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Wolfsburgs Magath gibt sich vor Fortuna-Spiel gelassen

23.10.2012 | 18:14 Uhr
Wolfsburgs Magath gibt sich vor Fortuna-Spiel gelassen
Hinterfragt sich nicht: Felix Magath.Foto: imago

Düsseldorf.  Fortunas nächster Gegner kommt am Samstag als Tabellenletzter nach Düsseldorf. Obwohl das Aufsichtsratspräsidium des VfL Wolfsburg für Mitte der Woche eine Krisensitzung mit Trainer angesetzt hat, erweckt Felix Magath den Eindruck, als hätte allenfalls der Papst einen sichereren Job als er.

Fortunas nächster Gegner kommt am Samstag (15.30 Uhr/live im DerWesten-Ticker)als Tabellenletzter nach Düsseldorf: In acht Spielen brachte es der VfL Wolfsburg zudem bisher auf kümmerliche zwei Treffer (bei 15 Gegentoren!). Während die Partie in der Szene als Schlüsselspiel – um das Wort „Schicksalsspiel“ zu vermeiden – für den Trainer gilt, gibt sich der Mann, um den sich beim VfL Wolfsburg alles dreht, demonstrativ gelassen. Obwohl das Aufsichtsratspräsidium des Klubs für Mitte der Woche eine Krisensitzung mit Trainer angesetzt hat, erweckt Felix Magath den Eindruck, als hätte allenfalls der Papst einen sichereren Job als er. Für unfehlbar hält er sich eh schon lange. Entsprechend hält er jede Kritik an seiner Person für eine Art Gotteslästerung.

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Natürlich hat der 59-Jährige nicht vergessen, wie oft er in seiner Trainer-Laufbahn schon entlassen worden ist, u.a. in München, obwohl er dort zweimal das Double geholt hatte. Aber in Wolfsburg fühlt er sich durch seinen Sensations-Coup aus der Saison 2008/2009 gegen einen möglichen Rauswurf offenbar immunisiert. Eben dieser Titelgewinn der ansonsten in der Fußballgeschichte mausgrauen „Wölfe“ aber hat sich für Magath als Segen und Fluch zugleich erwiesen. Einerseits ließ er ihn jede Bodenhaftung verlieren, auf der anderen Seite galt er in der Branche fortan als der Mann für das Unmögliche.

„Besatzungsmacht“ auf Schalke

Mit entsprechendem Vorschusslorbeer wurde Magath, nachdem er in Wolfsburg den idealen Moment zum Absprung erwischt hatte, auf Schalke begrüßt. Dort allerdings kühlte sich die anfängliche Begeisterung um den vermeintlichen Messias trotz des in seiner ersten Saison erreichten, beachtlichen zweiten Platzes schnell ab. Als Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in der zweiten Magath-Spielzeit die Reißleine zog, war sein leitender Angestellter auf dem besten Weg, den Traditionsklub seiner Identität zu berauben. Durch die, soweit bekannt, seinerzeit größte Drehtür der Fußball-Welt schleuste der Coach in nicht mal 18 Monaten 75 Spieler: 41 gingen rein, 34 andere kamen raus, wobei am Ende vermutlich selbst Magath kaum noch zwischen Ein- und Ausgang unterscheiden konnte.

Weniger die sportlichen Auswirkungen von Magaths Tätigkeit führten aber zur Trennung von Schalke, sondern die durch ihn ausgelöste Vergiftung des Klimas im Verein. So hatte der Dreifach-Funktionsträger (Trainer, Manager, Vorstandssprecher) unter dem Etikett „Strukturwandel“ keinen Stein mehr auf dem anderen lassen wollen. Weil Magath mit einem Dutzend Vertrauensleuten einen geschlossenen Kreis um sich installierte, sprach der „Spiegel“ nicht umsonst von einer „Besatzungsmacht“. Und weil er mit Eiseskälte langjährige, verdiente S04-Mitarbeiter abservierte, machte das böse Bonmot die Runde, Magath würde im Verein nur deshalb „Stalin“ genannt, um ihn etwas menschlicher erscheinen zu lassen ...

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Keine erkennbaren Fortschritte

Den VfL Wolfsburg jedoch schreckte das, was aus Schalke zu hören war, nicht ab. Weil der Verein nach Magaths Abgang ins Trudeln geraten war, holte die VW-Chefetage den Meistermacher zurück. Wobei die Skeptiker, die davor warnten, die erfolgreiche Vergangenheit zu beschwören, geflissentlich ignoriert wurden. Tatsächlich blieb der erhoffte Erfolg bei Magaths zweitem Engagement aus, selbst wenn zunächst der Klassenverbleib mit Hängen und Würgen geschafft wurde. Trotz enormem finanziellen Aufwand waren aber auch in der vergangenen Spielzeit keine Fortschritte erkennbar, und in die aktuelle Saison startete der Ex-Meister geradezu desaströs.

Die Wasserflaschen-Affäre

Von Selbstkritik jedoch weiter keine Spur. Weder hinterfragte Magath seine Personalpolitik (Dzeko, Grafite und Misimovic stellten sich im Nachhin als einmalige Glücksgriffe heraus) noch seine Menschenführung. Stattdessen „verfeinerte“ er seine bekannten Drangsalierungs-Maßnahmen. Indem er etwa nach einem Waldlauf die Wasserflaschen der Spieler demonstrativ auskippte .

Inzwischen mehren sich in Wolfsburg die Stimmen, die Magath für nicht länger tragbar halten. Insofern dürften nicht wenige VfL-Anhänger einer weiteren Niederlage in Düsseldorf auch eine positive Seite abgewinnen. Würde sie doch die Wahrscheinlich eines Magath-Abgangs drastisch erhöhen.

Reinhard Schüssler

Kommentare
25.10.2012
14:52
Ich denke auch
von Syntheseclown | #2

...seit heute kann Magath das Spiel gaaaanz gelassen auf sich zukommen lassen... im Sessel, Bier in der Hand, ALG1-Bescheid in der Tasche.

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2012-10-23 18:14
Fortuna Düsseldorf,VfL Wolfsburg,Fußball-Bundesliga,F95,Magath
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