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Deutsche Eishockey-Liga

Erneuter Überlebenskampf für die Düsseldorfer EG

26.11.2012 | 23:00 Uhr
Erneuter Überlebenskampf für die Düsseldorfer EG
Die finanzielle Situation bei der DEG ist nach der Rettungsaktion zu Jahresbeginn einmal mehr ernst.Foto: Kai Kitschenberg

Düsseldorf.  Die Situation bei der Düsseldorfer EG ist einmal mehr ernst: Zentraler Grund für die vom Klub selbst erneut als „dramatisch“ bezeichnete Situation sind fehlende mittelfristige Finanzierungszusagen. Den Rot-Gelben fehlen für einen ausreichenden Etat für die Saison 2013/14 erneut noch 2,4 Millionen Euro.

Kaum werden die Tage zum Ende des Jahres wieder kürzer, braut sich über der DEG wie schon im Vorjahr etwas zusammen. Der Überlebenskampf des achtmaligen Deutschen Eishockey-Meisters geht in eine zweite Runde. Erst Anfang des Jahres wurde der Verbleib in der Deutschen Eishockey-Liga nach dem Ausstieg des zehnjährigen Namenssponsors Metro durch eine Rettungsaktion gesichert. Nun fehlen den Rot-Gelben für einen ausreichenden Etat für die Saison 2013/14 erneut noch 2,4 Millionen Euro. Unterschied zum Vorjahr: Eine Basis mit 1,2 Millionen Euro ist gelegt.

Einmal-Zahlungen

Zentraler Grund für die vom Klub selbst erneut als „dramatisch“ bezeichnete Situation sind fehlende mittelfristige Finanzierungszusagen. Für die laufende Saison waren Beträge von rund 1,5 Millionen Euro lediglich einmalig in die Kassen geflossen. Peter Hoberg, ein Grafenberger Unternehmer und Mitglied des Aufsichtsrates, hatte dem rot-gelben Eishockeyklub als Anschubhilfe 700 000 Euro zukommen lassen. Dazu gab die Stadt eine Finanzspritze durch ein einmaliges Sondersponsoring über 450 000 Euro - neben der bisherigen Unterstützung zusammen mit Tochtergesellschaften von zusätzlichen rund 700 000 Euro jährlich. Weitere einmalige Einnahmen stammen aus dem Verkauf der „Alles-aus-Liebe-Trikots“ (ca. 150 000 Euro) in Zusammenarbeit mit der Rockband „Die Toten Hosen“, sowie Erlöse aus Bekenner- und Retter-Paketen (rund 200 000 Euro). Dazu waren weitere zahlreiche neue Gönner zunächst für ein Jahr zur Seite gesprungen.

„Viele potenzielle Partner haben in der Vergangenheit grundsätzliches Interesse signalisiert, wenn die DEG ihr Düsseldorfer Herz wiederentdeckt. Nach unserer Neuausrichtung appelliere ich nun an diese Personen und Unternehmen, uns auf diesem Weg auch tatsächlich zu unterstützen“, betont Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp. Zwei konkrete große Abschlüsse sollen zuletzt kurz vor der Unterzeichnung gestanden haben, hätten sich schlussendlich jedoch zerschlagen. Bei einem möglichen Gönner soll die strukturelle Zukunftsausrichtung der DEL dagegen gesprochen haben, beim Zweiten hätten sich die eigenen Strukturen verschoben.

DEG will sich Investoren öffnen

Die DEG will sich übrigens neben Sponsoren nun auch interessierten Investoren für eine Beteiligung am Eigenkapital der Gesellschaft öffnen. „Dessen Benefit wäre, die DEG abzusichern, seine eigene Bekanntheit zu steigern und seine Erfahrung bei der Gestaltung mit einbringen zu können“, betont Arndt Rautenberg von DEG-Sanierer und Sponsor Rölfs­Partner, der das Sponsorenvolumen und Potenzial in einer Stadt wie Düsseldorf auf rund fünf Millionen Euro schätzt. Er mahnt jedoch zugleich, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage alles andere als rosig ist.

Allerdings hat die DEG ihre Versprechen gehalten. Es wurden eine junge Mannschaft mit Düsseldorfer Elementen aufgebaut, die Heimspiele im Rather Dome mit einer leidenschaftlichen und kampfbetonten Spielweise zu einem Erlebnis macht. Zudem seien positive Tendenzen im Zuschauerzuspruch von rund sieben Prozent zu erkennen. Kein Wunder also, dass die Rot-Gelben trotz der unsicheren Zukunft ankündigten, allen Spielern als ihren besten Werbeträgern Vertragsangebote über diese Saison hinaus zu machen. „Schließlich ist es das Ziel, über zwei drei Jahre hier etwas konstantes aufzubauen“, so Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp. Der den 15. Februar 2013 als Stichtag für die Zukunft nennt. Denn da müsste der Verein bereits 100 000 Euro als Sicherheit für die neue Lizenz bei der DEL hinterlegen.

Übrigens: Die DEG hat einen weiteren Fürsprecher erhalten. In Person des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Eishockey Bundes, DEG-Vorsitzenden sowie -Meistertorhüters Rainer Gossmann. „Wir sind doch keine Kleinstadt. Es muss möglich sein, einen solchen Traditionsclub am Leben zu halten“, so Gossmann.

Am Rande der Bande

PECH: Das Verletzungspech der DEG findet seine traurige Fortsetzung. Jetzt fällt auch noch Marian Bazany für vier bis sechs Wochen aus. Der Verteidiger zog sich beim Auswärtsspiel in Hannover am vergangenen Freitag einen Innenbandeinriss im linken Knie zu. Außerdem wurde der Meniskus beschädigt.
GLÜCK: Entwarnung gibt es hingegen bei Allrounder Henry Martens. Der 25-Jährige hatte sich beim 7:6-Torfestival am Sonntag gegen Straubing an der Schulter verletzt, als sein Stock in der 28. Spielminute in einem kleinen Schlitz zwischen Bande und Eis stecken geblieben war. Nach einer Kernspinuntersuchung gaben die Ärzte jedoch grünes Licht. Der Stürmer, der zuletzt in der Abwehr aushalf, soll heute wieder ins (leicht reduzierte) Training einsteigen können.
EHRE: Eine weitere positive Meldung kommt von Bernhard Ebner. Der 22-Jährige Verteidiger wurde von Bundestrainer Pat Cortina in den vorläufigen Kader für die beiden Eishockey-Länderspiele des Top Team Sotschi gegen Russland am 11. und 12. Dezember in Chemnitz und Dresden benannt.
EILE: Verteidiger Alex Henry hängt noch immer in der Warteschleife. Die DEG hat bekanntlich beim Schiedsgericht eine Klage gegen die Sechs-Spiele-Sperre durch den DEL-Disziplinarausschuss eingereicht. Noch immer wurde kein Gerichtstermin genannt, wie Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp gestern auf NRZ-Nachfrage betonte. Dabei hat der Defender bereits drei Spiele verpasst. Eile ist somit gefragt.

Mareike Scheer


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