Entscheidung in der Nachspielzeit

Aus Sicht der Zuschauer hatte sich der Ausflug zur Platzanlage des SC West zumindest wegen des sommerlichen Wetters gelohnt. Schließlich konnte der strahlende Sonnenschein die rund 200 Besucher ein wenig über die Chancenarmut im Spiel zwischen dem SC West und dem DSC 99 hinwegtrösten. In der 90. Minute sollte dann aber doch noch ein Hochkaräter folgen und damit eine Entscheidung herbeiführen. West-Stürmer Simon Deuß gelang kurz vor dem Abpfiff der Treffer zum 1:0.

Vor dem Derby freute sich Christoph Zilgens, Kapitän der Hausherren, noch explizit über die Rückkehr seiner torgefährlichen Teamkollegen Simon Deuß und Nils Dames. Doch ganz nach dem Motto „never change a winning team“ schickte Trainer Marcus John zunächst die gleiche Elf auf den Rasen wie beim Sieg über Velbert.

Einwechslung mit Erfolg

Mit der Einwechslung seiner Rückkehrer bewies der Coach dann allerdings ein „goldenes“ Händchen. Nachdem Standard-Spezialist Dames den Ball perfekt in den Strafraum befördert hatte, köpfte Deuß den Ball unhaltbar ins Netz. „Wir haben uns zu wenig Tormöglichkeiten erspielt, also musste ein Standard her. Deswegen habe ich die beiden auch eingewechselt“, erklärte John seine Strategie.

Der Plan ging auf, wenn auch spät. Denn bis dahin hatte der DSC jegliche Angriffsversuche des Favoriten im Keim erstickt. Umso enttäuschter war DSC-Trainer Stefan Wiedon auch nach der Niederlage: „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, und einen Riesenaufwand betrieben. Doch am Ende stehen wir mit leeren Händen da.“

Aufgrund der Auswärtspleite rutschte der DSC auf einen Abstiegsplatz.

Beim VfL Benrath zeigt die Formkurve weiterhin stark nach oben. Mit einem 3:2-Sieg über den FC Remscheid strich das Team von Trainer Frank Moeser drei weitere Bonuspunkte im Kampf um den Klassenerhalt ein und klettert damit auf den Relegationsplatz.

Dabei brachte Torhüter Patrick Pitzer seine Farben auf die Siegerstraße: Sein langer Abschlag wurde zur unmittelbaren Steilvorlage für Yasin Sahin, der den Ball anschließend unhaltbar ins Netz wuchtete. Kurz vor der Pause erhöhte Dennis Kronenberg auf 2:0, ehe ein „Ping-Pong-Tor“ von Patrick Posavek den alten Abstand wiederherstellte. Auch den Treffer von Hayato Yakumaru wusste Posavec noch einmal zu kontern, doch die drei Punkte blieben am Ende in Benrath.

Für die Turu II wäre ein Auswärtspunkt schon ein Erfolg – das hatte Trainer Georg Müffler angesichts seiner großen Personalnot im Vorfeld der Partie beim SV Uedesheim verkündet.

Nach der Begegnung, in der die Oberbilker in der 78. Spielminute durch eine schöne Einzelaktion Vincenzo Grazianos in Führung gehen konnten, musste er seine Einschätzung allerdings korrigieren: „Angesichts des Spielverlaufs und einer starken zweiten Hälfte bin ich mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden. Meine Mannschaft hätte sich dieses Spiel niemals aus der Hand nehmen lassen dürfen.“