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2. Handball-Bundesliga

Ex-Präsident attackiert HSG-Manager Flatten

01.01.2012 | 19:47 Uhr
Ex-Präsident attackiert HSG-Manager Flatten

Düsseldorf.   Ex-Präsident Hartmut Lehmann  Pünktlich zum Jahreswechsel gibt es gewisse Traditionen. Neben Rückblicken auf allen TV-Kanälen wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) das Wort des Jahres. 2011 machte der „Stresstest“ das Rennen. attackiert im NRZ-Gespräch Manager Flatten und dessen Pläne

Einem solchen werden derzeit auch die Handballfans links und rechts des Niederrheins ausgesetzt. Seit den verkündeten Plänen um eine Spielgemeinschaft der beiden Zweitligisten HSG und DHC Rheinland zum Dormagen-Düsseldorfer Handballclub (DDHC) herrscht helle Aufruhr.

Die Fans laufen Sturm gegen die Zweckehe der rheinischen Rivalen, Kooperationspartner wie der ART, welcher seit elf Jahren in Düsseldorf den 14 Mannschaften umfassenden Unterbau stellt, wenden sich ab, fordern den Rücktritt von HSG-Manager Frank Flatten.

Zum Jahreswechsel ist auch die Geduld von Hartmut Lehmann am Ende. Von 1989 bis 1998 leitete er als Präsident die Geschicke des Profihandballs in der Landeshauptstadt. Angesichts der aktuellen Entwicklungen bat er die NRZ um ein Gespräch, in dem er Vorwürfe gegen HSG-Manager Frank Flatten und dessen Kooperationspläne erhebt.

„Aufgrund der Geschehnisse in den letzten Wochen und Monaten schäme ich mich für die HSG und den Umstand, für diesen Verein einmal tätig gewesen zu sein. Seit über zwei Jahrzehnten ist ein Steuerbüro für die HSG tätig. Dort wurde niemand über die Insolvenz oder die Kooperationspläne mit Dormagen informiert. Die Leute fühlen sich verarscht“, so Lehmann.

Märchen für die Presse

„Ende März vergangenen Jahres erzählte Frank Flatten bei einer Pressekonferenz von einem insolventen Sponsor, der eine Lücke von hundertzwanzigtausend Euro hinterlassen hätte. Das war nichts weiter als ein Märchen für die Presse. So einen Sponsor hat es nie gegeben. Der DDHC ist ein krankes Kind!“, poltert Lehmann. Er sei sauer und enttäuscht, werde sich in den kommenden Tagen aus dem Verein abmelden.

Gäbe es ein Handball-Wort des Jahres 2011, so wäre die Wahl sicherlich auf „Kirchturmdenken“ gefallen. Von diesem lokalen Denken müsse man weg, um überlebensfähig zu sein, forderte Flatten. Das sah vor Saisonbeginn noch anders aus, als die HSG ihr neues Logo schuf. Auf ihm hält ein Löwe den Schlossturm in der Hand, flankiert von einem Ortsschild „HSG Düsseldorf“. Unter dem Motto „Düsseldorfer Jungs“ sollte Lokalpatriotismus geschürt werden.

Flatten hat nahezu den gesamten Verein und dessen Fans zu „Wutbürgern“ geeint, dem Wort des Jahres 2010. Es steht für die Empörung einer Gruppe, über deren Köpfe hinweg Entscheidungen getroffen werden. Flattens Gegner wollen die Kirche, den Schlossturm, im Dorf lassen.

Marcus Gülck

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