könnten am Ende entscheidend sein.

Düsseldorf. Wenn selbst ein direkter Konkurrent um einen Platz in Fortunas Startelf sich diebisch über Oliver Finks Comeback freut – dann sagt das im Grunde schon alles über den Stellenwert des Oberpfälzers aus. „Natürlich ist es für mich durch Finkis Rückkehr nicht einfacher geworden mit einem Stammplatz“, sagt Mittelfeldspieler Christian Gartner. „Aber das ist doch letztlich komplett wurscht. Es ist einfach nur schön, dass er wieder da ist.“

Lang genug hat es ja auch gedauert. Am Gründonnerstag des vergangenen Jahres, am 17. April also, zog sich Fink beim 3:0-Sieg in Sandhausen einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu. Es folgten quälende Monate in der Reha, und erst mit dem Trainingsneustart im Jahr 2015 stieg der 32-Jährige wieder voll ein.

Effektive Gegenangriffe

Fast zehn Monate ist der Routinier somit ohne Pflichtspielpraxis – viel zu lange, wenn man bedenkt, wie wichtig er für Fortunas Spiel ist. Denn wie kein anderer im Kader von Chefcoach Oliver Reck versteht es der gebürtige Hirschauer, das Aufbauspiel des Gegners zu stören und effektive Gegenangriffe einzuleiten. Mit seinen langen Beinen schafft es der 1,87-Meter-Mann immer wieder, seinen Kontrahenten den Ball fair vom Fuß zu spitzeln – und obwohl ihm derzeit noch viele Trainings- und Spielminuten fehlen, gelang es ihm auch in den Testspielen des neuen Jahres bereits, diese Qualitäten anzudeuten.

„Ein bisschen fehlt mir noch“, merkt Fink selbstkritisch an. „Ich denke zum Beispiel an das periphere Sehen. Gewöhnlich spüre ich es förmlich, wenn ich den Ball durchs Mittelfeld treibe, wenn sich ein Gegenspieler zum Beispiel von schräg hinten nähert. Hundertprozentig ist das Gefühl dafür noch nicht wieder da, aber das wird von Spiel zu Spiel besser.“ Nur wer ganz genau hinschaut, kann jetzt noch erkennen, welch schwere Verletzung der frühere Unterhachinger gerade überstanden hat. Wenn es richtig zu krachen droht, wenn mit gestreckten Beinen aufeinander zugerutscht wird, ist ihm vielleicht noch leichte Zurückhaltung anzumerken – aber auch das wird sich schnell verlieren.

„Das Knie ist keine Baustelle mehr“, versichert Fink, „und darüber bin ich sehr froh.“ Fortunas Verantwortliche ebenso, denn mit seinen besonderen (Führungs-)Qualitäten kann der Dauerläufer noch ein entscheidender Trumpf im Aufstiegsrennen werden.

„Finki ist ein ganz wichtiger Spieler für uns“, betont Reck. Am Sonntag in Karlsruhe wird der Bayer wohl noch von der Bank kommen. Mittelfristig drängt er aber in die erste Elf – und Sportvorstand Helmut Schulte täte gut daran, Finks im Juni auslaufenden Vertrag frühzeitig zu verlängern.