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Fußball-Bundesliga-Serie, Folge 18

Ende gut, Aleks gut – 7:0 über FC St. Pauli!

12.10.2012 | 22:45 Uhr
Ende gut, Aleks gut – 7:0 über FC St. Pauli!
Fortuna holt ein unerwartetes 0:0 bei den Bayern: (von links) Andreas Kaiser, Rudi Wojtowicz und Olaf Thon.

Nach 15 Jahren Abstinenz ist Fortuna Düsseldorf wieder in die Fußball-Bundesliga zurückgekehrt. In loser Folge erinnert die NRZ an 22 Erstliga-Spielzeiten, diesmal: die Saison 1989/90.

Düsseldorf. Seit dem Abstieg 1997 verbrachten die Fortuna-Fußballer 15 Jahre in den unteren Klassen – mit den Saisons von 2002 bis 2004 in der Oberliga als Tiefpunkt. Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 sind die Flingerner im Oberhaus zurück. Anlass genug, auf 22 Jahre Bundesliga-Zugehörigkeit in einer Serie zurückzublicken. Heute: die Saison 1989/90.

Nach zwei Jahren Liga zwei und einem gelungenen Aufstieg mit den damals starken Saarländern des FC Homburg entpuppte sich die Spielzeit 89/90 als unterhaltsam. Cheftrainer Aleksandar Ristic bekam seinen Pattex-Stuhl von Co-Sponsor Henkel geschenkt. Und malträtierte das gute Stück mehr als einmal. Ein gewisser Paul Jäger übernahm den Posten des Geschäftsführers, der Technische Direktor Karl-Heinz Thielen holte von der Kölner Fortuna den späteren Cheftrainer Uwe Fuchs und den gebürtigen Ghanaer Anthony Baffoe.

Die Düsseldorfer hielten den Rot-Weißen auch vor Ort die Daumen. Statt kalkulierter 10 500 Zuschauer pro Heimspiel kamen fast 20 000 Fans im Schnitt ins Rheinstadion. Obwohl die Vorrunde alles andere als erbaulich lief. Bis zum siebten Spieltag musste der Anhang auf einen Sieg warten. Beim 4:2-Heimerfolg über den VfB Stuttgart sprach man hinterher allerdings am meisten über das kuriose Eigentor von Bernd Klotz. Der hatte die Kugel aus der Rekordweite von 40 Metern Tordistanz im eigenen Gehäuse versenkt. Der Rückpass neun Minuten vor dem Ende lief am verdutzten Jörg Schmadtke vorbei ins Netz. Gut, dass die Fortuna da schon mit 4:0 in Führung gelegen hatte.

Es war nur einer von drei Hinrundensiegen. Dem strahlenden 3:1 in Köln stand eine 0:1-Blamage in Homburg und ein 0:0 plus Pfeifkonzert gegen den SV Waldhof Mannheim gegenüber.

Doch Hilfe nahte. Im Januar war klar: Thomas Allofs kehrt zur Fortuna zurück! Der Transfer hatte jedoch einen gewichtigen, weil nicht regelkonformen Haken. Da Allofs via 1. FC Köln zum französischen Erstligisten Racing Straßburg gewechselt war, wäre er laut (diskutabler) DFB-Statuten erst nach Ende der Saison 1989/90 für die Düsseldorfer spielberechtigt gewesen. Binnen eines Jahres durfte damals ein Profi nicht für mehr als zwei Klubs tätig gewesen sein.

Der heutige Fortuna-Vorstand verklagte daraufhin den DFB. Pochte auf sein Recht auf Arbeit und freie Wahl des Arbeitsplatzes. Der Verband machte einen Rückzieher und erteilte die Spielerlaubnis. Was wiederum die Konkurrenz erzürnte. Bochums Präsident Ottokar Wüst legte Einspruch gegen die Spielerlaubnis ein. Doch der DFB entschied sich gegen die eigene Satzung und ließ Allofs auflaufen.

Der steuerte beim Debüt in Bochum einen Treffer zum 2:1 bei, verletzte sich aber beim 1:0 nach einem direkten Freistoßtor von Mike Büskens in Uerdingen: Meniskusoperation! Fortuna brauchte nach dem 0:1 in Kaiserslautern einen Sechs-Spiele-Endspurt, um in die Rettungszone zu gelangen. Keeper Schmadtke überragte beim 0:0 in München. Leverkusen wurde 2:0 geschlagen, dann mit dem 1:0 durch Bernd Klotz’ Tor bei Absteiger SV Waldhof der Klassenerhalt gefeiert. Mit dem 7:0 über St. Pauli sowie sieben Siegen und nur fünf Niederlagen in der Rückrunde hieß es, ganz nach dem Gusto von Trainer Ristic: Ende gut, Aleks gut!

Der Fortuna-Kader in der Saison 1989/90:

Dirk Krümpelmann (34 Spiele, 5 Tore), Ralf Loose (33), Michael Büskens (32/2), Jörg Schmadtke (31), Karl „Carlo“ Werner (31/1), Michael Schütz (30/6), Andreas Kaiser (29/1), Anthony Baffoe (26/2), Uwe Fuchs (25/7), Richard Walz (23/2), Rudi Wojtowicz (23), Pavel Chaloupka (22/4), Sven Backhaus (19), Petr Rada (19/2), Bernd Klotz (17/5), Michael Preetz (15), Thomas Allofs (9/2), Martin Spanring (8/1), Marcello Carracedo (6), Michael Kimmel (5), Jürgen Wittmann (3) und Antoine Hey (1). Dazu kommt ein Eigentor von Klaus Augenthaler (FC Bayern München).

Michael Ryberg



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